Die eigene Büchersammlung digitalisieren: SuB, Leselisten und Statistiken im Griff

Foto aus meinem privaten Bücherregal
Abb. 1

Egal ob Comic-Nerd, Bücherfreund oder Manga-Sammler – wir alle kommen irgendwann an den Punkt, an dem wir uns Fragen stellen wie: Welche Bücher habe ich schon gelesen? Wie fand ich den zweiten Band von „Der Herr der Ringe“? Oder auch: Wie viele Bücher bzw. Mangas und Comics besitze ich überhaupt? Dann geht man auf die Suche nach einem passenden Tool, das einem hilft, diese Fragen zu beantworten – und stellt fest, dass es gar nicht so leicht ist, etwas Passendes für die eigenen Bedürfnisse zu finden.

Dieser Artikel soll dabei keine allgemeingültigen Wahrheiten darstellen, sondern bibliophilen Lesern helfen, einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zu bekommen, wie du deine eigene kleine Bibliothek digitalisieren und tracken kannst.

Tja, dafür gibt es keine Standard-Antwort: Willst du wissen, wie groß deine Sammlung ist, und nicht jeden Monat neu am Regal stehen um alles nachzuzählen? Dann wäre eine schriftliche Auflistung, die du bei jedem Neu- und Verkauf aktualisieren kannst, samt gezählter Summe der Bände ja ganz praktisch, oder?

Du brauchst einen Überblick über die fehlenden Bände deiner Comic-Reihen, damit du in der nächsten Buchhandlung einfach und bequem nachschauen kannst, was dir noch fehlt, um die Serie abzuschließen oder zu vervollständigen? Dann wäre eine Bestandsliste auf dem Handy ganz nützlich – entweder in Form einer App oder einer Tabelle, die über Cloud-Dienste mit deinen anderen Geräten zuhause verbunden ist.

Du bist einfach ein Statistik-Junkie und analysierst gerne deine Vorlieben in Form von gelesenen Tropes und Genres, oder welchen Verlag du am meisten liest? Dann müssen wir die harten Geschütze auffahren – mit einer ausführlichen Excel-Datei oder gleich einem selbstgeschriebenen Programm, das deine Sammlung ordentlich katalogisieren kann wie eine gute Bibliothek.

Zuerst musst du dir die Frage stellen, was du überhaupt tracken möchtest. Ist schlicht die Anzahl und die Titel der Sammlung wichtig, oder möchtest du vielleicht sogar einen kleinen statistischen Überblick bekommen? Sollen Anmerkungen und Bewertungen möglich sein, und möchtest du vielleicht auch Vorschläge für ähnliche Titel bekommen?

Je nachdem, wie umfangreich deine eigenen Bedürfnisse sind, kann bereits eine simple Word-Datei ausreichen, um dir einen groben Überblick über die vorhandenen Titel zu verschaffen. Möchtest du mehr in die Tiefe gehen und fast schon eine bibliotheksähnliche Analyse deiner Sammlung erstellen, werden dir frei zugängliche Apps und Webseiten kaum reichen, und du solltest dir Gedanken machen, ein eigenes „Programm“ zu coden. Das klingt erst einmal kompliziert und überfordernd, für manche vielleicht auch übertrieben – allerdings erleichtert uns KI heutzutage den Zugang zum Programmieren und bietet einen einfachen Einstieg für alle, sich maßgeschneiderte Anwendungen zu erstellen. Eben auch, um die eigene Bibliothek digital zu organisieren.

Hier eine kleine Einteilung in die Komplexität von verschiedensten Daten (kein Anspruch auf Vollständigkeit!):

Das stellt lediglich eine Auswahl an Kategorien dar und hängt davon ab, was dir wirklich wichtig ist zu erfassen. Dabei sollte auch immer bedacht werden: Je mehr Informationen ich aufgeschlüsselt haben möchte, umso mehr Zeit muss ich auch in diese Liste investieren – und das immer wieder! Bei jedem Kauf von neuen Büchern, bei jedem Verkauf einer Comic-Reihe und so weiter. Deshalb solltest du dir von Beginn an Gedanken über den Umfang deiner Liste machen. Natürlich kannst du auch erst einmal rumprobieren und viele Kategorien reinpacken – du wirst nach den ersten paar erfassten Bänden merken, was dir wirklich wichtig ist. Und später kannst du die für dich unnötigen Kategorien auch wieder löschen.

Word-Datei

Abb. 2: meine eigene Word-Liste von 2013

Am simpelsten ist immer noch die Word-Datei um seine Büchersammlung zu digitalisiseren: einfach Word öffnen und dann alphabetisch die eigene Sammlung erfassen. Zugegebenermaßen klingt das ziemlich vorsintflutlich – und das ist es auch. Punkt. Aber es hat durchaus seine Daseinsberechtigung: Wenn du nur eine Auflistung deiner Bücher willst, ist eine Word-Datei leicht umzusetzen und erspart dir eine Menge Zeit.

Du fängst mit einem Titel pro Zeile an. Wenn du magst, kannst du sogar in Klammern oder nach einem Tab-Stopp den Autor einfügen. Du kannst einfach der Reihe nach durch dein Regal gehen und jeden Titel dem Alphabet nach in deine Liste einordnen.

Außerdem ist diese Liste eine gute Möglichkeit, deinen Bestand zu kopieren und zum Beispiel in Buch-, Comic- oder Manga-Foren zu posten und zu teilen. Und keine Sorge: Eine Word-Liste funktioniert auch bei großen Sammlungen erstaunlich gut, denn über die Suchfunktion findest du jeden Titel in Sekunden. Ich habe 2012 selbst eine solche Liste meiner Mangasammlung erstellt, um sie in genau solchen Foren zu teilen und einen einfachen Überblick zu behalten – damals dürften es geschätzt schon um die 700 Serien gewesen sein. Irgendwann habe ich sie aber nicht mehr weitergepflegt. Der Grund war allerdings nicht die Größe, sondern dass sie eine zusätzliche Auflistung zu meiner bestehenden Excel-Liste (auf die ich gleich näher eingehe) war. Diese Doppelpflege wurde mit der Zeit einfach zu umständlich und zeitintensiv, und als die Foren-Nutzung wegfiel, gab es keinen Grund mehr, sie weiterzuführen.

Excel-Datei

Abb. 3: meine Excel-Liste, die ich heute noch Pflege

Dies war die erste Methode, die ich mir selbst angeeignet habe. Die Liste wird bis dato von mir gehegt und gepflegt, da sie für mich gut funktioniert. Ich kann sie jederzeit erweitern, wenn mir andere Punkte wichtig werden.

Abb. 4: Das Statistik-Blatt aus meiner Excel-Datei

Eine Excel-Datei bietet die Möglichkeit, kleine Statistiken zu führen, wie beispielsweise den gesamten Bestand zu zählen und verschiedene Kategorien auszuwerten. Wenn du dir Fragen stellst, die dein Leseverhalten betreffen, solltest du über eine Excel-Tabelle nachdenken. Man kann hier sehr schön auflisten, wie viele Bücher bzw. Bände bereits gelesen wurden, welches Genre wie oft vorhanden ist, wie hoch der Gesamtwert (nach Neupreis oder auch real bezahltem Preis) ist oder andere Dinge, die dir wichtig sind.Das Schöne ist auch, dass man verschiedene Excel-Blätter in einer Datei erstellen kann. Das ermöglicht es dir zum Beispiel, deine Statistik auszulagern und dadurch einen direkten Zugriff auf einen Blick zu haben, ohne bis ans Ende deiner Liste zu scrollen.

=SUMME – alle Werte aus einem von dir bestimmten Zellenbereich werden addiert und die Summe in der Zelle mit der Formel wiedergegeben.

