Warum Lesen auch im digitalen Zeitalter wichtig bleibt

Jeder Mensch kennt es. Egal ob zu Hause, in der Schule, auf der Arbeit oder im Alltag: WhatsApp-Nachrichten, Likes, Kommentare und Direktnachrichten von Instagram, TikTok und Co. tauchen als Pop-up- oder Erinnerungsbenachrichtigungen auf dem Smartphone auf. Man ist ständig und überall erreichbar. Dies ist ein Spiegel dafür, wie schnell sich die Technik in den letzten zwei Jahrzehnten weiterentwickelt hat.

Man könnte fast behaupten man braucht keine analogen Medien mehr. Aber auch nur fast. Ein überraschender Trend setzt sich dennoch immer wieder durch und hat eine neue Beliebtheit erreicht. Egal wie viele Neuerungen auf den Markt kommen – die Menschen lesen weiterhin viel und gerne.

Warum ist Lesen also heute noch relevant? Dieser Artikel gibt einen Einblick darüber, wieso das Lesen immer noch viele Menschen begeistert und wie sie einen im Alltag, ganz ohne digitale Ablenkung, unterstützt.

Lesen fördert Wissen und Sprache

Hier sind einige interessante Einblicke darüber, was Lesen bei einem Menschen bewirken kann:

Lesen trägt dazu bei, dass der Wortschatz stetig erweitert und Wissen ausgebaut wird. Das Gehirn wird dabei trainiert, ohne dass es sich wie klassisches Lernen anfühlt. Außerdem fördert Lesen die Konzentration, wodurch man lernt, länger an einem Text dranzubleiben, Inhalte besser zu verstehen und auch die eigene sprachliche Ausdrucksweise positiv zu beeinflussen.

Auch das Erinnerungsvermögen kann durch Lesen gestärkt werden. Studien haben gezeigt, dass sich Menschen Inhalte auf gedrucktem Papier teilweise leichter merken können als bei digitalen Hilfsmitteln, wie beispielsweise dem Lesen einer PDF-Datei auf einem Tablet.

Damit nicht genug: Regelmäßiges Lesen kann außerdem dazu beitragen, den geistigen Abbau im Alter zu verlangsamen. Eine amerikanische Studie kam zudem zu dem Ergebnis, dass Menschen, die regelmäßig Bücher lesen, im Durchschnitt länger leben als Menschen, die nicht lesen. Lesen ist also nicht nur eine unterhaltsame Beschäftigung, sondern kann auch viele positive Auswirkungen auf Körper und Geist haben.

Lesen als Ausgleich zum digitalen Alltag

Vor allem im Hinblick auf das vorangegangene Thema unterschätzen viele Menschen, was das Lesen von Büchern tatsächlich bewirken kann. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass Erfahrungen aus der Schulzeit dazu geführt haben, dass das Lesen von Büchern häufig mit Zwang oder Pflicht assoziiert wird. Zusätzlich haben viele der behandelten Bücher und Themen nicht unbedingt die Interessen der Schüler*innen abgedeckt.

Dabei kann gerade in einer schnelllebigen Gesellschaft der Fokus auf das Wesentliche schnell verloren gehen. Lesen bietet die Möglichkeit, bewusst eine Pause einzulegen: Egal ob während der Mittagspause oder wenn man nach einem langen Tag in der Schule, Universität oder auf der Arbeit nach Hause kommt. Lesen kann dabei helfen, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, da man sich nur auf eine Sache konzentrieren muss.

Besonders hilfreich ist dies in einer Zeit, in der viele Menschen einer ständigen Reizüberflutung und Stress ausgesetzt sind. Der bewusste Verzicht auf digitale Inhalte wie Serien oder soziale Medien schafft eine Pause vom Smartphone und dem Druck der ständigen Erreichbarkeit.

Lesen als Inspiration und Bereicherung im Alltag

Lesen kann eine Möglichkeit sein, seinen eigenen Horizont zu erweitern und sich neuen Perspektiven zu öffnen. Geschichten kennenzulernen hilft dabei, sich selbst und andere Mitmenschen besser zu verstehen. Es entsteht Empathie, die sich weiterentwickelt, da Bücher verschiedene Einblicke und Perspektiven aus unterschiedlichen Lebensumständen und Emotionen der Charaktere ermöglichen. Zusätzlich wird die Vorstellungskraft gefördert. Der Mensch wird dazu angeregt, mithilfe seiner Fantasie und Kreativität die Geschichte bildlich vor dem inneren Auge ablaufen zu lassen.

Vielen Menschen fällt es jedoch aus unterschiedlichen Gründen schwer, nach einem Buch zu greifen. Hier sind kurze Tipps, wie man wieder mehr lesen kann:

Es kann hilfreich sein, sich feste Lesezeiten einzuplanen und in eine Alltagsroutine zu integrieren, beispielsweise vor dem Zubettgehen. Ähnlich wie eine Schlafroutine ist eine feste Lesezeit eine gute Möglichkeit, Lesen in den Alltag einfließen zu lassen und entspannte Lesestunden zu genießen. Das Setzen von kurzen Lesezielen, wie z. B. ein bis zwei Kapitel oder zehn Seiten am Abend, ist ebenfalls eine sinnvolle Maßnahme und macht zudem viel Spaß, indem man sich eine Challenge setzt.

Um sich mehr Lesemomente zu schaffen, ist es sinnvoll, vorab ein Genre auszuwählen, das wirklich das Interesse weckt. Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, nach Inspiration zu suchen. Über Social Media ergeben sich viele Möglichkeiten, da sich hier über die Jahre viele Lesecommunitys entwickelt haben. TikTok (#BookTokDeutsch) und Instagram (#Bookstagram) sind gute Plattformen, um schnelle Empfehlungen zu bekommen, Trends und neue Bücher zu entdecken. Außerdem findet man dort viele Rezensionen, Leselisten und Buchfotos/-videos.

Eine weitere Empfehlung ist die Internetseite „Goodreads“. Hier können Leser*innen Bewertungen schreiben, Listen anlegen und automatische Empfehlungen erhalten. Wer längere Videoformate bevorzugt, kann auf YouTube fündig werden. Die Community nennt sich „BookTube“ und bietet Videos mit ausführlichen Buchvorstellungen, Empfehlungen und Rezensionen. Weitere Inspirationen bieten Bestsellerlisten und Literaturpreise sowie die Webseiten von Verlagen und Buchhandlungen.

Aber auch Bibliotheken (Empfehlungen, Lesekreise, Veranstaltungen), unabhängige Buchhandlungen (persönliche Geheimtipps), Lesekreise/Buchclubs (gemeinsam neue Bücher entdecken), Flohmärkte & Antiquariate (überraschende Funde) und Buchmessen (Trends und neue Autorinnen kennenlernen) geben viel Raum für Inspiration und Austausch.

Fazit

Lesen bereichert also den Alltag, erweitert den Horizont und es gibt viele Möglichkeiten, wieder einen Zugang zum Lesen zu finden.