Bibliothek der Dinge: von Toniebox bis Bohrmaschine -Warum Bibliotheken nicht nur Bücher verleihen

Instagram-Post der Stadtbibliothek Pankow

In ihrer „Bibliothek der Dinge“ bieten Bibliotheken eine Sammlung von unterschiedlichen „Dingen“, die man nur selten benötigt oder einmal ausprobieren möchte, zum Ausleihen an. Die Intention hinter dem Konzept ist einfach: Weniger Konsum, mehr Nachhaltigkeit. Das Konzept ist Teil der sogenannten Sharing Economy: Ressourcen werden gemeinsam genutzt, anstatt alles selbst zu besitzen. Es gibt auch Leihläden oder Vereine und andere Non-Profit-Organisationen, bei denen sich alles ums Teilen dreht.

Durch die bestehende Infrastruktur bezüglich Ausleihfunktion, Einarbeitung und Beratung sind Bibliotheken aber der ideale Ort, um ein solches Angebot zu etablieren. Außerdem sind Bibliotheken bereits zentrale Orte in Städten, die von vielen Menschen besucht werden. Das Angebot der „Bibliothek der Dinge“ profitiert von diesem Besucherstrom, durch häufige Nutzung und weil Nutzende darüber ins Gespräch kommen.

In Deutschland gibt es dieses Angebot bereits in vielen Bibliotheken. In der kleinen ländlichen Bücherei genauso wie in den großen Stadtbibliotheken in Köln, Hamburg oder Berlin. Die Menge und Auswahl der angebotenen Gegenstände sind dabei unterschiedlich und auch bei der Präsentation und der Namensgebung ist der Kreativität keine Grenze gesetzt.

15 Minuten – so lange läuft eine Bohrmaschine durchschnittlich während ihrer gesamten Lebensdauer

Weitverbreiteter Fun-Fact nach Aussage von US-amerikanischem Zukunftsforscher und Nachhaltigkeitsexperte Alex Steffen1

Es werden Gegenstände angeboten, die den (all-)täglichen Bedarf betreffen, aber auch speziellere Objekte sind zu finden. Die Ausrichtung kann dabei unterschiedlich sein und jede Bibliothek hat ihr eigenes Angebot an „Dingen“, die ausgeliehen werden können. Typischerweise sind aber Artikel aus verschiedenen Kategorien vertreten, häufig:

  • Haushalt und Kochen: z.B. Raclette-Eisen, Crêpe-Eisen, Entsafter, Vakuumier-Gerät
  • Werkeln und DIY: z.B. Bohrmaschine, Akkuschrauber, Buttonmaschine, Beschriftungsgerät
  • Technik und Elektronik: z.B. Beamer, Toniebox, Laminiergerät, Actionkamera
  • Sport und Freizeit: z.B. Yoga-Sitzkissen, Glücksrad, Hanteln, Stativ
  • Musik und Party: z.B. Gitarre, Stimmgabel, DJ-Pult, Discokugel, Karaoke Maschine
12. Nachhaltigkeitsziel

Bibliotheken tragen maßgeblich dazu bei, das Thema Nachhaltigkeit voranzubringen und das auf niederschwellige und bürgernahe Weise. Dabei orientieren sie sich häufig an den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen.

Beispielsweise thematisieren Veranstaltungen und spezielle Angebote Nachhaltigkeit. Das Prinzip Bibliothek ist aber grundsätzlich nachhaltig. Das gemeinschaftliche Nutzen von Ressourcen sorgt für bewussteren Konsum und erfüllt damit das 12. Nachhaltigkeitsziel „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“. Das gilt sowohl für das Leihen von typischen Bibliotheksbeständen wie Büchern, CDs oder Spielen, aber auch für die Ergänzung des Bestands durch eine „Bibliothek der Dinge“.

Leihbar: Karaoke-Maschine

Beim Thema Konsum spielen auch die finanziellen Möglichkeiten eine entscheidende Rolle. Wer gut verdient, kauft sich eine Karaoke-Maschine vielleicht einfach – auch wenn sie nur für einen Abend genutzt wird. Das Leihen ist dann eine bewusste Entscheidung gegen übermäßigen Besitz. Für Menschen mit begrenztem Budget ist eine solche Anschaffung hingegen oft gar keine Option. „Bibliotheken der Dinge“ schaffen hier einen Ausgleich: Sie ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe.