=ZÄHLENWENN – möchtest du beispielsweise wissen, wie viele Bücher du gelesen hast, kannst du ganz einfach eine Spalte nehmen und ein „X“ oder „gelesen“ eintragen. Am Ende der Spalte setzt du die =ZÄHLENWENN-Formel ein, markierst den Zellenbereich, der überprüft werden soll, und gibst dann in Anführungszeichen an, unter welcher Bedingung (also deinem „X“ oder „gelesen“) er die Zellen zählen soll. So siehst du die Anzahl deiner gelesenen Bücher bzw. Bände.

Diese zwei Formeln reichen für eine Vielzahl von Statistiken aus, und ich gebe ehrlich zu: Meine Tabelle benutzt auch nicht mehr als diese zwei Formeln. Zu der Zeit, als ich 2010 die Tabelle erstellt habe, wusste ich nicht viel mehr von Excel.

Wer dazu einen guten Überblick möchte, dem kann ich nur diesen Überblick über die grundlegendsten Formeln empfehlen.

Apps

Ich habe mich lange nicht an Apps rangetraut, weil es für meinen Bedarf kaum eine Anwendung gab, die mir weitergeholfen hätte. Meine Sammlung umfasst sowohl Bücher als auch Mangas, daher hätte ich gerne eine hybride Lösung gefunden. Auch heute ist es nicht so einfach, eine App zu finden, die hybride Sammlungen erfassen kann. Freunde dich also gleich mit dem Gedanken an, dass du für Bücher, Comics und Mangas jeweils eigene Apps brauchst, um alles ordentlich verwalten zu können. Ein weiteres Manko für mich war, dass viele Apps damals mit dem Amazon-Katalog verbunden waren, weswegen es bei ausgefallenen, alten oder gar nicht mehr gehandelten Exemplaren schwierig war, diese zu tracken. Aus diesen Gründen habe ich es damals aufgegeben, eine passende App für mich zu finden, und bin bei meiner Excel-Liste geblieben.

Heutiger Stand

Heutzutage sind Apps ausgereifter und teilweise auch mit tausenden Bibliothekskatalogen der ganzen Welt verbunden (siehe Goodreads-Blog zu den neuen Datenquellen). Darum lohnt sich wieder ein Blick darauf.

Der größte Pluspunkt von Apps zur Bücherverwaltung ist ganz klar der Barcodescanner. Innerhalb kurzer Zeit kannst du deine Sammlung komplett erfassen – und alles ist dabei: Cover, Titel, Autor, Preis, Beschreibung … Besonders wenn du keine Zeit oder Lust hast, dich stundenlang mit deiner Buchverwaltung auseinanderzusetzen, solltest du dich für eine App entscheiden. Unterwegs hast du gleich alles dabei, kannst dir Wunschlisten anlegen und einfach mal nebenbei ein Buch dafür einscannen. Done.

Tests verschiedener Apps

Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich hier wirklich nur auf Apps eingehe, bei denen die Verwaltung von Büchern im Vordergrund steht. Es gibt auch eine Menge Angebote im Bereich Lese-Tracking, Empfehlungslisten, Lesetagebuch, Motivation und vieles mehr. Reine Tracking- und Social-Reading-Apps wie Goodreads oder READO habe ich deshalb bewusst außen vor gelassen – darum soll es hier nicht gehen. Und zu Manga- und Comic-Verwaltungs-Apps gibt es meines Erachtens keine guten Alternativen. Hierfür gehe ich nachher auf Webseiten mit entsprechenden Datenbanken ein, die für die Benutzung vorteilhafter sind.

Getestet habe ich die Apps anhand von fünf Beispielbüchern aus meinem Bestand, von denen ich weiß, dass sie schwer zu finden sind. Die folgende Tabelle gibt dir einen schnellen Überblick, darunter gehe ich auf meine drei Favoriten noch etwas genauer ein.

AppErkennungCoverDatenRegale Lese-StatistikenWeitere StatistikenSpracheKurzfazit
LibraryThing5/54/5sehr hochjajajadeTestsieger – riesige Datentiefe, aber die vielen Zusatzfelder kosten Zeit
Book Track5/53/5mittelneinjajadeStark für Statistik-Fans (Lesekalender, Kaufstatistik), aber keine Gruppen
BookBuddy4/51/5mitteljajajadeViele Felder, aber ISBN mit „X“ wird nicht erkannt, viel Handarbeit
Bibliofy5/51/5mitteljaneinneindeteils falsche Angaben, Regal muss erst in einem gescannten Buch erstellt werden
Bookshelf5/53/5geringjaNur ProNur ProdeScannt auch getippte ISBN, vieles nur in der Pro-Version
MeineBibliothek5/50/5geringneinjaneindeGoogle-Books- & DNB-Anbindung, aber keine Cover
Libib*1/10/1geringjaneinneindeNur Barcode-Suche, nicht auffindbare Bücher müssen selbst erstellt werden
BookstatsdeTest nicht möglich – Suche ließ sich nicht verbinden

*Bei Libib wurde kein einziges meiner Bücher gefunden, weshalb ich „Kung-Fu Girl Juline Bd. 5“ als Ersatzdatensatz genommen habe, um wenigstens die Funktionen zu vergleichen.

Webseiten

Webseiten sind eine nützliche Ergänzung: als Nachschlagewerk, zur Vernetzung und gerade für Nischen wie Comics und Mangas eine hervorragende Alternative zu Apps. Da mir persönlich die Erfahrung im Comic-Bereich fehlt und für normale Romane meiner Meinung nach Apps schlicht die bessere Wahl sind, möchte ich hier nur auf Manga-Datenbanken eingehen.

Für mich DIE Datenbank im Manga-Bereich. Sie umfasst so gut wie alle Informationen, die man über eine Serie erfassen kann. Durch das Wiki-Prinzip der Seite können Nutzer die Daten selbst weiter ergänzen. Dank der großen Nutzer-Gemeinschaft (über 850.000 registrierte Nutzer!) aus allen Ecken der Welt sind selbst Titelübersetzungen erfasst, sodass du Serien auch unter ihrem deutschen Release-Titel findest. Gelistet werden nicht nur in Bänden veröffentlichte Manga-Serien, sondern auch Kurzgeschichten, Artbooks (gesammelte Illustrationen eines Künstlers), Novels und mehr. Die riesige Schlagwort-Kartei erleichtert die Suche nach Tropes und Settings, wenn du neues Lesefutter brauchst. Für mich ist MU seit mittlerweile 15 Jahren die erste Anlaufstelle – und wird es auch bleiben.

Lass dich nicht vom Namen abschrecken: ursprünglich war die Seite als Anime-Datenbank konzipiert und ist es nach wie vor. Aber mit der Zeit kam auch eine Manga-Datenbank dazu. Der Social-Network-Faktor bei MAL ist sehr groß, die Nutzung ist eher auf „Vergleiche dich mit deinen Freunden“ ausgelegt, und zu jeder Serie gibt es zusätzlich eine Auflistung der Charaktere. Dafür findest du nur die wichtigsten Serien-Infos – und auch nur Serien, die in Tankōbon erschienen sind (die japanische Bezeichnung für ein Buch, das mehrere Manga-Kapitel zusammenfasst). Ich führe auch bei MAL eine Liste meiner Mangas, aber eher aus dem Vernetzungs-Gedanken heraus.

Abschließend möchte ich noch auf eine deutsche Datenbank eingehen. Hier wird JEDER Manga mit einer deutschen Veröffentlichung gelistet. Die Seite wird nach wie vor wöchentlich aktualisiert, es gibt einen Newsletter und die Möglichkeit, Serien nach Mangaka (Autor) oder Verlag zu durchsuchen. Leider habe ich die Seite zu spät für mich entdeckt: Es lohnt sich für mich nicht mehr, eine zusätzliche Datenbank zu pflegen, zumal meine Sammlung mehr als nur deutsche Veröffentlichungen enthält – es wäre also nur ein höherer Zeitaufwand. Wer aber seine deutsche Sammlung katalogisieren möchte, ist mit dem Incomplete Manga Guide sehr gut beraten und sollte einen ersten Blick darauf werfen.

