Social Reading mit READO – die App im Überblick

Ob Schritte, Schlaf, Kalorien, Gewohnheiten, Fitness oder Periode – für viele sind Tracking-Apps längst Teil des Alltags. Auch Bücher lassen sich mit Apps verwalten – Lesen zählt in Deutschland immer noch zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten, genauso wie Socializing. Social-Reading-Apps tracken nicht nur das Leseverhalten, sondern verbinden Leser:innen miteinander. Eine Plattform, die im deutschsprachigen Raum immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist READO. Doch was kann die App wirklich? 

Lesen passiert in der Regel allein. Doch das Internet ermöglicht für Leser:innen eine neue Möglichkeit der Interaktion und des Austauschs über Bücher. Im Gegensatz zu klassischen Buchclubs oder auch Lesezirkel gibt es online ganz andere Möglichkeiten. Hier setzt das Konzept „Social Reading“ an: gemeinsame Lese-Challenges, Kommentieren und Diskutieren einzelner Passagen sowie ganzer Bücher, Bewertungssysteme – vernetzt und suchbar.

Goodreads zählt zu den größten Plattformen weltweit im Bereich Buchempfehlungen und Social Reading. Die Seite, mit Sitz in Amerika, ging 2007 online. 2013 wurde sie von Amazon gekauft. Weitere bekannte Apps sind StoryGraph (UK), Bookshelf (Kroatien) sowie LovelyBooks und READO (Deutschland). 

Gegründet wurde das Start-up 2019 unter anderem von Jonathan Mondorf, Michael Pomogajko und Andreas Weiser. Der Launch 2020 fand noch unter dem Namen „read-o“ statt. 2022 war sie auch Teil des Fernseh-Formats „Höhle der Löwen“. 

Die kostenfreie READO-App gibt es für Android und iOS. Andere Anbieter wie Goodreads sind auch Browser-basiert nutzbar, dies ist hier derzeit nicht möglich. Durch eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft können weitere Funktionen freigeschaltet werden.

Die Leser:innen finden auf der Startseite ihre aktuellen Lesetitel (Bücher und Hörbücher). Mit einem Klick können Updates zum jeweiligen Lesefortschritt vorgenommen werden. Für jeden getrackten Tag gibt es einen Streak.

Bücher können via ISBN-Scan oder bibliographische Daten hinzugefügt und mit einem Status („Wunschliste“, „Am Lesen/Hören“, „Abgeschlossen“ oder „Abgebrochen“) versehen werden.  Premium-User:innen können zusätzliche Infos wie beispielsweise Ausgaben tracken.

Seit Herbst 2025 können Bücher auch direkt über die App gekauft werden. 

READO-App-Homescreen – Auszug mit aktuellen Lesetiteln, Statistiken und Leseempfehlung

Wer vorher bereits Goodreads genutzt hat, kann die Daten einfach importieren. So können dort getrackte Bücher inklusive Bewertungen übernommen werden, ohne dass alles neu erfasst werden muss. Weitere Bibliotheken können als csv-Datei importiert werden. Die eigene READO-Bibliothek lässt sich nicht exportieren. 

Durch das Tracken des Leseverhaltens erhalten User:innen detaillierte Einblicke: 

  • Täglich/wöchentlich/jährlich gelesene Seiten bzw. Hörminuten 
  • Stand der selbst definierten Leseziele
  • Jahres-Recap (siehe folgende Abbildungen)

Alles lässt sich teilen – als Bilder in der eigenen Galerie oder direkt via Instagram. 

Der Social-Read-Aspekt zeigt sich bei den einzelnen Titeln. Zu jeder Seite oder jedem Zeitstempel können Kommentare geschrieben werden. User:innen können daraufhin mit Emojis oder Texten reagieren. Bei den sogenannten BuddyReads können – wie in einem Buchclub oder Lesezirkel – gemeinsam gelesen und interagiert werden. Diese Leserunden können geschlossen oder öffentlich sein, es gibt ein festgelegtes Start- und Enddatum. Vor allem hier bei diesem Feature zeigt sich der Community-Gedanke der App. 

Nach Abschluss oder Abbruch eines Buches können User:innen Sternebewertungen abgeben und Beiträge (vergleichbar mit Rezensionen) verfassen. Bei Letzterem kann die Community mit Emojis und Antworten reagieren.  

Der Feed erinnert an andere bekannte Social-Media-Plattformen. Nutzer:innen können hier kurze Beiträge inklusive Fotos und Videos einstellen. Der eigene Feed zeigt sowohl Beiträge zu bereits selbst gelesenen Büchern als auch Vorschläge. Wieder kann in Form von Kommentaren und Emojis interagiert und anderen kann gefolgt werden. Der Abschnitt „Updates“ zeigt Beiträge und Lesefortschritte der Follower:innen.

Bereich Feed in READO-App, gezeigt werden Beiträge anderer Nutzer:innen

Der Feed erinnert an andere bekannte Social-Media-Plattformen. Nutzer:innen können hier kurze Beiträge inklusive Fotos und Videos einstellen. Der eigene Feed zeigt sowohl Beiträge anderer zu bereits selbst gelesenen Büchern als auch Vorschläge. Wieder kann in Form von Kommentaren und Emojis interagiert und anderen kann gefolgt werden. Der Abschnitt „Updates“ zeigt Beiträge und Lesefortschritte der Follower:innen.

Eine monatliche Subskription kostet monatlich 4,99 € bzw. jährlich 47,99 € (Stand Juli 2026).  

