Bibliothek der Dinge: von Toniebox bis Bohrmaschine -Warum Bibliotheken nicht nur Bücher verleihen

Instagram-Post der Stadtbibliothek Pankow

In ihrer „Bibliothek der Dinge“ bieten Bibliotheken eine Sammlung von unterschiedlichen „Dingen“, die man nur selten benötigt oder einmal ausprobieren möchte, zum Ausleihen an. Die Intention hinter dem Konzept ist einfach: Weniger Konsum, mehr Nachhaltigkeit. Das Konzept ist Teil der sogenannten Sharing Economy: Ressourcen werden gemeinsam genutzt, anstatt alles selbst zu besitzen. Es gibt auch Leihläden oder Vereine und andere Non-Profit-Organisationen, bei denen sich alles ums Teilen dreht.

Durch die bestehende Infrastruktur bezüglich Ausleihfunktion, Einarbeitung und Beratung sind Bibliotheken aber der ideale Ort, um ein solches Angebot zu etablieren. Außerdem sind Bibliotheken bereits zentrale Orte in Städten, die von vielen Menschen besucht werden. Das Angebot der „Bibliothek der Dinge“ profitiert von diesem Besucherstrom, durch häufige Nutzung und weil Nutzende darüber ins Gespräch kommen.

In Deutschland gibt es dieses Angebot bereits in vielen Bibliotheken. In der kleinen ländlichen Bücherei genauso wie in den großen Stadtbibliotheken in Köln, Hamburg oder Berlin. Die Menge und Auswahl der angebotenen Gegenstände sind dabei unterschiedlich und auch bei der Präsentation und der Namensgebung ist der Kreativität keine Grenze gesetzt.

15 Minuten – so lange läuft eine Bohrmaschine durchschnittlich während ihrer gesamten Lebensdauer

Weitverbreiteter Fun-Fact nach Aussage von US-amerikanischem Zukunftsforscher und Nachhaltigkeitsexperte Alex Steffen1

Es werden Gegenstände angeboten, die den (all-)täglichen Bedarf betreffen, aber auch speziellere Objekte sind zu finden. Die Ausrichtung kann dabei unterschiedlich sein und jede Bibliothek hat ihr eigenes Angebot an „Dingen“, die ausgeliehen werden können. Typischerweise sind aber Artikel aus verschiedenen Kategorien vertreten, häufig:

  • Haushalt und Kochen: z.B. Raclette-Eisen, Crêpe-Eisen, Entsafter, Vakuumier-Gerät
  • Werkeln und DIY: z.B. Bohrmaschine, Akkuschrauber, Buttonmaschine, Beschriftungsgerät
  • Technik und Elektronik: z.B. Beamer, Toniebox, Laminiergerät, Actionkamera
  • Sport und Freizeit: z.B. Yoga-Sitzkissen, Glücksrad, Hanteln, Stativ
  • Musik und Party: z.B. Gitarre, Stimmgabel, DJ-Pult, Discokugel, Karaoke Maschine
12. Nachhaltigkeitsziel

Bibliotheken tragen maßgeblich dazu bei, das Thema Nachhaltigkeit voranzubringen und das auf niederschwellige und bürgernahe Weise. Dabei orientieren sie sich häufig an den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen.

Beispielsweise thematisieren Veranstaltungen und spezielle Angebote Nachhaltigkeit. Das Prinzip Bibliothek ist aber grundsätzlich nachhaltig. Das gemeinschaftliche Nutzen von Ressourcen sorgt für bewussteren Konsum und erfüllt damit das 12. Nachhaltigkeitsziel „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“. Das gilt sowohl für das Leihen von typischen Bibliotheksbeständen wie Büchern, CDs oder Spielen, aber auch für die Ergänzung des Bestands durch eine „Bibliothek der Dinge“.

Leihbar: Karaoke-Maschine

Beim Thema Konsum spielen auch die finanziellen Möglichkeiten eine entscheidende Rolle. Wer gut verdient, kauft sich eine Karaoke-Maschine vielleicht einfach – auch wenn sie nur für einen Abend genutzt wird. Das Leihen ist dann eine bewusste Entscheidung gegen übermäßigen Besitz. Für Menschen mit begrenztem Budget ist eine solche Anschaffung hingegen oft gar keine Option. „Bibliotheken der Dinge“ schaffen hier einen Ausgleich: Sie ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe.

Gemeinsames Ausprobieren in der Bibliothek der Dinge

Bibliotheken haben sich zu dritten Orten entwickelt. Sie sind Orte der Begegnung, an denen man sich aufhalten kann und mit anderen Menschen ins Gespräch kommt. Viele Bibliotheken bieten auch „Makerspaces“ an, in denen Geräte, Platz und Anleitung zum Ausprobieren, experimentieren und zusammenarbeiten zur Verfügung stehen. Eine „Bibliothek der Dinge“ ist grundsätzlich so gestaltet, dass die Dinge ausgeliehen und mit nach Hause genommen werden können. Trotzdem wird auch hier dazu eingeladen, Neues auszuprobieren und darüber ins Gespräch zu kommen.

