
Mythen und Fakten: Was Katzen wirklich brauchen
Wer eine Katze besitzt, möchte natürlich nur das Beste für seinen Vierbeiner. Doch gerade beim Thema Ernährung kursieren viele widersprüchliche Informationen. Sollte eine Katze ausschließlich Nassfutter bekommen? Ist Trockenfutter ungesund? Und brauchen Katzen tatsächlich Milch? In diesem Artikel werden die häufigsten Mythen rund um die Katzenernährung erklärt und mit Fakten ergänzt.
Warum die richtige Ernährung so wichtig ist
Katzen unterscheiden sich deutlich von Hunden oder Menschen. Sie sind sogenannte Fleischfresser und benötigen bestimmte Nährstoffe, die hauptsächlich in tierischen Produkten enthalten sind. Dazu gehören unter anderem hochwertiges Eiweiß, Taurin sowie verschiedene Vitamine und Fettsäuren.
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem, sorgt für ein gesundes Fell und kann dazu beitragen, Krankheiten vorzubeugen. Gleichzeitig kann eine falsche Fütterung langfristig zu Übergewicht, Verdauungsproblemen oder Mangelerscheinungen führen.
🐈⬛Mythos 1: Katzen brauchen Milch
Dieser Mythos gehört wahrscheinlich zu den bekanntesten überhaupt. Viele Menschen verbinden Katzen automatisch mit einer Schale Milch. Tatsächlich vertragen jedoch viele erwachsene Katzen Milch gar nicht besonders gut.
Der Grund dafür ist, dass viele Katzen nach dem Absetzen von der Mutter weniger Laktase produzieren. Dieses Enzym wird benötigt, um Milchzucker zu verdauen. Fehlt es, können Bauchschmerzen auftreten.
Fakt: Frisches Wasser ist für Katzen deutlich wichtiger als Milch. Wer seiner Katze gelegentlich etwas Besonderes anbieten möchte, kann spezielle Katzenmilch verwenden, die weniger Laktose enthält.
🐈⬛Mythos 2: Trockenfutter ist grundsätzlich schlecht
Immer wieder wird behauptet, Trockenfutter sei grundsätzlich ungeeignet für Katzen. Ganz so einfach ist es jedoch nicht.
Trockenfutter enthält deutlich weniger Feuchtigkeit als Nassfutter. Da viele Katzen ohnehin wenig trinken, kann dies langfristig problematisch sein. Gleichzeitig gibt es hochwertige Trockenfuttersorten mit einer ausgewogenen Nährstoffzusammensetzung
Fakt: Trockenfutter ist nicht automatisch schlecht. Wichtig sind hochwertige Zutaten, ein hoher Fleischanteil und ausreichend Wasseraufnahme. Viele Tierärzte empfehlen eine Kombination aus Nass- und Trockenfutter.
🐈⬛Mythos 3: Getreide macht Katzen krank
Getreide wird häufig als schädlicher Bestandteil von Katzenfutter dargestellt. Tatsächlich benötigen Katzen Getreide nicht zwingend, da sie ihren Energiebedarf hauptsächlich über tierische Proteine decken.
Allerdings bedeutet ein geringer Getreideanteil nicht automatisch, dass ein Futter schlecht ist. Entscheidend ist vielmehr die gesamte Zusammensetzung. Katzen benötigen eine ausgewogene Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen. Die Bezeichnung „getreidefrei“ allein ist somit kein ausreichendes Qualitätsmerkmal. Stattdessen sollten Katzenhalter die Zutatenliste und die Nährstoffzusammensetzung genauer betrachten.
Fakt: Ein hoher Fleischanteil und eine ausgewogene Rezeptur sind wichtiger als die Frage, ob Getreide enthalten ist oder nicht.
🐈⬛Mythos 4: Katzen regulieren ihr Gewicht von selbst
Viele Katzenhalter gehen davon aus, dass Katzen nur so viel fressen, wie sie tatsächlich benötigen. Bei Wohnungskatzen trifft das jedoch häufig nicht zu. Gerade bei den Wohnungskatzen spielt die tägliche Bewegung eine wichtige Rolle. Während Freigänger häufig mehr Möglichkeiten haben, sich zu bewegen, sind Wohnungskatzen in der Wohnung auf begrenzten Platz angewiesen. Regelmäßiges Spielen können deshalb dabei helfen, das Körpergewicht zu kontrollieren.