Es gibt noch weitere Seiten wie Animexx oder aniSearch. Zu deren Qualität kann ich aber nichts sagen, da ich sie im Gegensatz zu den drei genannten kaum bis gar nicht benutzt habe. Schau dich einfach um und sammle Erfahrung, was dir gefällt und leichtfällt. Nur weil die vorgestellten Seiten für mich das Optimum bieten, muss das nicht für dich gelten.

Wer es komplett nach den eigenen Wünschen haben will und bei fertigen Apps an Grenzen stößt, für den ist ein selbstgebautes Programm die nächste Stufe. Mein Traum war es früher, mir selbst so eine Anwendung zu schreiben, aber leider bin ich nicht die geübteste, was das Programmieren angeht. Dank KI leben wir jetzt in einem Zeitalter, in dem es jedem möglich ist, sich für die ganz persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen erstellen zu lassen – ganz ohne Kenntnisse von Java, C++, Python und Co.

Prompts zum Ausprobieren

Ich werde hier bewusst nicht auf die Vor- und Nachteile von künstlicher Intelligenz und eventuelle Risiken eingehen, denn das muss jeder für sich selbst entscheiden – ob und wie viel man mit KI arbeiten möchte. Es geht mir darum, eine kleine Hilfe zu geben, welche Prompts funktionieren können. Wichtig war mir dabei, dass sie von jedem individuell anpassbar sind. Deshalb gebe ich dir zwei Beispiele, die du auch direkt so nutzen kannst, um ein Gefühl für die Sache zu bekommen – vieles ist einfach Trial & Error, besonders wenn man auf die kostenlosen Versionen von ChatGPT, Gemini, Claude und Co. angewiesen ist.

Hier ist noch viel Platz für eigene Kriterien, aber du kannst auch direkt damit loslegen und dir anschauen, was deine KI daraus macht.

Diesen Prompt habe ich nach meinen Bedürfnissen und meiner Sammlung gestaltet. Getestet habe ich ihn mit ChatGPT, und hier will ich gleich ehrlich mit dir sein: Dieser detaillierte Prompt funktioniert vermutlich nicht bei einer kostenlosen Nutzung – egal bei welcher KI. ChatGPT hat mir zurückgegeben, dass dieser Anspruch an den Code gut 15.000 Zeilen lang werden kann. Das lässt sich nicht in einem kostenlosen Chat wiedergeben und müsste scheibchenweise erfolgen.

Fazit

Es gibt keinen goldenen Weg: Einfach mal etwas ausprobieren und schauen, ob man damit klarkommt – das ist der beste Tipp, den ich dir geben kann.

Ich habe zu einer Zeit angefangen (2010), als es selbst noch keine richtigen Apps dafür gab oder gar KI, die einem beim Coden hilft. Daher habe ich mich so an meine Excel-Liste gewöhnt, dass sie für mich „der richtige Weg“ ist. In Zukunft werde ich aber auch mit dem einen oder anderen Tool herumspielen, und das kann ich dir nur raten.

Offen bleiben für neue Ideen, aber auch immer den eigenen Bedarf im Auge behalten. Will ich einfach nur wissen, welche Bücher ich habe, reicht sogar eine schlichte, alphabetische Word-Datei. Möchte ich von überall darauf zugreifen, sollte ich Cloud-Dienste in Erwägung ziehen oder es schlicht über eine App organisieren. Je spezifischer ich aber die Liste halten und das eine oder andere Nischen-Thema tracken möchte, umso eher bleibt der Weg über selbst gestaltete Tabellen oder Programme nicht aus, um das darstellen zu können.

  • Abb. 1: eigener Screenshot
  • Abb. 2: eigener Screenshot
  • Abb. 3: eigener Screenshot
  • Abb. 4: eigener Screenshot

Mehr als Monopoly: Moderne Brettspiele erfinden den Spieleabend neu

Draufsicht auf eine Partie des Spiels Azul.

Drei Trends zeigen, wie moderne Brettspiele den Spieleabend verändern und warum es sich lohnt, wieder gemeinsam zu spielen.

Messestände und zahlreiche Personen in einer Messehalle auf der Spiel in Essen.
Spiel Essen 2024: Halle 6, Messe Essen. Foto: Schrapers via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Über 220.000 Menschen pilgern jedes Jahr nach Essen zur weltweit größten Brettspielmesse SPIEL. Jahr für Jahr erscheinen mehr als 1.000 neue Brettspiele. 1 Deutschland ist längst das Zentrum einer Szene, die so kreativ und vielfältig ist wie nie zuvor. Trotzdem landen bei vielen Spieleabenden noch immer dieselben Klassiker auf dem Tisch.

Das ist kaum verwunderlich. Monopoly, Catan oder Mensch ärgere dich nicht haben Generationen geprägt und gehören für viele einfach zum Spieleabend dazu. Doch das moderne Brettspiel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant weiterentwickelt. Neue Spielmechanismen, kooperative Konzepte und erzählerische Themenwelten sorgen heute für Erlebnisse, die weit über das klassische Würfeln und Ziehen hinausgehen.

Wer länger keine neues Spiel mehr ausprobiert hat, dürfte überrascht sein, wie viel sich in der Szene getan hat. Dieser Artikel wirft einen Blick auf drei aktuelle Trends und stellt jeweils ein Spiel vor, das sie besonders gut verkörpert.

Was machen moderne Brettspiele anders als Klassiker?

Viele Klassiker haben ähnliche Grundprinzipien gemeinsam: Würfelglück spielt eine große Rolle, ausgeschiedene Spieler müssen lange warten oder der Ausgang steht schon weit vor Spielende fest. Trotz dessen bleibt der Reiz dieser Klassiker hoch und vielen gefällt das Gefühl des Bekannten.

Monopoly Spielbrett
Monopoly-Spielbrett. Foto: Suzy Hazelwood auf Pexels

Gleichzeitig zeigt modernes Spieldesign, dass es auch anders geht. Entscheidungen haben oft mehr Gewicht, alle bleiben bis zum Schluss beteiligt und selbst Niederlagen können spannende Geschichten erzählen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Kulturwandel: Der Erfolg der SPIEL in Essen zeigt: Brettspiele sind längst ein vielseitiges Kulturgut, das Menschen aller Generationen begeistert.

Out with the old: Klassiker wecken zwar Nostalgie, frustrieren aber oft durch fehlende Einflussmöglichkeiten, lange Spielzeiten oder gar vorzeitiges Ausscheiden.

In with the new: Modernes Spieldesign setzt auf Kooperation, starke Geschichten und smarte App-Unterstützung, die das Spielerlebnis auf ein neues Level heben.

Welche Entwicklungen prägen moderne Brettspiele?
3 Trends – 3 Spiele

Der Trend: Miteinander statt gegeneinander

Ein wenig ironisch: Selbst Monopoly wurde von seiner Erfinderin Elizabeth Magie Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer zweiten, kooperativen Regelvariante entworfen, bei der Wohlstand geteilt wurde. Durchgesetzt hat sich das damals nicht. 2

Über ein Jahrhundert später zeigt sich: Der kooperative Gedanke ist heute erfolgreicher denn je. Das beweist unter anderem der Siegeszug der bekannten EXIT-Rätselspiele, die Monopoly als erfolgreichste Brettspielmarke abgelöst haben. 3 Gemeinsam gewinnen fühlt sich eben einfach besser an, als sich gegenseitig in den Ruin zu treiben!