Die Konzepte „Makerspace“ und „Bibliothek der Dinge“ können auch ineinandergreifen. Möglicherweise stehen die Gegenstände im „Makerspace“ zur Verfügung, wenn sie nicht ausgeliehen sind oder werden zusätzlich zum Verleih auch in der Veranstaltungsarbeit eingesetzt. Stativ und Ringlicht könnten beispielsweise Teil der „Bibliothek der Dinge“ sein, aber auch für eine Fotoworkshop in der Bibliothek genutzt werden.

Aus Nutzersicht ist die Ausleihe meist recht einfach. Die Ausleihe funktioniert mit einem gültigen Bibliotheksausweis. Manche Bibliotheken erheben zusätzlich eine kleine Gebühr pro Gegenstand. Die Leihfristen sind je nach Bibliothek unterschiedlich und können auch von Gegenstand zu Gegenstand abweichen. Eine typische Leihfrist sind vier Wochen. Der Zustand wird bei der Rückgabe geprüft. Bei Beschädigungen oder Verlust können Gebühren anfallen.

Viele Bibliotheken haben bereits „Dinge“ in ihrem Bestand, die andere Biblitoheken in der „Bibliothek der Dinge“ anbieten, deklarieren es aber nicht als solche. Outdoor-Spiele, wie „Wikingerschach“ könnten in einer „Bibliothek der Dinge“ zu finden sein, aber auch in der Abteilung „Gesellschaftsspiele“ stehen. Viele Bibliotheken haben auch Tonie-Figuren und tiptoi-Bücher in ihrem Bestand und bieten dazu ebenfalls die technischen Geräte, wie Toniebox oder tiptoi-Stifte an. Diese könnten ihren Platz aber auch in einer „Bibliothek der Dinge“ Platz finden.

Bibliotheken haben also die Möglichkeit ihren eigenen Bestand zu untersuchen und bereits vorhandene Gegenstände zu einer „Bibliothek der Dinge“ zusammenzuführen. Das schöne ist ja, dass es keine Regeln gibt, was in einer „Bibliothek der Dinge“ enthalten sein muss. Daher ist es auch einfach die „Bibliothek der Dinge“ ganz nach Platz, Budget und Nachfrage einzurichten und aufzubauen. Die Bedürfnisse der Nutzenden unterscheiden sich. Menschen,auf dem Land haben vermutlich andere Wünsche haben als Menschen, die in der Stadt wohnen. Auf dem Land wird sich die Bohrmaschine oder der Entsafter klassischerweise vielleicht eher beim Nachbarn geliehen. Dafür gibt es dann andere Bedürfnisse. Es lohnt sich also eine Umfrage bei den Nutzern und Nutzerinnen zu machen, welche Gegenstände gewünscht sind oder bei welchen Gegenständen die Nutzenden sich vorstellen könnten, diese auszuleihen.

Bevor die Gegenstände eingekauft werden, sollte, neben den Budgetplanungen, überlegt werden, wie die Benutzungsregeln sind, also welche Leihfristen es geben soll, ob extra Gebühren pro Gegenstand erhoben werden müssen und wie mögliche Reparaturen oder der Ersatz ablaufen soll. Die Benutzungs- und Gebührenordnung muss gegebenenfalls angepasst werden.

Auch für das Einpflegen in das Bibliotheksprogramm sind Überlegungen anzustellen.

Die Gegenstände sollten attraktiv präsentiert werden, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Spezielle Möbelstücke oder Vitrinen helfen dabei, die „Dinge“ schön präsentieren und sorgen gleichzeitig für die richtige Sicherung, der teilweise teuren Teile.

Wie bereits erwähnt: Bei der Namensgebung können Bibliotheken kreativ werden und zum Beispiel Dialekte oder lokale Komponenten oder Wortspiele aufgreifen. Beispiele sind:

  • „Börde Box (Stadtbibliothek Soest)
  • „Stuff4You (Hamburger Bücherhallen)
  • „Bib der Dinge“ (Stadtbibliothek Bochum“).

Der Begriff „Bibliothek der Dinge“ hat sich allerdings mittlerweile etabliert und verbreitet, sodass viele Menschen bereits wissen, was sich dahinter verbirgt.

Natürlich ist die Etablierung dieser Angebotserweiterung auch mit Arbeit verbunden. Zuständigkeit und Kapazität sollten eindeutig geklärt sein, denn die Vorbereitungen, sowie Pflege und Ausbau des Angebots sind nicht zu unterschätzen.

Übrigens: Es gibt nicht nur öffentliche Bibliotheken, die eine „Bibliothek der Dinge“ anbieten. Auch wissenschaftliche Bibliotheken haben das Konzept aufgegriffen. Hier bekommst du dann statt Discokugel zum Beispiel einen Geburtssimulator. 😉

