Adopt don’t shop – Warum eine Adoption aus dem Tierschutz eine echte Alternative ist

Hund sitzt auf dem Boden und schaut in die Kamera. Davor steht ein Pappschild mit der Aufschrift "Take me Home".
schwarz-brauner Hund liegt auf der Seite auf dem Boden, eine Hand berührt eine Pfote
Hund in einem Shelter in Rumänien (2026, Privataufnahme)

Wer darüber nachdenkt, einen Hund aufzunehmen, steht vor vielen Entscheidungen. Vor allem die Frage, ob eine Adoption aus dem Tierschutz oder der Kauf bei Züchter*innen der richtige Weg ist, beschäftigt immer mehr Menschen. Beide Möglichkeiten bieten Vor- und Nachteile.

Jedes Jahr kommen rund 350.000 neue Tiere in deutsche Tierheime und warten dort auf ihre zweite Chance.1 Gleichzeitig leben in vielen europäischen Ländern unzählige Straßenhunde unter schwierigen Bedingungen.

Dieser Beitrag zeigt, warum eine Adoption aus dem Tierschutz eine echte Alternative sein kann, welche wichtige Arbeit Tierschutzvereine leisten und wie eine Adoption abläuft. Außerdem erfährst du, wie auch kleine Gesten einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz leisten können.

⚠️Tötungsstationen in Europa

Die Situation in deutschen Tierheimen ist vielen Menschen bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch in zahlreichen europäischen Ländern unzählige Hunde auf Hilfe angewiesen sind.

Viele Personen wissen nicht, dass es in mehreren europäischen Ländern Tötungsstationen gibt. Dort werden meist Straßenhunde hingebracht, um sie nach einer bestimmten Frist zu töten. Aber auch nicht mehr gewünschte Haustiere landen dort. Diese Einrichtungen werden umgangssprachlich häufig als Kill-Shelter bezeichnet.

Diese Maßnahme soll die Population der freilebenden Tiere eindämmen. Die Wirksamkeit dieser Strategie ist zweifelhaft. Tierschutzvereine versuchen die Probleme „an der Wurzel zu packen“ und setzen deshalb auf Kastrationsprogramme, Vermittlung und Aufklärung vor Ort.2 3

Hund (Galgo) liegt auf einer Wiese.
Galgo liegend. Foto: Majkel Berger auf Pexels.

Ein besonders bekanntes Beispiel sind die Galgos in Spanien. Die schlanken Windhunde werden für die Hobbyjagd und Rennen gezüchtet. Können sie die gewünschten Leistungen nicht mehr erbringen, werden sie ausgesetzt oder getötet.4

Umso wichtiger ist es, dass sich immer mehr Tierschutzvereine mit ihrer Arbeit für die Tiere einsetzen und ihnen eine zweite Chance ermöglichen.

🐶 Hund adoptieren – Welche Vorteile bietet der Tierschutz?

  1. Eine zweite Chance
  2. Ehrenamt statt Profit
  3. Gesundheit und Vorsorge
  4. Für alle der passende Hund

1. Eine zweite Chance

Eine Adoption aus dem Tierheim oder dem Ausland gibt gleich mehreren Tieren eine Chance. Es bietet nicht nur den Vorteil, dass ein Tier in ein Zuhause vermittelt werden kann, sondern es wird dadurch auch ein Platz im Tierheim frei.

So bekommt ein Straßenhund oder ein Hund, der in seinem derzeitigen Zuhause nicht mehr bleiben kann, die Möglichkeit vermittelt zu werden.

Eine Person hockt auf dem Boden mit mehreren Hundewelpen in einem Shelter.
Welpen im Shelter in Rumänien (Privataufnahme, 2026)

2. Ehrenamt statt Profit

Die Menschen, die im Tierschutz arbeiten, tun dies zumeist ehrenamtlich. Das Wohl der Tiere und dass sie ein „Für-immer-Zuhause“ finden, liegt den Menschen am Herzen.