Das Spiel: Sky Team

KEY FACTS

👥 Spieler: 2 Personen | ⏱️ Dauer: ca. 20 Min. | 🎂 Alter: ab 10 Jahren
🏆 Auszeichnung: Spiel des Jahres 2024 | ✍️ Autor: Luc Rémond
🏢 Verlag: KOSMOS

Spielmaterial des Spiels Sky Team auf einem Tisch
Foto: Patrick Hüttmann (Privataufnahme)

Ein wunderbarer Vertreter dieses Genre ist das Spiel des Jahres 2024: Sky Team. Hier übernehmen zwei Personen die Rollen von Pilot*in und Co-Pilot*in, um ein Passagierflugzeug gemeinsam sicher zu landen.

Der besondere Kniff: Jede Runde würfelt ihr verdeckt eure Würfel und platziert sie abwechselnd auf dem Cockpit-Spielplan, um Triebwerke zu regulieren oder die Balance zu halten.

Doch während des Sinkflugs herrscht absolute Funkstille – ihr dürft euch nicht absprechen! Nur anhand der gesetzten Würfel müsst ihr erraten, was euer Gegenüber als Nächstes plant. Schafft ihr gemeinsam die Punktlandung? 4

Der Trend: Das Smartphone spielt mit

Lange galten Smartphones am Spieltisch als unerwünschte Ablenkung. Heute werden sie bei immer mehr Brettspielen bewusst zum Teil des Spielerlebnisses.

App-gestützte Spiele verbinden analogen Spielspaß mit digitalen Komfortfunktionen, ohne das eigentliche Brettspiel zu ersetzen. Stattdessen übernehmen sie Aufgaben wie die Steuerung von Gegnern, die Verwaltung komplexer Spielabläufe oder das Berechnen von Spielwerten im Hintergrund.

Spielmaterialien des Spiels Boss Fighters QR und ein Tablet auf einem Tisch.
Foto: Patrick Hüttmann (Privataufnahme)

App-Einbindungen zählen inzwischen zu den spannendsten Entwicklungen der Brettspielszene. Wer den Spieleabend als digitale Auszeit versteht, darf den nächsten Abschnitt getrost überspringen. Für alle anderen folgt ein spannender Vertreter dieses Trends!

Das Spiel: Boss Fighters QR


KEY FACT

👥 Spieler: 1–4 Personen
⏱️ Dauer: ca. 30–60 Min.
🎂 Alter: ab 10 Jahren

📱 Besonderheit: App-gestützt
✍️ Autoren: Michael Palm & Lukas Zach
🏢 Verlag: Pegasus Spiele

Cover der Spielschachtel von Boss Fighters QR.
Foto: Patrick Hüttmann (Privataufnahme)

Boss Fighters QR vereint gleich zwei Trends in einem Spiel: Kooperativ stellt ihr euch mächtigen Boss-Gegnern, unterstützt von einer App, die sich nahtlos ins Spielgeschehen einfügt.

Waffen, Zauber und Gegenstände spielt ihr als Karten aus und scannt den QR-Code auf der Rückseite einfach mit der Frontkamera eures Smartphones oder Tablets. Die App wertet eure Aktionen aus, steuert die Bosse und reagiert sofort auf eure Entscheidungen.

Dadurch entstehen dynamische Kämpfe, bei denen jeder Boss eine eigene Taktik verfolgt. Nur wenn ihr zusammenarbeitet, sein Verhalten durchschaut und eure individuellen Fähigkeiten geschickt kombiniert, könnt ihr den Sieg erringen. 5

Der Trend: Immersive Themenwelten

Lange Zeit waren Spiele wenig thematisch oder trugen nur bekannte Namen auf der Schachtel, ohne dass man in ihnen in die entsprechende Welt eintauchen konnte. Nehmen wir uns zum Abschluss noch ein Spiel mit bekannter Lizenz vor, dem dies besonders gut gelingt – ein Strategiespiel im Dune-Universum.

Spielmaterial des Spiels Dune Imperium auf einem Tisch.
Foto: Patrick Hüttmann (Privataufnahme, bearbeitet)

Gerade bei Strategiespielen ist eine stimmungsvolle Welt keine Selbstverständlichkeit. Lange Zeit dienten Themen lediglich als Rahmen. Ob mittelalterliche Stadt, antikes Reich oder Weltraum – das Spiel hätte meist genauso gut in einem anderen Setting funktioniert…

Das Spiel: Dune Imperium – Uprising

KEY FACTS

👥 Spieler: 1–6 Personen | ⏱️ Dauer: ca. 60–120 Min.
🎂 Alter: ab 13 Jahren | 🏜️ Besonderheit: Strategie & Dune-Feeling
✍️ Autor: Paul Dennen | 🏢 Verlag: Dire Wolf

Cover der Spielschachtel von Dune Imperium - Uprising.
Foto: Patrick Hüttmann (Privataufnahme, bearbeitet)

Bei Dune Imperium – Uprising ist die Lizenz nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern ein zentraler Bestandteil des Spiels. Hier greifen Thema und Mechanik ineinander. Bündnisse mit den Fraktionen, der Kampf um das Spice und bekannte Figuren aus dem Dune-Universum sind nicht bloße Dekoration, sondern bestimmen, wie sich das Spiel spielt.

Dafür verbindet das Spiel zwei moderne Mechanismen: „Deck-Building“ (den schrittweisen Aufbau eines eigenen Kartendecks) und „Worker-Placement“ (das strategische Entsenden von Figuren auf den Spielplan). Das macht Dune Imperium – Uprising zum anspruchsvollsten der hier vorgestellten Spiele – aber auch zu einem besonders immersiven Erlebnis. 6

Der nächste Spieleabend wartet

Wer lange keinen Spieleabend mehr veranstaltet hat, sollte den Klassikern ruhig einmal eine Pause gönnen und etwas Neues ausprobieren. Neben den vorgestellten Titeln bieten auch Bibliotheken, Spielecafés und der lokale Fachhandel tolle Anlaufstellen, um neue Spiele kennenzulernen.

Brettspiele sind heute so vielfältig wie nie zuvor. Ob kooperative Herausforderungen, strategischer Wettstreit oder erzählerische Abenteuer – für nahezu jede Spielrunde gibt es das passende Spiel. Das beste Brettspiel ist dabei nicht unbedingt das bekannteste, sondern das, was genau zu euch passt.

Am Ende geht es vor allem darum, gemeinsam Zeit zu verbringen, miteinander zu lachen, zu tüfteln und Geschichten zu erleben, an die man sich noch lange erinnert. Also verabredet euch und spielt mal wieder. Es ist Zeit für den nächsten Spieleabend!

Gruppe von Freunden an einem fröhlichen Spieleabend an einem Tisch
Spieleabend. Foto: Pavel Danilyuk auf Pexels

Welches Brettspiel darf bei eurem nächsten Spieleabend nicht fehlen?
Schreibt es gern in die Kommentare!