Quellenverzeichnis

  1. Stadtbibliothek Paderborn (o.J.): Bibliothek der Dinge. Online unter: https://www.bibliothek.live/bibliothek-der-dinge [Abruf am 30.07.2026]
  2. Stadtbibliothek Brilon (o.J.): …und noch vieles mehr!. Online unter: https://www.stadtbibliothek-brilon.de/und-noch-viel-mehr [Abruf am 30.07.2026]
  3. Stadtbibliothek Offenbach am Main (o.J.): Bibliothek der Dinge. Online unter: https://www.offenbach.de/microsite/stadtbibliothek/besuchen/medienangebot-und-lesekonto/galerie-bibliothek-der-dinge.php [Abruf am 30.07.2026]
  4. bibliotheken-nrw (o.J.): Die Bibliothek der Dinge: Ein Leitfaden für Mitarbeitende in Öffentlichen Bibliotheken und Interessierte. Online unter: https://www.bibliotheken-nrw.de/wp-content/uploads/Leitfaden.pdf [Abruf am 20.07.2026]
  5. Wikipedia (o.J.): Bibliothek der Dinge. Online unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothek_der_Dinge[Abruf am 20.07.2026]
  6. Ziele für mehr Nachhaltigkeit (o.J.): Ziel 12: Nach­hal­tige Kon­sum- und Pro­duk­ti­ons­mus­ter sicher­stel­len. Online unter: https://17ziele.de/ziele/12.html [Abruf am 20.07.2026]
  7. Schönes Soest (30.07.2026): Ausleihen statt kaufen: Die Börde Box erweitert das Angebot der Stadtbücherei Soest. Online unter: https://schoenes-soest.de/beitraege/ausleihen-statt-kaufen-die-boerde-box-erweitert-das-angebot-der-stadtbuecherei-soest [Abruf am 04.08.2026]
  8. Schmid, Albert (2021): Bibliotheken der Dinge als neues Arbeitsfeld Öffentlicher Bibliotheken. Online unter: https://hdms.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/6666/file/Schmid_Bachelorarbeit.pdf

Abbildungsverzeichnis

  1. Instagram-Post der Stadtbibliothek Pankow: https://www.instagram.com/p/DPs6UbOjYmJ/
  2. 12. Nachhaltigkeitsziel: https://17ziele.de/ziele/12.html
  3. Leihbar: Karaoke-Maschine: https://www.haltern-am-see.de/system/files/2025-09/Beschreibung_Karaokemaschine.pdf
  4. Gemeinsames Ausprobrobieren in der Bibliothek der Dinge: https://www.slub-dresden.de/besuchen/ausleihen/bibliothek-der-dinge
  5. Bibliothek der Dinge des Goethe-Institus: Discokugeln: https://www.goethe.de/ins/cz/de/kul/the/thr/bdr/20972622.html
  6. Bibliothek der Dinge der Medizin-Bibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek Münster: https://www.uni-muenster.de/MediBib/ausleihe/bibliothekderdinge.html
  1. Vgl. Drills only used for 10 minutes – Workshopshed; Stadtteilbüro Hanseviertel ↩︎

Schneidebretter im Vergleich: Welches ist das Beste?

Holz-Küchenbrett mit der handschriftlichen Aufschrift "Schneidebretter im Vergleich" auf kariertem Tischtuch, umgeben von verschiedenen Gemüsesorten, Fisch, Fleisch, einem Messer, einem Topflappen und einem Pfannenwender.
Zeichnung von vier unterschiedlich großen Schneidebrettern aus Holz, Plastik, Bambus und Glas.
Quelle: Eigene Darstellung unter Verwendung von Elementen aus Canva.

Wer online nach dem besten Schneidebrett sucht, wird schnell verwirrt. Ob Holz, Bambus, Plastik oder Glas: Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile und im Internet findet man oft widersprüchliche Empfehlungen und Aussagen. Kein wunder, denn die „eine“ Lösung gibt es nicht!

Als ich mein abgenutztes Schneidebrett langsam ersetzen wollte, stand ich genau vor diesem Problem. Da Schneidebretter täglich im Einsatz sind, lohnt sich ein Vergleich der verschiedenen Materialien.

Damit du dir die Recherche sparen kannst, habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und die Vor- und Nachteile der gängigen Materialien übersichtlich zusammengefasst. Für den Vergleich habe ich Empfehlungen von Verbraucherzentralen und dem Bundesinstitut für Risikobewertung einbezogen.

Keine Lust, dir alles durchzulesen? Dann schau dir die Gesamtübersicht an oder mach das Schnell-Quiz!

Das Wichtigste auf einen Blick

MaterialMesser-
freundlichkeit
Pflege-
aufwand
Preisklasse
(bei gleich. Größe)
Holz★★★★★hoch€€€
Bambus★★★☆☆mittel€€
Plastik★★★★☆einfach
Glas★☆☆☆☆einfach€€

Tipps für den sicheren Umgang mit Schneidebrettern

Egal aus welchem Material dein Schneidebrett besteht: Sobald tiefe Rillen vorhanden sind, können sich Keime vermehren. Verwende separate Schneidebretter für rohes Fleisch, Fisch und Obst/Gemüse, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.1

Wenn du nur ein Schneidebrett besitzt, solltest du auf Empfehlung von Dr. Heidi Wichmann-Schauer (Bundesinstitut für Risikobewertung) auf die richtige Reihenfolge achten: Schneide erst verzehrfertige Lebensmittel, wie Salat oder Gemüse und erst danach rohe Lebensmittel wie Fleisch. Alternativ sollte das Brett zwischendurch gründlich gereinigt werden.2

Holzschneidebretter: Vor- und Nachteile

Holzschneidebrett auf Gartentisch mit Messer, mehreren Limetten und blau-weiß gemustertem Geschirrtuch.
„JK Adams Cutting Board“ by Didriks is licensed under CC BY 2.0.