Die Vermittlung aus dem Tierschutz ist nicht profitorientiert. Anders verhält es sich bei Hundezüchtern. Diese verdienen mit dem Verkauf der Welpen Geld. Vor allem unseriöse Züchter*innen haben nicht die Bedürfnisse der Hunde vor Augen. Häufige Schwangerschaften oder Kaiserschnitte belasten das Muttertier. Außerdem werden die Jungtiere so schnell wie möglich der Mutter weggenommen und verkauft.

3. Gesundheit und Vorsorge

Die Tiere in Obhut der Vereine bekommen regelmäßige Mahlzeiten und tierärztliche Untersuchungen. Außerdem können die Tiere gezielt fotografiert, inseriert und vermittelt werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass seriöse Adoptionen an Bedingungen geknüpft sind. Vor allem bei Tieren aus dem Ausland müssen für die Einreise mehrere notwendige Impfungen nachgewiesen werden.

Adoptierende können sich darauf verlassen, dass die Tierschutzvereine ihre Tiere tierärztlich untersuchen, impfen und chippen lassen. Außerdem sind sie häufig bereits kastriert. Die Kosten sind durch die Schutzgebühr abgedeckt.5

Hund bei Tierärztin. Foto: Mikhail Nilov auf Pexels.

4. Für alle der passende Hund

Im Gegensatz zum Kauf aus der Zucht, bekommen im Tierschutz auch ausgewachsene und ältere Hunde eine Chance. Die Helfenden verbringen sehr viel Zeit mit den Tieren und können die Wesenszüge einschätzen, sodass für alle Interessierten der passende Vierbeiner gefunden werden kann.6 7 8

Hunde von Züchter*innen – Welche Vorteile gibt es?

Ein Kauf bei Hundezüchter*innen bietet ebenfalls Vorteile. Wenn man eine seriöse Züchter*in gefunden hat, steht er oder sie im engen Kontakt zu den Interessenten. Man kann die Mutter des Wurfs kennenlernen und sich Tipps und Anregungen zur Sozialisation der Tiere geben lassen. Außerdem erhält man einen Einblick in die Vorgeschichte und den Stammbaum der Tiere. Das wohl größte Argument für einen Kauf bei Züchter*innen ist die gezielte Auswahl einer Rasse mit ihren rassetypischen Eigenschaften.9

Fünf Hundewelpen liegen und stehen hinter einem Gitter in einem Auto.
Welpen im Auto. Foto: Robert So auf Pexels.

Auf dieser Seite findest du weitere Information woran man seriöse Züchter*innen erkennt: Seriöse Hundezüchter*innen: Tipps für den sicheren Hundekauf

Wie läuft eine Hundeadoption ab?

Wie eine Adoption aus dem Tierschutz abläuft, wird hier am Beispiel der Hunderettung Europa e.V. beschrieben. Der Verein steht im engen Kontakt zum Partnertierheim in Rumänien. 300 Freiwillige sorgen dafür, dass die Tiere ihren Absprung nach Deutschland schaffen und auf eine Pflegestelle oder in ein Zuhause vermittelt werden können.

Der Prozess lässt sich in 7 Schritten zusammenfassen:

  • Hund auswählen
  • Selbstauskunft ausfüllen
  • Telefonisches Gespräch
  • Vorkontrolle
  • Schutzvertrag unterschreiben
  • Ausreise organisieren
  • Einzug ins neue Zuhause10

Genauere Informationen über den Ablauf einer Adoption bei der Hunderettung Europa e.V. findest du hier: Ablauf der Adoption beim Verein Hunderettung Europa e.V.

💡Gut zu wissen: Handicap- und Gnadenplatzhunde reisen kostenlos aus, um auch eine faire Chance zu bekommen.

🌍 Was machen Tierschutzvereine?

Tierschutzvereine vermitteln nicht nur Hunde nach Deutschland. Sie setzen sich auch in den Herkunftsländern für bessere Lebensbedingungen der Tiere ein.

Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Kastrationsprogramme
  • Aufklärung der Bevölkerung
  • Organisation von Tiertransporten
  • Zusammenarbeit mit Tierheimen
  • Vermittlung in ein neues Zuhause

Viele dieser Aufgaben werden von Ehrenamtlichen übernommen, die einen großen Teil ihrer Freizeit in den Tierschutz investieren.11

🐾 So kannst du den Tierschutz unterstützen

Nicht jede*r muss selbst einen Hund adoptieren, um einen Beitrag zum Tierschutz zu leisten. Schon kleine Gesten können helfen und die Arbeit der Vereine unterstützen.

Aktive Unterstützung leistest du durch:

  • Geld- oder Sachspenden
  • Gassi-Runden mit Tierheimhunden
  • Gespräche über das Thema Adoption
  • Beiträge der Vereine auf Social Media Plattformen teilen
  • sich ehrenamtlich bei Tierschutzvereinen engagieren
  • eine Adoption

❣️Die Tierschutzvereine und Vierbeiner freuen sich auf deine Hilfe!

⭐️Erfolgsgeschichten aus dem Tierschutz⭐️

Hier findest du die Happy Dogs der Hunderettung Europa e.V., die ein „Für-immer-Zuhause“ gefunden haben: Hunderettung Europa: Zuhause gefunden!

Josephine Bielert, August 2026

Quellen

  1. Deutschlandfunk (Hrsg.). (2024). Tierheime in Deutschland: Überfüllt und unterfinanziert. https://www.deutschlandfunk.de/haustier-tierheim-hund-katze-abgeben-100.html ↩︎
  2. Animals United e.V. (2022). Tötungsstationen – Wo Hundetöten erwünscht ist: Animals United Bundesfreiwillige Pia über Tötungsstationen. https://animalsunited.de/blog/toetungsstationen-wo-hundetoeten-erlaubt-ist/ ↩︎
  3. Haustein, M. (2021). Sinnloses Sterben: Tötungsstationen in Europa. https://www.veto-tierschutz.de/magazin/tierschutz-aktiv/toetungsstationen-in-europa/ ↩︎
  4. People for the Ethical Treatment of Animals (Hrsg.). (2025). Galgos in Not: Warum jährlich unzählige Hunde getötet werde. https://www.peta.de/themen/galgos/ ↩︎
  5. Tierschutzverein Hunderettung Eropa e.V. (2026b). Hunde aus dem Ausland adoptieren: 5 Schritte zur Adoption. https://hunderettung-europa.de/ ↩︎
  6. TSV Straßenpfoten e.V. (2026, 14. Juli). Warum Adoptieren besser ist als Kaufen: Ein Appell. 2026. https://tsvstrassenpfoten.de/warum-adoptieren-besser-ist/ ↩︎
  7. Dogs Vet. (2024). Das Problem mit Hundezüchtern: Ethische Bedenken erklärt. https://dogsvets.com/problem-with-dog-breeders/#google_vignette ↩︎
  8. Winter, M. (2024, 16. Mai). Tierschutz: Gute Gründe, ein Tier aus dem Tierheim zu adoptieren. https://www.nau.ch/lifestyle/tiere/tierschutz-gute-grunde-ein-tier-aus-dem-tierheim-zu-adoptieren-66758904 ↩︎
  9. HundeWiki. (2026). Soll man Hunde vom Züchter kaufen? https://tiere.wiki/wiki/soll-man-hunde-vom-zuchter-kaufen ↩︎
  10. Tierschutzverein Hunderettung Eropa e.V. (2026b). Hunde aus dem Ausland adoptieren: 5 Schritte zur Adoption. https://hunderettung-europa.de/ ↩︎
  11. Tierschutzverein Hunderettung Europa e.V. (2026c). Struktur und Verantwortung. https://hunderettung-europa.de/struktur-und-verantwortung/ ↩︎

Bildquellen

Beitragsbild. Foto: cottonbro studio auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/de-de/foto/tier-hund-haustier-sitzung-6568941/
Galgo liegend. Foto: Majkel Berger auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/de-de/foto/tier-hund-haustier-niedlich-28269664/
Hund bei Tierärztin. Foto: Mikhail Nilov auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-frau-tier-hund-7469231/
Welpen im Auto. Foto: Robert So auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/de-de/foto/auto-tiere-hunde-jung-17206212/