Patrick Hüttmann, August 2026

Quellen

  1. Spielwarenmesse eG (2025): SPIEL Essen: Weltgrößtes Spielefest bricht Besucherrekord nach vier ausverkauften Tagen. Online unter: https://spielwarenmesse-group.com/aktuelles/presse-news/detail/spiel-essen-weltgroesstes-spielefest-bricht-besucherrekord-nach-vier-ausverkauften-tagen/ ↩︎
  2. SWR, Bernhard Seiler (2025): 90 Jahre Monopoly – obwohl: „Das Spiel ist eigentlich langweilig“. Online unter: https://www.swr.de/swraktuell-radio/monopoly-spiel-erfinder-vermoegen-100.html ↩︎
  3. Aargauer Zeitung, Anna Raymann (2023): Friedliche Feiertage garantiert dank Brettspielen: Macht uns das gemeinsame Spielen zu besseren Menschen? Online unter: https://www.aargauerzeitung.ch/kultur/mit-statt-gegeneinander-der-trend-beim-spiel-geht-zur-kooperation-das-sorgt-fuer-friedliche-feiertage-ld.2553612 ↩︎
  4. Kosmos: Sky Team. Online unter: https://www.kosmos.de/products/sky-team ↩︎
  5. Pegasus Spiele: Boss Fighters QR. Online unter: https://pegasus.de/Boss-Fighters-QR-Nominiert-Kennerspiel-2026/51270G ↩︎
  6. Asmodee: Dune Imperium – Uprising. Online unter: https://www.asmodee.de/produkte/dune-imperium-uprising ↩︎

Bildquellen

Beitragsbild: Pavel Danilyuk auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/photo/hands-playing-board-games-8111328/

Spiel Essen 2024: Halle 6, Messe Essen. Foto: Schrapers via Wikimedia Commons, CC BY 4.0. Online unter: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Spiel_Essen.jpg

Monopoly Spielbrett. Foto: Suzy Hazelwood auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/photo/close-up-photo-of-monopoly-board-game-9090534/

Spieleabend. Foto: Pavel Danilyuk auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/photo/smiling-friends-playing-board-game-on-table-8111365/

Freizeitstress: 5 Tipps wie man wieder zur Erholung kommt

Gestresste Person sitzt an einem Tisch und hält sich den Kopf.

…noch schnell eine Nachricht verschicken
…noch schnell einkaufen
…noch schnell die Wäsche machen
…noch schnell den neuen Post auf Social Media anschauen

Kommt dir bekannt vor?

Freizeit kann sich oft oft wie eine lange To-Do-Liste anfühlen. Das scheint aber nicht nur dir und mir so zu gehen. Denn in einer repräsentativen Stressstudie von der Techniker Krankenkasse gab jede vierte Person an, zu viel Freizeitstress ausgesetzt zu sein. In diesem Beitrag möchte ich dir deswegen 5 Tipps zeigen, wie du wieder Erholung in deiner Freizeit findest!

Was ist Freizeitstress

Freizeitstress beschreibt das Gefühl, wenn die eigene freie Zeit nicht mehr als erholsam, sondern als belastend und überladen empfunden wird. Grund dafür können unterschiedliche Dinge sein. Zu viele Termine mit Freunden, Social Media oder der Anspruch, jede Sekunde des Tages optimiert und sinnvoll zu planen.

Langanhaltender Stress kann zu unterschiedlichen Symptomen führen, unter anderem zu Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Magenproblemen oder Hautproblemen.

Deswegen ist es wichtig, dass wir Erholungszeiträume schaffen. Sie sind die Voraussetzung für langfristige Gesundheit, Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit.

5 Tipps gegen Freizeitstress

Im Folgenden möchte ich euch fünf Tipps vorstellen, wir ihr wieder zur Erholung kommt!

JOMO statt FOMO!

FOMO („Fear of missing out“) entsteht häufig durch den Vergleich mit anderen oder der Annahme überall „dabei“ gewesen sein zu müssen, vor Sorge, dass man etwas verpassen könnte . Vor allem durch die konstante Medienpräsenz fällt es einem schwer, das nicht zu tun. Auf Social Media sehen wir ständig Menschen im Urlaub, auf Konzerten oder bei gemeinsamen Aktivitäten. Dabei vergessen wir leicht, dass wir nur die Highlights sehen. Das kann den Eindruck vermitteln, selbst ständig etwas erleben zu müssen.

Ein Mann liest entspannt ein Buch auf dem Sofa.

JOMO („Joy of missing out“) ist das Gegenstück zu FOMO. Es beschreibt die bewusste Entscheidung zu akzeptieren, dass man nicht überall dabei sein muss und nicht jede Entwicklung auf Social Media sofort verfolgt werden muss. Wer lernt, auch einmal bewusst Nein zu sagen, kann so gezielt Freiräume für sich selbst und der eigenen Erholung schaffen.

Offline Zeit

Jeden Tag sind wir online und erreichbar. Rund um die Uhr. Nachrichten auf die man antworten muss, endloses scrollen bei Social Media. So ist natürlich kein Abschalten möglich. Deswegen gönnt euch ein Digital Detox und seid mal ne Stunde Offline! Hierfür eignen sich auch sehr gut Apps, die gezielt Programme auf dem Handy für einen gewissen Zeitraum blockieren, damit man sich eine Pause von der Informationsflut und dem Social Media nehmen kann. Meine Empfehlung ist die App „Digital Detox“. Ich habe aber auch schon gutes über „Freedom“ oder „AppBlock“ gehört.

Ein Mann geht auf einem idyllischen Weg spazieren.

Ich persönlich gehe gerne länger spazieren und höre dabei bewusst kein Podcast oder Musik. Dann kann man so richtig die Gedanken schweifen lassen. Das, gekoppelt mit der Bewegung, tut richtig gut!

Hobbys

Such dir ein Hobby, das dich die Zeit vergessen lässt! Obwohl Hobbys hierzulande manchmal einen schweren Stand haben, gibt es meiner Meinung nach nichts schöneres.

Ein Hobby ist laut Definition etwas, was man sinn- und zweckfrei in einer gewissen Regelmäßigkeit ausübt.

Auf dem Tisch steht eine Drachenminiatur von dem Tabletop-Spiel Oathmark.

Für mich ist das Tabletop.

Ich baue, bemale und spiele mit kleinen Miniaturen. Stunden um Stunden, es entspannt mich ungemein! Nicht nur das Spielen selber, sondern auch das Malen bringt eine kreative Komponente in mein Leben, das ich sehr zu schätzen weiß.

Bewusst Zeit für Erholung einplanen

Viele von uns planen die freie Zeit bis ins kleinste Detail. Dabei wird aber häufig vergessen, gezielt auch Erholungsphasen einzuplanen. Es scheint so als wäre man unproduktiv, wenn für den Abend nichts im Kalender steht. Doch es ist wichtig, sich gezielt Zeit für Erholungspausen zu nehmen. Deswegen sollte man den Kalender generell nicht zu voll mit Terminen machen.

Eine Person trägt etwas mit einem Bleistift in einen Kalender ein.

Plant auch gerne mal Tage ein, in denen man bewusst keine Verpflichtungen hineinlegt.

So mache ich es auch. Ich nehme mir bewusst einen Tag in der Woche, wo keine Verpflichtungen, nicht einmal Haushalt, anstehen. Ein ganzer Feierabend nur für mich. Es bewirkt wunder und lässt mich richtig entspannen!

Prioritäten setzen

Muss ich das jetzt wirklich machen? Ist es wirklich notwendig? Stellt euch diese Frage! Manchmal fällt es uns schwer zu entscheiden und gezielt zu priorisieren, so dass man versucht alles gleichzeitig zu machen. Unsere Freizeit ist jedoch begrenzt, deswegen wägt wirklich ab, welche Tätigkeiten und Termine wirklich wichtig sind!

Eine Frau sortiert an einer Wand unterschiedliche Post-its.

Hier könnt ihr auch auf bewährte Methoden zurückgreifen. Ich persönlich nutze gerne die Eisenhower-Matrix und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Aber auch die 1-3-5-Methode oder die Ivy-Lee-Methode könnten hilfreich sein!

Eure Erfahrung

Freizeit muss nicht perfekt sein, sie muss dir guttun. Das bedeutet nicht, dass du dein Leben komplett ändern musst. Schon kleine Veränderungen können dabei helfen Stress abzubauen. Das kann ein Abend sein, an dem keine Verpflichtungen anstehen. Es kann aber auch ein kleiner Spaziergang, ein Buch lesen oder das gezielte Nachgehen eines Hobbys sein.