Gemeinsames Ausprobieren in der Bibliothek der Dinge

Bibliotheken haben sich zu dritten Orten entwickelt. Sie sind Orte der Begegnung, an denen man sich aufhalten kann und mit anderen Menschen ins Gespräch kommt. Viele Bibliotheken bieten auch „Makerspaces“ an, in denen Geräte, Platz und Anleitung zum Ausprobieren, experimentieren und zusammenarbeiten zur Verfügung stehen. Eine „Bibliothek der Dinge“ ist grundsätzlich so gestaltet, dass die Dinge ausgeliehen und mit nach Hause genommen werden können. Trotzdem wird auch hier dazu eingeladen, Neues auszuprobieren und darüber ins Gespräch zu kommen.

Die Konzepte „Makerspace“ und „Bibliothek der Dinge“ können auch ineinandergreifen. Möglicherweise stehen die Gegenstände im „Makerspace“ zur Verfügung, wenn sie nicht ausgeliehen sind oder werden zusätzlich zum Verleih auch in der Veranstaltungsarbeit eingesetzt. Stativ und Ringlicht könnten beispielsweise Teil der „Bibliothek der Dinge“ sein, aber auch für eine Fotoworkshop in der Bibliothek genutzt werden.

Aus Nutzersicht ist die Ausleihe meist recht einfach. Die Ausleihe funktioniert mit einem gültigen Bibliotheksausweis. Manche Bibliotheken erheben zusätzlich eine kleine Gebühr pro Gegenstand. Die Leihfristen sind je nach Bibliothek unterschiedlich und können auch von Gegenstand zu Gegenstand abweichen. Eine typische Leihfrist sind vier Wochen. Der Zustand wird bei der Rückgabe geprüft. Bei Beschädigungen oder Verlust können Gebühren anfallen.

Viele Bibliotheken haben bereits „Dinge“ in ihrem Bestand, die andere Biblitoheken in der „Bibliothek der Dinge“ anbieten, deklarieren es aber nicht als solche. Outdoor-Spiele, wie „Wikingerschach“ könnten in einer „Bibliothek der Dinge“ zu finden sein, aber auch in der Abteilung „Gesellschaftsspiele“ stehen. Viele Bibliotheken haben auch Tonie-Figuren und tiptoi-Bücher in ihrem Bestand und bieten dazu ebenfalls die technischen Geräte, wie Toniebox oder tiptoi-Stifte an. Diese könnten ihren Platz aber auch in einer „Bibliothek der Dinge“ Platz finden.

Bibliotheken haben also die Möglichkeit ihren eigenen Bestand zu untersuchen und bereits vorhandene Gegenstände zu einer „Bibliothek der Dinge“ zusammenzuführen. Das schöne ist ja, dass es keine Regeln gibt, was in einer „Bibliothek der Dinge“ enthalten sein muss. Daher ist es auch einfach die „Bibliothek der Dinge“ ganz nach Platz, Budget und Nachfrage einzurichten und aufzubauen. Die Bedürfnisse der Nutzenden unterscheiden sich. Menschen,auf dem Land haben vermutlich andere Wünsche haben als Menschen, die in der Stadt wohnen. Auf dem Land wird sich die Bohrmaschine oder der Entsafter klassischerweise vielleicht eher beim Nachbarn geliehen. Dafür gibt es dann andere Bedürfnisse. Es lohnt sich also eine Umfrage bei den Nutzern und Nutzerinnen zu machen, welche Gegenstände gewünscht sind oder bei welchen Gegenständen die Nutzenden sich vorstellen könnten, diese auszuleihen.

Bevor die Gegenstände eingekauft werden, sollte, neben den Budgetplanungen, überlegt werden, wie die Benutzungsregeln sind, also welche Leihfristen es geben soll, ob extra Gebühren pro Gegenstand erhoben werden müssen und wie mögliche Reparaturen oder der Ersatz ablaufen soll. Die Benutzungs- und Gebührenordnung muss gegebenenfalls angepasst werden.

Auch für das Einpflegen in das Bibliotheksprogramm sind Überlegungen anzustellen.