Holzschneidebretter sind messerschonend und können aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften das Wachstum von Keimen hemmen. Laut einer Studie des Instituts für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Freien Universität Berlin (2025) zeigten Holzschneidebretter aus Ahorn beispielsweise, dass nach nur zwei Stunden (auch ohne Reinigung) rund 99,9% der nachweisbaren Kolibakterien reduziert wurden.3

Ein großer Unterschied zu den Nichtholz-Materialien ist außerdem, dass Holzbretter geschliffen werden können, um tiefere Rillen zu beseitigen. Gleichzeitig schließen sich kleine Schnittspuren von selbst, indem das Holz bei Feuchtigkeit aufquellt. Dadurch können Holzbretter viele Jahre halten.

Was sind die Vorteile von Holzschneidebrettern?

+ enthalten antimikrobiell wirkende Gerbstoffe (erschweren Keimwachstum)
+ oberflächige Risse lassen sich abschleifen (Langlebigkeit)
+ Messerschonend
+ Nachhaltiger als Plastik

Was sind die Nachteile von Holzschneidebrettern?

– regelmäßige Pflege nötig
– nicht spülmaschinengeeignet
– empfindlich gegenüber Feuchtigkeit

FAQ & Tipps

Wie pflege ich ein Holzschneidebrett?
  • NICHT in die Spülmaschine stellen! (Verformungen und Risse können entstehen)
  • nur mit warmen Wasser und mildem Spülmittel abwaschen
  • Immer vollständig abtrocknen und niemals zu lange Feucht lassen
  • saubere Bürste statt Schwamm nutzen
  • regelmäßig (je nach Nutzung alle 4-8 Wochen) einölen, sobald das Brett spröde oder rissig wird (Empfehlung: Leinöl, aber auch ein anderes Speiseöl möglich)

Anleitung zum Einölen 4 5 6
1. Abschleifen von Kratzern mit Schleifpapier.
2. Reinige das Brett mit warmen Wasser und mildem Spülmittel.
3. Lasse das Holz komplett trocknen.
4. Trage das Öl mit einem sauberen (Baumwoll-)Tuch auf und lass es ca. 5 Minuten einziehen (ggf. wiederholen).
5. Wenn das Holz gesättigt ist, nimmt es kein Öl mehr auf. Dann kannst du den Überschuss einfach abwischen z.B. mit Küchenpapier.
6. Lasse das Brett nun ca. 24-48 Stunden trocknen.
7. Und schon ist dein Schneidebrett wieder wie neu!

Welches Holz eignet sich am Besten für ein Schneidebrett?

Prinzipiell wird Hartholz wie z. B. Buche, Akazie, Eiche, Kirsche und Nussbaum empfohlen, da diese weniger anfällig für Kratzer und Schnitte sind.7

Worauf muss ich beim Kauf eines Holzschneidebretts achten?
  • Qualitativ gute Holzschneidebretter bestehen aus mehreren verleimten Holzlagen, da sie besonders formstabil sind und sich seltener verziehen als ein Schneidebrett, welches nur aus einem Stück Holz besteht. 8
  • Wichtig ist außerdem, dass wasserfester, lebensmittelechter Leim verwendet wurde, damit das Brett auch bei Feuchtigkeit langlebig bleibt. 9

Bambusschneidebretter: Vor- und Nachteile

Längliches, angeschnittenes Baguette auf einem Bambusschneidebrett.
Jean-Pierre Bazard Jpbazard, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Bambusschneidebretter sind eine beliebte Alternative zu Holzbrettern. Sie bestehen aus schnell nachwachsendem Bambus und überzeugen durch ihre harte, wasserabweisende Oberfläche. Sie sind robust, pflegeleicht und vergleichsweise günstig.

Bambus wächst deutlich schneller nach als klassische Laubbäume und kann bereits nach wenigen Jahren geerntet werden.10

Durch die Verarbeitung vieler verleimter Bambusstreifen sind sie relativ stabil und pflegeleicht. Allerdings ist Bambus härter als einige Holzarten, wodurch Messer schneller stumpf werden können.11

Was sind die Vorteile von Bambusschneidebrettern?

+ nachhaltiger, schnell wachsender Rohstoff
+ meistens günstiger als Holzbretter
+ leicht und trotzdem stabil
+ feuchtigkeitsbeständiger als viele Holzarten
+ weniger Pflegeintensiv als Holzbretter

Was sind die Nachteile von Bambusschneidebrettern?

– nicht spülmaschinengeeignet
– regelmäßiges Einölen notwendig
– kann Messer schneller stumpf machen (härter als manche Holzarten)
– geringe Hitzebeständigkeit
– intensive Gerüche können haften bleiben

FAQ & Tipps

Wie pflege ich ein Bambusschneidebrett?
  • NICHT in die Spülmaschine stellen! (Verformungen und Risse können entstehen)
  • nur mit warmem Wasser reinigen
  • regelmäßig ölen (ca. alle 2-3 Monate).
    Orientieren kannst du dich an der Anleitung zum Einölen für Holzschneidebretter. Bedenke nur, dass das Öl bei Bambusbrettern langsamer und nicht so schnell einzieht.
Worauf muss ich beim Kauf eines Bambusschneidebretts achten?