Leckerlis, zu große Portionen oder Bewegungsmangel können schnell zu Übergewicht führen. Dieses erhöht wiederum das Risiko für DIabetes, Gelenkprobleme oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Fakt: Das Körpergewicht sollte regelmäßig kontrolliert und die Futtermenge an Alter, Aktivität und Gesundheitszustand angepasst werden.
🐈⬛Mythos 5: Rohes Fleisch ist immer die beste Ernährung
Das sogenannte BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) wird von einigen Katzenhaltern bevorzugt. Ziel ist es, die natürliche Ernährung einer Wildkatze nachzuahmen.
Grundsätzlich kann BARF funktionieren, allerdings nur bei sorgfältiger Planung. Werden wichtige Nährstoffe wie Taurin, Kalzium oder Vitamine nicht ausreichend ergänzt, kann es zu gesundheitliche Problemen kommen. Außerdem besteht bei rohem Fleisch immer ein Risiko für Keime oder Parasiten.
Fakt: BARF ist keine falsche Ernährungsform, sollte jedoch gut geplant werden. Wer sich dafür entscheidet, sollte sich vorher umfassend informieren oder eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.
🍽️Gutes Katzenfutter
Woran erkennt man gutes Katzenfutter?
Die Auswahl im Supermarkt oder Fachhandel ist groß. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft häufig weiter.
Gutes Katzenfutter zeichnet sich unter anderem durch folgende Merkmale aus:
- hoher Anteil an tierischen Bestandteilen
- ausreichend Taurin
- transparente Deklaration der Zutaten
- möglichst wenig Zuckerzusätze
- ausgewogene Vitamin- und Mineralstoffversorgung
Der Preis allein sagt dabei wenig über die Qualität aus. Auch günstigere Produkte können ausgewogen sein, während teure Marken nicht automatisch besser sind.
Wann ist eine Ernährungsberatung sinnvoll?
Nicht jede Katze hat die gleichen Bedürfnisse. Alter, Aktivitätsniveau oder Erkrankungen beeinflussen den Nährstoffbedarf erheblich.
Eine professionelle Ernährungsberatung kann beispielsweise sinnvoll sein bei:
- Übergewicht
- Allergien oder Unverträglichkeiten
- Nierenerkrankungen
- Diabetes
- Umstellung auf BARF
- Futterverweigerung
Gemeinsam mit Tierärzten oder speziell ausgebildeten Tierernährungsberatern lässt sich ein individueller Fütterungsplan erstellen.
Fazit
Rund um die Katzenernährung halten sich viele Mythen hartnäckig. Nicht alles, was häufig behauptet wird, entspricht jedoch den aktuellen Erkenntnissen. Entscheidend ist eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Zutaten, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Katze abgestimmt ist.
Wer sich unsicher ist oder gesundheitliche Veränderungen bei seiner Katze bemerkt, sollte sich an einen Tierarzt oder eine qualifizierte Ernährungsberatung wenden. So lässt sich sicherstellen, dass der Stubentiger optimal versorgt wird und möglichst lange gesund bleibt.
Quellen
- Quelle Mythos Milch:
Royal Canin Academy (o.J.): Häufige Fragen und Antworten zur Ernährung der Katze. https://academy.royalcanin.com/de/veterinary/faqs-about-cat-nutrition
Cornell University College of Veterinary Medicine (2026): Feeding your cat. https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/feeding-your-cat - Quelle Mythos Trockenfutter:
Cornell University College of Veterinary Medicine (2026): Feeding your cat. https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/feeding-your-cat - Quelle Mythos Getreide:
Stiftung Warentest (2024): Fragen rund um Katzenfutter: Alles paletti im Napf? Tipps für Katzenfutter. https://www.test.de/FAQ-Katzenfutter-Was-Mieze-gut-tut-und-was-nicht-5172058-0/ - Quelle Mythos Gewicht:
Cornell University College of Veterinary Medicine (2024): How often should you feed your cat? https://www.vet.cornell.edu/departments/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/how-often-should-you-feed-your-cat - Quelle Mythos Barf:
Cornell University College of Veterinary Medicine (2026): Feeding your cat. https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/feeding-your-cat
Bildquelle:
sweetlouise (2018): Cat, feline, bowl for animals [Foto]. Pixabay. https://pixabay.com/photos/cat-feline-bowl-for-animals-pet-3474821/
Michaela Tegethoff, August 2026