Die Gegenstände sollten attraktiv präsentiert werden, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Spezielle Möbelstücke oder Vitrinen helfen dabei, die „Dinge“ schön präsentieren und sorgen gleichzeitig für die richtige Sicherung, der teilweise teuren Teile.

Wie bereits erwähnt: Bei der Namensgebung können Bibliotheken kreativ werden und zum Beispiel Dialekte oder lokale Komponenten oder Wortspiele aufgreifen. Beispiele sind:

  • „Börde Box (Stadtbibliothek Soest)
  • „Stuff4You (Hamburger Bücherhallen)
  • „Bib der Dinge“ (Stadtbibliothek Bochum“).

Der Begriff „Bibliothek der Dinge“ hat sich allerdings mittlerweile etabliert und verbreitet, sodass viele Menschen bereits wissen, was sich dahinter verbirgt.

Natürlich ist die Etablierung dieser Angebotserweiterung auch mit Arbeit verbunden. Zuständigkeit und Kapazität sollten eindeutig geklärt sein, denn die Vorbereitungen, sowie Pflege und Ausbau des Angebots sind nicht zu unterschätzen.

Übrigens: Es gibt nicht nur öffentliche Bibliotheken, die eine „Bibliothek der Dinge“ anbieten. Auch wissenschaftliche Bibliotheken haben das Konzept aufgegriffen. Hier bekommst du dann statt Discokugel zum Beispiel einen Geburtssimulator. 😉

Quellenverzeichnis

  1. Stadtbibliothek Paderborn (o.J.): Bibliothek der Dinge. Online unter: https://www.bibliothek.live/bibliothek-der-dinge [Abruf am 30.07.2026]
  2. Stadtbibliothek Brilon (o.J.): …und noch vieles mehr!. Online unter: https://www.stadtbibliothek-brilon.de/und-noch-viel-mehr [Abruf am 30.07.2026]
  3. Stadtbibliothek Offenbach am Main (o.J.): Bibliothek der Dinge. Online unter: https://www.offenbach.de/microsite/stadtbibliothek/besuchen/medienangebot-und-lesekonto/galerie-bibliothek-der-dinge.php [Abruf am 30.07.2026]
  4. bibliotheken-nrw (o.J.): Die Bibliothek der Dinge: Ein Leitfaden für Mitarbeitende in Öffentlichen Bibliotheken und Interessierte. Online unter: https://www.bibliotheken-nrw.de/wp-content/uploads/Leitfaden.pdf [Abruf am 20.07.2026]
  5. Wikipedia (o.J.): Bibliothek der Dinge. Online unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothek_der_Dinge[Abruf am 20.07.2026]
  6. Ziele für mehr Nachhaltigkeit (o.J.): Ziel 12: Nach­hal­tige Kon­sum- und Pro­duk­ti­ons­mus­ter sicher­stel­len. Online unter: https://17ziele.de/ziele/12.html [Abruf am 20.07.2026]
  7. Schönes Soest (30.07.2026): Ausleihen statt kaufen: Die Börde Box erweitert das Angebot der Stadtbücherei Soest. Online unter: https://schoenes-soest.de/beitraege/ausleihen-statt-kaufen-die-boerde-box-erweitert-das-angebot-der-stadtbuecherei-soest [Abruf am 04.08.2026]
  8. Schmid, Albert (2021): Bibliotheken der Dinge als neues Arbeitsfeld Öffentlicher Bibliotheken. Online unter: https://hdms.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/6666/file/Schmid_Bachelorarbeit.pdf

Abbildungsverzeichnis

  1. Instagram-Post der Stadtbibliothek Pankow: https://www.instagram.com/p/DPs6UbOjYmJ/
  2. 12. Nachhaltigkeitsziel: https://17ziele.de/ziele/12.html
  3. Leihbar: Karaoke-Maschine: https://www.haltern-am-see.de/system/files/2025-09/Beschreibung_Karaokemaschine.pdf
  4. Gemeinsames Ausprobrobieren in der Bibliothek der Dinge: https://www.slub-dresden.de/besuchen/ausleihen/bibliothek-der-dinge
  5. Bibliothek der Dinge des Goethe-Institus: Discokugeln: https://www.goethe.de/ins/cz/de/kul/the/thr/bdr/20972622.html
  6. Bibliothek der Dinge der Medizin-Bibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek Münster: https://www.uni-muenster.de/MediBib/ausleihe/bibliothekderdinge.html
  1. Vgl. Drills only used for 10 minutes – Workshopshed; Stadtteilbüro Hanseviertel ↩︎

7 Tage im Bus um die Ostsee – als curvy, neurodivergente Zillennial

Route der siebentägigen Busreise rund um die Ostsee mit 42 Stationen.