Eine Frau liegt auf dem Bett, sieht zufrieden aus und grinst breit.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesen 5 Tipps helfen. Mir helfen sie erstaunlich gut mehr Erholung im Alltag zu bekommen.

Aber wie ist eure Erfahrung mit Freizeitstress? Habt ihr andere Wege, wie ihr zu Erholung kommt?

Schreibt es in die Kommentare!

~ Niels Kolle

Quellenverzeichnis:

https://www.tk.de/firmenkunden/service/gesund-arbeiten/gesundheitsberichterstattung/studie-entspann-dich-deutschland

https://www.ardalpha.de/wissen/psychologie/freizeit-stress-freizeitstress-fomo-angst-verpassen-erholung-100.html

https://www.privatklinik-duisburg.de/wenn-die-freizeit-stresst-3-tipps-fuer-mehr-erholung

https://natalie-maiwald.de/freizeitstress-und-stressfolgen-2/

https://gesund.bund.de/stress

https://karrierebibel.de/prioritaten-setzen/

Abbildungsverzeichnis:

https://acteurdemasante.lu/de/psychische-gesundheit/wie-laesst-sich-stress-bewaeltigen/

https://premiummedicalcircle.com/de/artikel/tiktok-diagnosen-depression-narzissmus

https://www.deine-gesundheitswelt.de/balance-ernaehrung/jomo-joy-of-missing-out

https://www.sv-sachsen.de/content/service/blog/wandern

https://pijlieblog.blogspot.com/2020/12/epic-oathmark-battle-report.html

https://www.meinrothstift.de/page/alles.rund.um.kalender

https://www.zep.de/blog/prioritaeten-setzen-5-bewaehrte-methoden

Social Reading mit READO – die App im Überblick

Ob Schritte, Schlaf, Kalorien, Gewohnheiten, Fitness oder Periode – für viele sind Tracking-Apps längst Teil des Alltags. Auch Bücher lassen sich mit Apps verwalten – Lesen zählt in Deutschland immer noch zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten, genauso wie Socializing. Social-Reading-Apps tracken nicht nur das Leseverhalten, sondern verbinden Leser:innen miteinander. Eine Plattform, die im deutschsprachigen Raum immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist READO. Doch was kann die App wirklich? 

Lesen passiert in der Regel allein. Doch das Internet ermöglicht für Leser:innen eine neue Möglichkeit der Interaktion und des Austauschs über Bücher. Im Gegensatz zu klassischen Buchclubs oder auch Lesezirkel gibt es online ganz andere Möglichkeiten. Hier setzt das Konzept „Social Reading“ an: gemeinsame Lese-Challenges, Kommentieren und Diskutieren einzelner Passagen sowie ganzer Bücher, Bewertungssysteme – vernetzt und suchbar.

Goodreads zählt zu den größten Plattformen weltweit im Bereich Buchempfehlungen und Social Reading. Die Seite, mit Sitz in Amerika, ging 2007 online. 2013 wurde sie von Amazon gekauft. Weitere bekannte Apps sind StoryGraph (UK), Bookshelf (Kroatien) sowie LovelyBooks und READO (Deutschland). 

Gegründet wurde das Start-up 2019 unter anderem von Jonathan Mondorf, Michael Pomogajko und Andreas Weiser. Der Launch 2020 fand noch unter dem Namen „read-o“ statt. 2022 war sie auch Teil des Fernseh-Formats „Höhle der Löwen“. 

Die kostenfreie READO-App gibt es für Android und iOS. Andere Anbieter wie Goodreads sind auch Browser-basiert nutzbar, dies ist hier derzeit nicht möglich. Durch eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft können weitere Funktionen freigeschaltet werden.

Die Leser:innen finden auf der Startseite ihre aktuellen Lesetitel (Bücher und Hörbücher). Mit einem Klick können Updates zum jeweiligen Lesefortschritt vorgenommen werden. Für jeden getrackten Tag gibt es einen Streak.

Bücher können via ISBN-Scan oder bibliographische Daten hinzugefügt und mit einem Status („Wunschliste“, „Am Lesen/Hören“, „Abgeschlossen“ oder „Abgebrochen“) versehen werden.  Premium-User:innen können zusätzliche Infos wie beispielsweise Ausgaben tracken.

Seit Herbst 2025 können Bücher auch direkt über die App gekauft werden. 

READO-App-Homescreen – Auszug mit aktuellen Lesetiteln, Statistiken und Leseempfehlung

Wer vorher bereits Goodreads genutzt hat, kann die Daten einfach importieren. So können dort getrackte Bücher inklusive Bewertungen übernommen werden, ohne dass alles neu erfasst werden muss. Weitere Bibliotheken können als csv-Datei importiert werden. Die eigene READO-Bibliothek lässt sich nicht exportieren. 

Durch das Tracken des Leseverhaltens erhalten User:innen detaillierte Einblicke: 

  • Täglich/wöchentlich/jährlich gelesene Seiten bzw. Hörminuten 
  • Stand der selbst definierten Leseziele
  • Jahres-Recap (siehe folgende Abbildungen)

Alles lässt sich teilen – als Bilder in der eigenen Galerie oder direkt via Instagram. 

Der Social-Read-Aspekt zeigt sich bei den einzelnen Titeln. Zu jeder Seite oder jedem Zeitstempel können Kommentare geschrieben werden. User:innen können daraufhin mit Emojis oder Texten reagieren. Bei den sogenannten BuddyReads können – wie in einem Buchclub oder Lesezirkel – gemeinsam gelesen und interagiert werden. Diese Leserunden können geschlossen oder öffentlich sein, es gibt ein festgelegtes Start- und Enddatum. Vor allem hier bei diesem Feature zeigt sich der Community-Gedanke der App. 

Nach Abschluss oder Abbruch eines Buches können User:innen Sternebewertungen abgeben und Beiträge (vergleichbar mit Rezensionen) verfassen. Bei Letzterem kann die Community mit Emojis und Antworten reagieren.  

Der Feed erinnert an andere bekannte Social-Media-Plattformen. Nutzer:innen können hier kurze Beiträge inklusive Fotos und Videos einstellen. Der eigene Feed zeigt sowohl Beiträge zu bereits selbst gelesenen Büchern als auch Vorschläge. Wieder kann in Form von Kommentaren und Emojis interagiert und anderen kann gefolgt werden. Der Abschnitt „Updates“ zeigt Beiträge und Lesefortschritte der Follower:innen.

Bereich Feed in READO-App, gezeigt werden Beiträge anderer Nutzer:innen

Der Feed erinnert an andere bekannte Social-Media-Plattformen. Nutzer:innen können hier kurze Beiträge inklusive Fotos und Videos einstellen. Der eigene Feed zeigt sowohl Beiträge anderer zu bereits selbst gelesenen Büchern als auch Vorschläge. Wieder kann in Form von Kommentaren und Emojis interagiert und anderen kann gefolgt werden. Der Abschnitt „Updates“ zeigt Beiträge und Lesefortschritte der Follower:innen.

Eine monatliche Subskription kostet monatlich 4,99 € bzw. jährlich 47,99 € (Stand Juli 2026).  

Premium-Funktionen im Überblick
  • Detailliertere Statistiken
  • Ausgabenlimit 
  • Buchreihen-Tracker 
  • Verlosungen 
  • Individualisierbare Oberfläche 

Premium lohnt sich vor allem für Vielleser:innen. Für alle, die einen Überblick über ihre Bibliothek und ihre Leseverhalten erhalten möchten sowie den gemeinsamen Austausch suchen, genügt die kostenfreie Version. 

Welches Buch als Nächstes auf dem Lesestapel landen könnte, beantwortet die App mithilfe von KI. Das integrierte Tool Booklyn basiert auf ChatGPT sowie READO-Daten.