Pass auf, dass dein Bambusbrett wirklich aus 100% Bambus besteht. Bei Bambus-Kunststoffmischungen kannst du nicht von den Vorteilen profitieren. 12

Warum wird Bambus nicht zu den Holzschneidebrettern gezählt?

Fun Fact: Bambus ist tatsächlich botanisch gesehen gar kein Holzgewächs, sondern ein verholztes Gras!13

Glasschneidebretter: Vor- und Nachteile

Nahaufnahme einer Hand, die ein rohes Hähnchenfilet auf einem Glasschneidebrett mit einem Messer schneidet.
Foto von Amanda Mills, USCDCP auf Pixnio

Küchenbretter aus Glas klingen erstmal perfekt: Sie sind leicht zu reinigen und nehmen weder Gerüche noch Verfärbungen an. Für den täglichen Gebrauch in der Küche sind sie aber nur eingeschränkt geeignet, weil die harte Oberfläche Messer schnell abstumpft. 14 Außerdem klirren sie beim schneiden.15

Dasselbe gilt übrigens auch für weitere Materialien (z.B. Stein oder Edelstahl), die eine sehr harte Oberfläche besitzen.

Was sind die Vorteile von Glasschneidebrettern?

+ nimmt keine Gerüche an
+ verfärbt sich nicht
+ Messer hinterlassen keine Schnitte
+ einfach zu reinigen (spülmaschinengeeignet)

Was sind die Nachteile von Glasschneidebrettern?

– klirrt beim Schneiden
– Glas kann bei starken Stößen springen
– Messer werden vergleichsweise sehr schnell stumpf
– Messer können leichter abrutschen

FAQ & Tipps

Wie pflege ich ein Glasschneidebrett?

Glasbretter sind sehr pflegeleicht.

Sie lassen sich (auch in der Spülmaschine) einfach reinigen. Anders als bei Holz oder Bambus benötigen sie keine spezielle Materialpflege.

Worauf muss ich beim Kauf eines Glasschneidebretts achten?

Sinnvoll sind Modelle aus gehärtetem Sicherheitsglas, weil sie belastbarer sein können.

Sind Schneidebretter aus Glas empfehlenswert?

Da Glasschneidebretter Messer sehr stark abstumpfen lassen, würde ich sie für den regelmäßigen Einsatz als Schneidebrett nur eingeschränkt empfehlen. Als Servierplatte können sie einwandfrei genutzt werden.

Falls ein Glasbrett dennoch zum Schneiden verwendet wird, eignet es sich eher für weiche oder bereits gekochte Lebensmittel.16

Plastikschneidebretter: Vor- und Nachteile

Hand schneidet Limette mit Messer in dünne Scheiben auf gelbem Plastikschneidebrett.
„Knife Cutting Lime on Cutting Board“ by Didriks is licensed under CC BY 2.0.

Plastikschneidebretter zeichnen sich vor allem durch ihre leichte Reinigung und ihren günstigen Preis aus. Sie sind besonders geeignet für Lebensmittel, bei denen starke Gerüche oder viel Feuchtigkeit entstehen.17

Gleichzeitig bilden sich mit der Zeit Schnittspuren, weshalb sie regelmäßig ausgetauscht werden sollten. Laut einer Studie können Schneidebretter aus Kunststoff dazu beitragen, dass wir Mikroplastik in unseren Körper aufnehmen.18

Was sind die Vorteile von Plastikschneidebrettern?

+ pflegeleicht (spülmaschinengeeignet)
+ Messer stumpfen nicht so schnell ab
+ günstig
+ besonders geeignet für feuchte, geruchsintensive Lebensmittel
+ trocknen schnell

Was sind die Nachteile von Plastikschneidebrettern?

– anfälliger für Schnitte und Kerben
– können in der Regel nicht abgeschliffen werden
– minderwertiger Kunststoff kann Messer schneller stumpf werden lassen
– Mikroplastik kann ins Essen geraten

FAQ & Tipps

Wie pflege ich ein Plastikschneidebrett?

Kunststoffschneidebretter können einfach in der Spülmaschine oder mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden.

Bevor sie wieder verwendet oder verstaut werden, müssen die vollständig trocknen.

Sobald starke Gebrauchsspuren sichtbar sind, sollte das Brett ersetzt werden. Das Abschleifen von tiefen Kerben (wie bei Holschneidebrettern) wird von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nicht empfohlen.19

Worauf muss ich beim Kauf eines Plastikbretts achten?

Von Kunststoffbrettern mit antibakterieller Beschichtung ratet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ab. Es ist noch unklar, ob sie für den Menschen gesundheitlich unbedenklich sind. 20

Fazit

Ein „perfektes“ Schneidebrett gibt es nicht. Jedes Material hat verschiedene Stärken und Schwächen. Wer seine Schneidebretter regelmäßig pflegt und bei starken Beschädigungen austauscht, macht alles richtig!

Nach meiner Recherche habe ich zumindest für mich entschieden, mein altes Plastikschneidebrett künftig durch ein Holzschneidebrett zu ersetzen.

Jetzt bin ich gespannt auf eure Erfahrungen: Welches Schneidebrett nutzt ihr am häufigsten und warum? Setzt ihr auf Holz, Kunststoff, Bambus oder vielleicht sogar auf Glas?