Wie fühlt sich eine dieser Prospekt-Busfahrten an, wenn man deutlich jünger als der Rest der Reisegruppe ist, dazu dick und neurodivergent? Auf geht’s!

Kurz zu mir

… und warum ich diese Reise maaaybe etwas anders erlebt habe, als manch andere Menschen:

Autorin Laura während ihrer Busreise um die Ostsee - hier an Board der "Viking XPRS".

Mit meinen 33 Jahren bin ich eine Zillennial – das ist eine Mikro-Generation die zwischen 1993 und 98 geboren wurden. Zu jung für Millennial, zu alt für Gen Z. Ich habe ADHS und es gibt den Verdacht auf Autismus – zusammen bezeichnet man dies auch oft als AuDHS. Menschen mit diesen neurologischen Entwicklungsstörungen nennt man auch neurodivergent.

Seit meiner frühesten Jugend habe ich ein ausgeprägtes Lipo-Lymphödem und um damit klarzukommen, trage ich eine Flachstrickversorgung. Die lindert die Schwellungen und die damit verbundenen Schmerzen.

Durch mein AuDHS nehme ich Veränderungen, Reize und Empfindungen viel intensiver wahr, als neurotypische Menschen, gerne auch „Normies“ genannt. 😉

Ich hatte mit vielem gerechnet… aber ich hab ja auch Dyskalkulie 😉

Gemeinsam mit meiner Tante (1965er Jahrgang) unternahm ich im Juni 2026 eine Busfahrt „Rund um die Ostsee“, beworben in einem dieser Prospekte, die man manchmal im Briefkasten hat.

7 Tage – 7 Länder – und das für ca. 1000 € pro Person. Das ist schon ein echter Schnapper – da kann man nix gegen sagen.

Doch es begann schon damit, dass wir um 2.45 Uhr am Hannover Flughafen als erste zusteigen mussten. Nach und nach kamen dann bis 10 Uhr die restlichen Reisenden dazu, so dass wir am Ende eine Gruppe von 43 waren. Und alle 42 waren mindestens 50+. 😐

Aber hey, mit der „Küken-Position“ hatte ich tatsächlich gerechnet.

Auch, dass ich die dickste Person sein würde. Jepp – expected.

Aber womit ich nicht gerechnet habe, war:

43 Menschen, ein Bus und sehr wenig Rückzugsmöglichkeiten

Was mich als erstes störte – die Gerüche. Ich hab keine Ahnung, ob viele so früh am Tage den Weg in die Dusche oder zur Zahnbürste (oder auch beidem) nicht fanden, aber miese, fiese Gerüche, sind leider etwas, was mein Nervensystem absolut auf Alarm gehen lassen 😵‍💫

Das besserte sich zumindest (außer für die gestellte Reisebegleiterin) am zweiten Tag der Reise.

Doch was mit den Tagen schlimmer wurde, war dieses Gefühl der Zerrissenheit – da streiten sich eben ADHS und Autismus:

Man will immer mit dabei sein, man liebt es neue Kontakte zu knüpfen, neue Dinge zu sehen und zu erleben! Manche Leute waren auch sehr lustig und man war ja auch aufgeregt! Reise – Yay!

Aber andererseits hasst man auch laute Stimmen, und nerviges Räuspern oder Naseschniefen (take a f*cking Tempo!). Die ständig zu spät kommenden Informationen zusammen mit einem sehr strikten Programm mit wenig Freizeit sorgten für direkte Gereiztheit und auch die teilweise sehr frühen Abfahrten und späten Ankünfte in den Hotels führten zu wenig Schlaf und Dauererschöpfung.