Premium-Funktionen im Überblick
  • Detailliertere Statistiken
  • Ausgabenlimit 
  • Buchreihen-Tracker 
  • Verlosungen 
  • Individualisierbare Oberfläche 

Premium lohnt sich vor allem für Vielleser:innen. Für alle, die einen Überblick über ihre Bibliothek und ihre Leseverhalten erhalten möchten sowie den gemeinsamen Austausch suchen, genügt die kostenfreie Version. 

Welches Buch als Nächstes auf dem Lesestapel landen könnte, beantwortet die App mithilfe von KI. Das integrierte Tool Booklyn basiert auf ChatGPT sowie READO-Daten.

Booklyn analysiert individuell die gelesenen Bücher, bevorzugte Genre und abgegebene Bewertungen. Dabei ist ein Gedanke, nicht nur Bücher zu empfehlen, die gerade populär und beliebt sind, sondern auch unbekanntere Titel, die aber emotional zum eigenen Geschmack passen. Beispielsweise ist nicht jeder Krimi auch humorvoll, doch vielleicht hat eine Userin genau solche Bücher in der Vergangenheit bevorzugt gelesen und geliebt. Die Empfehlung sollte dann nicht einfach der nächste neue Krimi-Bestseller sein, sondern ein möglichst hoher Match mit vergangenen Vorlieben sein. Das kann der nächste Band einer begonnenen Buchreihe sein, genauso wie ältere passende Titel.  

Neben den automatisch eingespielten Tipps kann die KI auch direkt befragt werden, um noch gezieltere Empfehlungen zu erhalten.  

READO macht Spaß: das Tracken und Entdecken neuer Bücher, das Austauschen mit anderen, die visuelle Auswertung des eigenen Leseverhaltens. Apps wie READO, Goodreads und Storygraph können ein Motivationsschub sein. Wer vorher allein weinend, lachend oder fluchend über Romanen saß, kann diese Emotionen nun seitengenau mit anderen teilen. 

PROsCONs
umfangreiche Datenbank
gesuchte Bücher werden in der Regel gefunden (vor allem deutschsprachige Titel)
fehlende Titel
können nicht eigenständig ergänzt werden
Import
von Goodreads-Bibliothek und anderer Lese-Plattformen
kein Export
der eigenen READO-Bibliothek
deutschsprachige Oberfläche
(Vgl. Storygraph: nur englischsprachig)
keine Desktop-Oberfläche
Eingabe von umfangreichen Rezensionen am Smartphone kann mühselig sein
KI
wählt nicht nur aktuelle populäre Titel aus
KI
kann nicht unterbunden werden;
KI empfiehlt auch Titel schlecht bewertete Autor:innen und bereits gelesene Bücher

Wer langfristig bei READO bleiben möchte, sich hier eine Community aufgebaut hat und nicht abhängig von künstlich erzeugten Leseempfehlungen ist, kann hier sehr glücklich werden – sowohl in der kostenlosen als auch in der Premium-Variante.  



Quellen 

Abbildungsverzeichnis
  • Beitragsbild: mast3r – stock.adobe.com (bearbeitet) 
  • Abbildung 1: Screenshot innerhalb der READO-App (selbst erstellt, bearbeitet) 
  • Abbildung 2, 3: Grafiken durch READO-App bereitgestellt (bearbeitet) 
  • Abbildung 4-7: Screenshot innerhalb der READO-App (selbst erstellt, bearbeitet) 
Literaturverzeichnis

Amazon kauft Plattform Goodreads: Lesen Sie dies (2013). In: taz, 29.03.2013. Online verfügbar unter https://taz.de/Amazon-kauft-Plattform-Goodreads/!5070344/, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

Hüfner, Daniel (2022): Maschmeyer-Deal geplatzt: Darum ging Read-O bei DHDL doch leer aus. In: Business Insider Deutschland, 27.04.2022. Online verfügbar unter https://www.businessinsider.de/gruenderszene/media/hoehle-der-loewen-carsten-maschmeyer-read-o-deal-geplatzt-b/, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

Ilic, Natascha (2023): READO schließt erfolgreich Seed-Finanzierungsrunde ab – Station. Online verfügbar unter https://station-frankfurt.de/2023/03/30/reado-schliesst-erfolgreich-seed-finanzierungsrunde-ab/, zuletzt aktualisiert am 30.03.2023, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

Janson, Matthias (2024): Welche Hobbys haben Männer und Frauen? In: Statista, 10.10.2024. Online verfügbar unter https://de.statista.com/infografik/33224/befragte-die-folgenden-hobbies-und-aktivitaeten-nachgehen/, zuletzt geprüft am 27.07.2026. 

Pleimling, Dominique (2021): Social Reading – Lesen im digitalen Zeitalter | Zukunft des Publizierens | bpb.de. In: Bundeszentrale für politische Bildung, 07.12.2021. Online verfügbar unter https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/145378/social-reading-lesen-im-digitalen-zeitalter/, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

READO – All About Books – Apps bei Google Play (2026). Online verfügbar unter https://play.google.com/store/apps/details?id=com.read_o&hl=de, zuletzt aktualisiert am 27.07.2026, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

READO sichert sich sieben-stelliges Investment (2026). In: Börsenblatt, 16.02.2026. Online verfügbar unter https://www.boersenblatt.net/home/reado-sichert-sich-sieben-stelliges-investment-411607, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

Team (2026). Online verfügbar unter https://about.reado.app/team, zuletzt aktualisiert am 21.06.2026, zuletzt geprüft am 18.07.2026. 

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