Welches Schneidebrett passt zu mir? (Quiz)

In diesem Quiz werden Glasschneidebretter nicht einbezogen, da ich diese prinzipiell eher nicht empfehle.

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Abbildung: © Stanislav Kondatriev / pexels.com

Quellenverzeichnis zu den Fußnoten

  1. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/hygiene-in-der-kueche-lebensmittel-sicher-zubereiten-8338 [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  2. https://podcast.bfr.bund.de/6-unterschatztes-risiko-keime-in-der-kuche-006 [letzter Abruf am 30.07.26] ↩︎
  3. Bischoff, A., Alter, T., & Schoenknecht, A. (2025). Hygienic Evaluation of Wooden Cutting Boards: Microbiological Parameters. Journal of food protection, 88(9), 100576. https://doi.org/10.1016/j.jfp.2025.100576 [letzter Abruf am 02.08.26] ↩︎
  4. https://www.dieholzwarenfabrik.de/blogs/magazin/wie-du-dein-holzbrett-richtig-reinigst-und-pflegst [letzter Abruf am 30.07.2026] ↩︎
  5. https://www.schneidebrett-experte.de/blog/holzschneidebretter-richtig-pflegen-welches-oel-ist-am-besten-geeignet [letzter Abruf am 30.07.2026] ↩︎
  6. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/kuechenutensilien-aus-holz-das-sind-die-vor-und-nachteile-107472 [letzter Abruf am 30.07.2026] ↩︎
  7. https://verbraucherfenster.hessen.de/freizeit-haushalt/wohnen-garten/schneidebretter-aus-holz-darauf-sollten-sie-achten [letzter Abruf am 30.07.2026]  ↩︎
  8. https://verbraucherfenster.hessen.de/freizeit-haushalt/wohnen-garten/schneidebretter-aus-holz-darauf-sollten-sie-achten [letzter Abruf am 30.07.2026]  ↩︎
  9. https://verbraucherfenster.hessen.de/freizeit-haushalt/wohnen-garten/schneidebretter-aus-holz-darauf-sollten-sie-achten [letzter Abruf am 30.07.2026]  ↩︎
  10. https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Bambus [letzter Abruf am 27.07.2026] ↩︎
  11. https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/hauswirtschaft/schneidbretter-und-ihre-eigenschaften [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  12. https://www.aok.de/pk/magazin/nachhaltigkeit/muell-vermeiden/bambusgeschirr-nachhaltig-oder-gesundheitsschaedlich/ [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  13. https://de.wikipedia.org/wiki/Bambus [letzter Abruf am 30.07.2026] ↩︎
  14. https://www.zdfheute.de/ratgeber/schneidebrett-holz-kunststoff-glas-100.html [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  15. https://www.test.de/Kuechenbretter-im-Test-Guenstig-und-gut-schnippeln-6233952-0 [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  16. https://www.t-online.de/leben/essen-und-trinken/essen/id_101006166/schneidebrett-aus-glas-das-sind-die-vor-und-nachteile.html [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  17. https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Schneidebrett-aus-Kunststoff-oder-Holz-Was-ist-besser,schneidebretter100.html [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  18. Himani Yadav, Md Rakib Hasan Khan, Mohiuddin Quadir, Kelly A. Rusch, Partho Pritom Mondal, Megan Orr, Elvis Genbo Xu, Syeed Md Iskander; Cutting Boards: An Overlooked Source of Microplastics in Human Food?. Environ. Sci. Technol. 6 June 2023; 57 (22): 8225–8235. https://doi.org/10.1021/acs.est.3c00924 [letzter Abruf am 02.08.26] ↩︎
  19. https://www.zdfheute.de/ratgeber/schneidebrett-holz-kunststoff-glas-100.html [letzter Abruf am 02.08.26] ↩︎
  20. https://verbraucherfenster.hessen.de/freizeit-haushalt/alltagskompetenzen/hygiene-von-schneidebrettern-besser-holz-oder-plastik [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎

Umwelt schützen im Alltag- 10 einfache Dinge die wirklich etwas bewirken

Bildquelle: Pixabay (lizenzfrei)

Der Klimawandel gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Umwelt im Alltag zu schützen, wird deshalb für immer mehr Menschen zu einem wichtigen Ziel. 

Weltweit nehmen Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen zu, auch in Deutschland werden die Folgen immer deutlicher1. Angesichts dieser Entwicklungen fühlen sich viele Menschen machtlos. Kann das eigene Verhalten überhaupt etwas bewirken?

Die Antwort ist Ja!

Klimaschutz fängt nicht erst bei politischen Entscheidungen oder internationalen Vereinbarungen an. Selbst unser Alltagsleben wirkt sich auf die Umwelt aus. Die Entscheidungen, die wir in Bezug auf unsere Ernährung, unsere Mobilität und unsere Konsumgüter treffen, beeinflussen alle unseren ökologischen Fußabdruck. Eine einzelne Person kann den Klimawandel zwar nicht allein aufhalten, aber viele kleine Veränderungen können zusammen eine große Wirkung erzielen.

In diesem Beitrag erfährst du wie du vom Frühstück bis zum Feierabend Schritt für Schritt nachhaltiger Leben kannst. 