Booklyn analysiert individuell die gelesenen Bücher, bevorzugte Genre und abgegebene Bewertungen. Dabei ist ein Gedanke, nicht nur Bücher zu empfehlen, die gerade populär und beliebt sind, sondern auch unbekanntere Titel, die aber emotional zum eigenen Geschmack passen. Beispielsweise ist nicht jeder Krimi auch humorvoll, doch vielleicht hat eine Userin genau solche Bücher in der Vergangenheit bevorzugt gelesen und geliebt. Die Empfehlung sollte dann nicht einfach der nächste neue Krimi-Bestseller sein, sondern ein möglichst hoher Match mit vergangenen Vorlieben sein. Das kann der nächste Band einer begonnenen Buchreihe sein, genauso wie ältere passende Titel.  

Neben den automatisch eingespielten Tipps kann die KI auch direkt befragt werden, um noch gezieltere Empfehlungen zu erhalten.  

READO macht Spaß: das Tracken und Entdecken neuer Bücher, das Austauschen mit anderen, die visuelle Auswertung des eigenen Leseverhaltens. Apps wie READO, Goodreads und Storygraph können ein Motivationsschub sein. Wer vorher allein weinend, lachend oder fluchend über Romanen saß, kann diese Emotionen nun seitengenau mit anderen teilen. 

PROsCONs
umfangreiche Datenbank
gesuchte Bücher werden in der Regel gefunden (vor allem deutschsprachige Titel)
fehlende Titel
können nicht eigenständig ergänzt werden
Import
von Goodreads-Bibliothek und anderer Lese-Plattformen
kein Export
der eigenen READO-Bibliothek
deutschsprachige Oberfläche
(Vgl. Storygraph: nur englischsprachig)
keine Desktop-Oberfläche
Eingabe von umfangreichen Rezensionen am Smartphone kann mühselig sein
KI
wählt nicht nur aktuelle populäre Titel aus
KI
kann nicht unterbunden werden;
KI empfiehlt auch Titel schlecht bewertete Autor:innen und bereits gelesene Bücher

Wer langfristig bei READO bleiben möchte, sich hier eine Community aufgebaut hat und nicht abhängig von künstlich erzeugten Leseempfehlungen ist, kann hier sehr glücklich werden – sowohl in der kostenlosen als auch in der Premium-Variante.  



Quellen 

Abbildungsverzeichnis
  • Beitragsbild: mast3r – stock.adobe.com (bearbeitet) 
  • Abbildung 1: Screenshot innerhalb der READO-App (selbst erstellt, bearbeitet) 
  • Abbildung 2, 3: Grafiken durch READO-App bereitgestellt (bearbeitet) 
  • Abbildung 4-7: Screenshot innerhalb der READO-App (selbst erstellt, bearbeitet) 
Literaturverzeichnis

Amazon kauft Plattform Goodreads: Lesen Sie dies (2013). In: taz, 29.03.2013. Online verfügbar unter https://taz.de/Amazon-kauft-Plattform-Goodreads/!5070344/, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

Hüfner, Daniel (2022): Maschmeyer-Deal geplatzt: Darum ging Read-O bei DHDL doch leer aus. In: Business Insider Deutschland, 27.04.2022. Online verfügbar unter https://www.businessinsider.de/gruenderszene/media/hoehle-der-loewen-carsten-maschmeyer-read-o-deal-geplatzt-b/, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

Ilic, Natascha (2023): READO schließt erfolgreich Seed-Finanzierungsrunde ab – Station. Online verfügbar unter https://station-frankfurt.de/2023/03/30/reado-schliesst-erfolgreich-seed-finanzierungsrunde-ab/, zuletzt aktualisiert am 30.03.2023, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

Janson, Matthias (2024): Welche Hobbys haben Männer und Frauen? In: Statista, 10.10.2024. Online verfügbar unter https://de.statista.com/infografik/33224/befragte-die-folgenden-hobbies-und-aktivitaeten-nachgehen/, zuletzt geprüft am 27.07.2026. 

Pleimling, Dominique (2021): Social Reading – Lesen im digitalen Zeitalter | Zukunft des Publizierens | bpb.de. In: Bundeszentrale für politische Bildung, 07.12.2021. Online verfügbar unter https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/145378/social-reading-lesen-im-digitalen-zeitalter/, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

READO – All About Books – Apps bei Google Play (2026). Online verfügbar unter https://play.google.com/store/apps/details?id=com.read_o&hl=de, zuletzt aktualisiert am 27.07.2026, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

READO sichert sich sieben-stelliges Investment (2026). In: Börsenblatt, 16.02.2026. Online verfügbar unter https://www.boersenblatt.net/home/reado-sichert-sich-sieben-stelliges-investment-411607, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

Team (2026). Online verfügbar unter https://about.reado.app/team, zuletzt aktualisiert am 21.06.2026, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

Welches Amateurorchester passt zu dir?

Projekt-Orchester behält beim Open-Air-Konzert den Dirigenten im Blick

Dein (Wieder-)Einstieg ins gemeinsame Musizieren

Laienorchester in Aktion (Talha Resitoglu/cottonbro studeio/pexels 2026)

Du hast früher ein Instrument gelernt, es steht aber seit Jahren im Schrank? Oder du spielst schon lange und suchst nach einem Umzug ein neues Ensemble? Die gute Nachricht: Die deutsche Orchesterlandschaft ist groß und vielfältig – und für jedes Niveau gibt es einen passenden Einstieg. Rund 1,5 Millionen Erwachsene spielen hierzulande in ihrer Freizeit in einem Orchester, Ensemble oder einer Musikgruppe [1]. Während der professionelle Bereich seit Jahren unter Sparzwängen steht – die Zahl der Musikerplanstellen in den 129 öffentlich geförderten Berufsorchestern ist von 12.159 im Jahr 1992 auf 9.771 im Jahr 2024 gesunken, ein Rückgang von rund 20 Prozent [2] –, wächst die Amateurszene ungebrochen weiter.

Klassik, Filmmusik oder auch mal Popmusik? Amateurorchester mischen bewusst, damit alle Stimmgruppen gleichermaßen gefordert sind, ohne dass sich jemand langweilt oder überfordert fühlt.

Doch wie findet man als Hobbymusiker:in das richtige Ensemble? Hier ein Überblick über die drei wichtigsten Typen von Amateurorchestern:

Nicht jedes Orchester tickt gleich. Grob lassen sich drei Typen unterscheiden:

TypZusammen-setzungEinstiegProben-rhythmusFinanzierungBeispiele
Uni- und Schul-orchesterStudierende bzw. Schüler:innen, hohe Fluktuationoft mit kurzem Vorspielwöchentlich, semesterweisegestaffelter Semester-beitrag oder Teilnahme-gebühr über die MusikschuleUniorchester Leipzig [3], Junges Orchester der FU [4], Ensemble der Musikschule Landkreis Oder-Spree [5]
Traditionelle Musikvereinealtersgemischt, oft mehr-generational, feste Stamm-besetzungmeist offen, ohne Vorspielwöchentlich, ganzjährigspenden-finanziert oder geringe Mitglieds-beiträgeSinfonie-Orchester Tempelhof [6], Orchesterverein München 1880 e.V. [7]
Projekt-Orchesterwechselnde Besetzung je nach Projektspontan, projektbezogenintensive kurze Probenphasenvariiert, oft projekt-bezogener Beitrag oder kostenlosSymphonic Mob [8], Ensemble der Klosterkirche Guben [9]

Uni- und Schulorchester

Sie richten sich an Studierende oder Musikschüler:innen und leben von der Energie junger, oft wechselnder Besetzungen. Der Einstieg läuft hier häufig über eine offene Probe mit anschließendem kurzen Vorspiel – etwa beim Universitätsorchester Leipzig, wo Interessierte sich mit einem kurzen Programm vorstellen [3]. Finanziert werden diese Orchester meist über einen Semesterbeitrag, der sich nach dem Einkommen richtet: Beim Jungen Orchester der FU Berlin liegt er beispielsweise bei 30 bzw. 50 Euro pro Semester [4]. Auch die Teilnahmepflichten sind hier tendenziell strenger geregelt als in anderen Orchestertypen: Wer mehr als drei Proben unentschuldigt verpasst oder nicht am Probenwochenende teilnimmt, riskiert dort, beim Konzert nicht mitspielen zu dürfen [4]. Diese Verbindlichkeit hat ihren Grund, denn sie geht oft mit einem höheren musikalischen Anspruch einher, während Ensembles mit lockereren Regeln, meist auch beim Niveau mehr Bandbreite zulassen.