Nachhaltig in den Tag starten

Der erste Kaffee ist fertig, die Tasche ist gepackt und das Frühstück steht auf dem Tisch. Noch bevor du das Haus verlässt, hast du bereits viele Entscheidungen getroffen, die Einfluss auf die Umwelt haben. Schon kleine Gewohnheiten können einen Unterschied machen.

1. Weniger tierische Produkte konsumieren

Nicht jedes Frühstück muss tierische Produkte enthalten. Pflanzliche Alternativen oder ein gelegentlich vegetarisches Frühstück können dazu beitragen, Ressourcen einzusparen. Das Umweltbundesamt hat festgestellt, dass bei der Produktion von auf Soja oder Weizen basierenden Fleischersatzprodukten lediglich etwa 10 % der Treibhausgase emittiert werden, die bei der Herstellung der gleichen Menge Rindfleisch entstehen2. Bereits kleine Veränderungen, wie ein oder zwei fleischfreie Tage pro Woche leisten einen Beitrag zum Klimaschutz.

2. Mehrweg statt Einweg

Eine wiederverwendbare Trinkflasche, Brotdose oder ein Mehrweg- Kaffeebecher begleiten sich dich oft über viele Jahre. Mehrweg ist in der Regel umweltfreundlicher als Einweg, vor allem wenn die Verpackung oft wiederbefüllt wird und regional im Umlauf bleibt. Das gilt besonders für Flaschen; Einweg-Glas schneidet aus Umweltsicht deutlich schlechter ab als Mehrweg-Glas, und bei Mehrwegbechern nennt das Umweltbundesamt mindestens zehn, besser über 25 Nutzungen als Faustregel.3

Klimafreundlich unterwegs

Auch auf dem Weg zur Arbeit oder zur Universität lassen sich einfache Maßnahmen zum Umweltschutz in den Alltag integrieren. Die Wahl des Verkehrsmittels beeinflusst nicht nur den eigenen CO₂-Fußabdruck, sondern auch das Verkehrsaufkommen und den Energieverbrauch. Oft reichen schon kleine Veränderungen aus, um nachhaltiger unterwegs zu sein.

3. Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Der Verkehrssektor gehört zu den größten Verursachern von Treibhausgasemissionen. Bei längeren Strecken lohnt sich der Bus oder Zug im Gegensatz zum Auto4. Für kurze Strecken könntest du das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen und tust ganz nebenbei noch etwas für deine Gesundheit. 

Bildquelle: Pixabay (lizenzfrei)

4. Fahrgemeinschaften bilden

Nicht jede Autofahrt lässt sich vermeiden, aber vielleicht gibt es Personen, die das gleiche Ziel haben. Das Umweltbundesamt gibt für Pkw im Durchschnitt etwa 164 g CO₂-Äquivalente pro Personenkilometer bei typischer Besetzung (rund 1,4 Personen) an. Bildet man eine Fahrgemeinschaft, verteilen sich die Emissionen auf mehrere Personen5. Besonders bei regelmäßigen Pendelstrecken, etwa zur Arbeit oder Ausbildung, auf längeren Distanzen, wo sich die Einsparung pro Kilometer stark summiert und im ländlichen Raum, wo Bus und Bahn selten fahren und das Auto ohnehin nötig ist lohnen sich Fahrgemeinschaften.

Umweltschutz im Einkaufskorb

Nach dem Arbeitsweg steht für viele noch ein Einkauf an. Zwischen den vollen Regalen und der großen Auswahl fällt die Entscheidung für das Klima oft nicht leicht. Doch gerade hier hast du die Möglichkeit, mit jedem Einkauf einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Schon kleine Veränderungen bei der Auswahl von Lebensmitteln und Produkten können langfristig einen großen Unterschied machen.

Bildquelle: Pixabay (lizenzfrei)

5. Regional und saisonal einkaufen

Wenn Produkte zur Saison im Freiland angebaut werden, ist ihr CO₂‑Fußabdruck deutlich niedriger als bei Ware aus beheizten Gewächshäusern oder Flugimporten. Studien zeigen etwa, dass Winter‑Erdbeeren aus dem Gewächshaus einen vielfach höheren CO₂‑Ausstoß haben als saisonale Freilanderdbeeren, und dass ein importierter Apfel aus Übersee etwa doppelt so hohe Emissionen verursachen kann wie ein regionaler Saisonapfel. Besonders ungünstig ist sogenanntes „Flugobst“, das per Flugzeug eingeflogen wird und ein Vielfaches der Emissionen von Schiff‑ oder Lkw‑Transporten verursacht6.

6. Verpackungen vermeiden

Viele Obst- und Gemüsesorten brauchen gar keine zusätzliche Plastikverpackung – sie dient vor allem der Logistik und dem Marketing. Weniger Einwegverpackung bedeutet weniger Ressourcenverbrauch (Erdöl, Energie) und weniger Abfall, der entsorgt oder recycelt werden muss. Gerade dünne Plastikfolien und -schalen werden oft nur einmal genutzt und landen dann im Restmüll oder als Plastikmüll in der Umwelt. Inzwischen gibt es sogar schon mehrere „Unverpackt- Läden“ in denen Kund:innnen ihre eigenen Verpackungen mitbringen können7.