Traditionelle Musikvereine und Stadtorchester

Das sind feste, oft über Jahrzehnte gewachsene Gemeinschaften, in denen der Spaß klar vor dem Leistungsgedanken steht – wie beim SinfonieOrchester Tempelhof, das organisatorisch bei einer Musikschule angesiedelt ist, sich aber überwiegend aus älteren, oft mehrgenerational verbundenen Laienmusiker:innen zusammensetzt [6]. Der Einstieg ist meist unkompliziert: anmelden, zur nächsten Probe kommen, mitspielen – so weist etwa der Orchesterverein München 1880 explizit darauf hin, dass es kein Vorspiel gibt [7]. Bei der Finanzierung gibt es hier die größte Bandbreite: von reiner Spendenfinanzierung bis zu geringen, meist symbolischen Mitgliedsbeiträgen.

Amateuerorchester bei der Probe in einer Kirche bei angenehmer Atmosphäre

Amateurorchester bei der Probe in einer Kirche (cottonbro studio/pexels 2026)

Projekt-Orchester

Diese kommen nur für einen begrenzten Zeitraum zusammen, etwa für ein einzelnes Konzert oder eine Tournee – wie der Symphonic Mob, bei dem mehrere hundert Laien gemeinsam mit einem Profiorchester ein Konzertprogramm einstudieren [8], oder der Orchesteranteil des Ensembles der Klosterkirche Guben, der nur zu besonderen Auftritten und Tourneen zusammenkommt [9]. Projekt-Orchester sind ideal für alle, die sich nicht dauerhaft binden wollen oder neben Job und Familie nur zeitweise Kapazität haben. Immerhin 16 Prozent der erwachsenen Amateurmusizierenden üben ihr Hobby projektbezogen aus [1].

Projekt-Orchester behält beim Open-Air-Konzert den Dirigenten im Blick

Mittendrin, statt nur dabei: Projektorchester beim Musikfestival (Alexander Zvir/pexels 2026)

Wer längerfristig in einem Ensemble mitspielt, erlebt oft mehr als den wöchentlichen Probenabend – gemeinsame Orchesterfahrten gehören für viele Ensembles fest zum Programm, wenn auch mit unterschiedlichem Charakter:

  • In Musikschulorchestern sind das häufig längere Fahrten von ein bis zwei Wochen, bei denen – ähnlich wie bei einer Klassenfahrt – neben täglichen Proben auch Wandern, Spielen und das gemeinsame Kennenlernen im Vordergrund stehen.
  • In Erwachsenenorchestern sind die Fahrten meist kürzer, oft ein verlängertes Wochenende im Vorfeld eines Konzerts. Hier zählt vor allem die konzentrierte Probenarbeit, weil sich in kurzer Zeit ein deutlicher musikalischer Fortschritt erzielen lässt.

Untergebracht ist man meistens in beiden Fällen in Jugendherbergen, also nicht luxuriös, aber es bleibt ein verbindendes Erlebnis, das den Zusammenhalt im Ensemble spürbar stärkt. Wichtig zu wissen: Für Unterkunft und Verpflegung am Probenwochenende fallen häufig zusätzliche (meist erschwingliche) Kostenbeiträge an [4].

Doppelzimmer einer Jugendherberge

Typisches Jugendherbergszimmer für ein Probenwochenende (Enrock Ojambo/pexels 2026)

Bevor du dich für ein Ensemble entscheidest, lohnt sich ein Blick auf drei Punkte:

  1. Vorspiele: Gibt es eine Hürde, oder kannst du einfach zur nächsten Probe kommen? Beides ist verbreitet – frag im Zweifel direkt nach.
  2. Zeit-Investition: Wöchentliche Probe versus kurze intensive Projektphase – was passt besser in deinen Alltag?
  3. Kosten und Verbindlichkeit: Manche Orchester sind spendenfinanziert und kostenlos, andere erheben einen Mitgliedsbeitrag und nicht überall wird die Probenanwesenheit gleich streng gehandhabt. Ein kurzer Blick auf die Website oder eine Nachfrage vorab erspart Überraschungen.

Ein Argument sollte bei aller Abwägung nicht untergehen:

Wer über Wochen und Monate hinweg gemeinsam auf ein Ziel hinarbeitet, wächst dabei musikalisch wie menschlich zusammen, und in manchen Ensembles entsteht über die Jahre ein Zusammenhalt, der sich fast familiär anfühlt. Dazu kommt: Auch als Amateur:in bekommt man Gelegenheit, an Orten zu spielen, die sonst nur Profi-Ensembles vorbehalten scheinen: Berliner Philharmonie, Konzerthaus Berlin, Haus des Rundfunks, Laeiszhalle Hamburg, ….

Orchester, Chor und Solisten verbeugen sich in RIchtung Publikum

SinfonieOrchester Tempelhof mit mit der Altonaer Singakademie und der Camerata Bergedorf
in der Laeiszhalle Hamburg, 2026 [6]

Ob Wiedereinstieg nach Jahren Pause oder Neuanfang nach einem Umzug: Die deutsche Amateurmusikszene ist groß genug, dass für nahezu jedes Niveau, jeden Zeitrahmen und jedes Budget ein Ensemble passt. Zur ersten Orientierung lohnt sich schon ein Besuch bei einem der meist kostenlosen bis kostengünstigen Konzerte – und der nächste Schritt ist dann nur noch eine kurze E-Mail ans Orchester deiner Wahl!


Quellenangaben

  1. Deutsches Musikinformationszentrum (Hrsg.), Amateurmusizieren in Deutschland, Repräsentativbefragung 2025, zitiert nach: Bundesmusikverband Chor & Orchester e.V., „Zahlen und Fakten“, https://bundesmusikverband.de/zahlen/ (Stand: 2025)
  2. Gerald Mertens, „Berufsorchester“, Deutsches Musikinformationszentrum (miz), https://miz.org/de/beitraege/berufsorchester-in-deutschland/version/2024 (Stand: 23.01.2024)
  3. Universitätsorchester Leipzig, https://www.unimusik.uni-leipzig.de/universitaetsorchester
  4. Junges Orchester der FU Berlin, „Mitspielen – Orchesterbeitrag und Regeln für die Teilnahme“, https://junges-orchester.de/mitspielen/
  5. Ensemble der Musikschule Landkreis Oder-Spree, https://www.musikschule-schoeneiche.de/ensemble/
  6. SinfonieOrchester Tempelhof, https://www.sinfonie-orchester-tempelhof.de/
  7. Orchesterverein München 1880 e.V., „Orchester/Mitspielen“, https://www.ovm-1880.de/orchester-mitspielem/
  8. Symphonic Mob (Deutsches Symphonie-Orchester Berlin), https://www.symphonic-mob.de/
  9. Ensemble der Klosterkirche Guben, http://www.kirchenmusik-guben.de/