7. Bewusst einkaufen

Wer Mahlzeiten im Voraus plant und eine Einkaufsliste schreibt, kauft deutlich seltener auf Verdacht oder aus einem Impuls heraus Dinge, die später ungenutzt verderben. Das reduziert Lebensmittelabfälle, und damit auch die Ressourcen, die für Anbau, Verarbeitung, Transport und Kühlung dieser Produkte eingesetzt wurden.  Gute Einkaufsplanung ist ein zentraler Schritt um weniger wegzuwerfen und dadurch Klima, Böden und Wasser zu schützen. 8

Umweltschutz im Alltag zu Hause

Wieder zu Hause beginnt endlich der Feierabend. Es wird geduscht, gekocht und vielleicht noch die Lieblingsserie weitergeschaut. Doch auch in den eigenen vier Wänden gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Umwelt zu schonen. Mit kleinen Veränderungen im Alltag kannst du Energie und Wasser sparen und so deine Ökobilanz verbessern.

8. Licht ausschalten

Oftmals vergisst man schnell das Licht auszuschalten, wenn man einen Raum verlässt, doch hier lässt sich so viel Energie einsparen. Achte darauf, ob du das Licht gerade wirklich brauchst, und hänge dir, wenn es dir hilft, einen kleinen Zettel neben die Tür. Du könntest auch über die Anschaffung von LED- Lampen nachdenken. Klassische Glühbirnen setzen nur etwa einen kleinen Teil der aufgenommenen Energie in Licht um, der Rest wird als Wärme „verheizt“. LEDs nutzen einen viel größeren Anteil des Stroms für Licht und kommen je nach Quelle auf etwa 80–90% weniger Stromverbrauch bei gleicher Helligkeit. Eine Glühlampe mit zum Beispiel 60–75 Watt lässt sich oft durch eine LED mit etwa 8–10 Watt ersetzen, ohne dass es merklich dunkler wird.9

9. Wassersparend duschen

Du könntest einen wassersparenden Duschkopf einbauen, der den Wasserdurchfluss reduziert. Wenn du weniger Wasser nutzt, muss weniger Wasser gefördert, aufbereitet, verteilt und später als Abwasser gereinigt werden. Dafür werden Pumpen, Aufbereitungsanlagen und Klärwerke betrieben, die Energie verbrauchen und so Treibhausgase verursachen; jede eingesparte Wassermenge senkt diesen Energiebedarf und damit auch die CO₂‑Emissionen10. Gleichzeitig werden Flüsse, Seen und Grundwasser weniger belastet, was Lebensräume für Tiere und Pflanzen stabiler hält und Übernutzung oder Absenkung von Grundwasserspiegeln vorbeugt – gerade in trockeneren oder empfindlichen Regionen ist das wichtig.

8. Stoßlüften statt Dauerlüften

Besonders im Sommer wird es im Zimmer oft warm und das Fenster bleibt auf Kipp, allerdings erhöhen dauerhaft gekippte Fenster den Energieverbrauch drastisch. Ein gekipptes Fenster bewirkt einen konstanten Luftaustausch, bei dem warme Raumluft nach draußen entweicht und kalte Außenluft nachströmt. Die Heizung muss diese einströmende kalte Luft immer wieder aufwärmen, was den Energiebedarf deutlich erhöht11. Besser ist es, du öffnest mehrere deiner Fenster für kurze Zeit weit.

Ein Tag ist geschafft, und morgen?

Der Klimawandel lässt sich nicht mit einer einzigen Handlung aufhalten – aber jede Veränderung beginnt mit einem ersten Schritt. Suche dir am besten einen oder zwei Tipps aus diesem Beitrag aus und probiere sie in deinem Alltag aus. Oft sind es die kleinen Gewohnheiten, die langfristig den größten Unterschied machen. Welchen Tipp möchtest du als Erstes umsetzen?

Quellen:

  1. https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klimawandel-folgen-deutschland-100.html
  2. https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/fleischersatz-auf-pflanzenbasis-bester-umweltbilanz
  3. https://www.bundesumweltministerium.de/faq/wie-ist-die-oekobilanz-von-mehrwegbechern-im-vergleich-zu-einwegbechern-sind-mehrwegbecher-tatsaechlich-oekologisch-besser-als-einwegbecher
  4. https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr/wie-umweltfreundlich-sind-auto-zug-schiff-co-im
  5. https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/366/bilder/dateien/vtv_2024_pv_tab_pdf.pdf
  6. https://www.hs.mh.tum.de/fileadmin/w00bbr/sportdidaktik/Forschung/Klima_bewegt_/Hintergrundinfos/Saison-Laufspiel_HGI.pdf
  7. https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/ressourcenschonung/einzelhandel-und-umwelt/32307.html
  8. https://www.zugutfuerdietonne.de/tipps-fuer-zu-hause/gut-planen
  9. https://www.verbund.com/de/privat/themenwelten/energie-wiki/energiesparlampe-led
  10. https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-bewirtschaften/wassersparen
  11. https://www.srf.ch/audio/ratgeber/richtig-lueften-beim-heizen?id=e6c2b9ce-9c32-447f-84ab-8fe1d8d9ce54