Und natürlich war ich damit nicht allein. Es gab viele, die auch dauergenervt waren. Wiederum zeigten andere ihre Coping Mechanisms, indem sie die Busfahrer-Bar täglich leerten… 🥴🥂

Vom Essen will ich hier jetzt mal lieber nicht schreiben. Nur eins vorweg: Bucht bloß keine Halbpension – selbst das Essen, was euch ein Lieferdienst bringen könnte, wäre authentischer gewesen, als das was uns in den Hotels/Kantinen vorgesetzt wurde…

Genau deshalb war es so wichtig, sich selbst Momente freizuschaufeln, abseits der Gruppe (auch wenn mir das regelmäßig Schelte von der Reisebegleiterin einbrachte). Diese kleinen Erlebnisse, die man nur für sich hatte, sind das, was am Ende positiv im Gedächtnis bleibt.

Curvy im Reisebus – Endgame, wenn man nicht wohin mit sich und den Beinen weiß

Unsere längsten durchgehenden Fahrten, ohne Pausen, waren wohl zwischen 5 und 7 Stunden lang… Das eine Mal, weil wir bei Niagara-Fall-Regen vor Riga im Stau standen und das andere Mal auf der Heimfahrt von Dänemark nach Deutschland.

Die richtige Sitzwahl ist hier das A und O. Und obwohl wir extra Sitze vorgebucht hatten (wir mussten dafür nochmal jeweils 40 Euro extra zahlen) – waren die einzigen Sitze mit ECHTER Beinfreiheit, die in der ersten Reihe (jeweils knapp 70 Euro).

Im Nachhinein bin ich dennoch froh, nicht diese Sitze gebucht zu haben, denn sie wären direkt neben der Reisebegleiterin gewesen… Da hätt ich mir vermutlich bereits am 2. Tag eine Rückfahrtmöglichkeit gesucht… @.@

Besonders wenn man ignorante Menschen vor einem sitzen hat, die die ganze Zeit den Sitz zurückstellen (damit sie da eben auch reinpassen…), verringert dies die eigene Bewegungsfläche enorm.

Wenn man also Beinprobleme hat – entweder schauen, ob irgendwo zwei Plätze frei sind, damit man mal einen Hax hochlegen kann oder eben doch mehr Geld in die Hand nehmen.

Auch die Hotelbäder, Toiletten, Kabinen, etc. waren in jeder Unterkunft anders. Unser Bad in Nacht 2 hatte vielleicht 4 qm für alles (wenn‘s hochkommt). Davon übertroffen mit vielleicht 3,5 war nur noch das Kabinenbad an Bord der Fähre von Finnland nach Schweden.

Die Toiletten sind alle in den Baltikumsländern sehr niedrig… Keine Ahnung warum – ich dachte auch immer die Menschen im Norden seien größer??

Aber bei diesen organisierten Reisen weiß man leider oftmals nicht was einen vorher erwartet. Oh und btw – NUTZT JEDE PAUSE! Denn die Bustoilette kann ich euch wirklich nicht empfehlen, außer ihr seid ein Zwerg und habt keine Platzangst (und kein Problem mit Kanalisationsgerüchen). 👍🏻

Eine Zillennial allein unter Gen Xlern, Boomern und Resten der Silent Generation 👀

Wie oben schon erwähnt, ich hatte erwartet die Jüngste zu sein. Allein schon die Programmpunkte wie „Bier- und Weinverkostung“ oder aber auch wie die Stadtführungen aufgebaut waren (Architektur ja, aber mehr Kirchen, weniger Exzentrik).

Doch nach dem 2. Tag (etwas mehr Schlaf, alle hatten die Möglichkeit ihre Zahnbürsten im Gepäck zu finden), merkte ich, dass viele von den Leuten auch sehr nett und lustig sein konnten. Man muss sich echt ein bisschen auf das Erlebnis einlassen, auch wenn es einen anfänglich abschreckt. 😉

Hinter meiner Tante saß z.B. ein Mittsechziger, der ohne seine Frau fuhr und wir „adoptierten“ ihn. Da wir dann immer zu dritt auftauchten wurden wir geneckt als „Ah, die Urlaubsfamilie“.

Diesem Herrn verdanken wir es auch, dass meine Tante und ich uns in der Mitte der Reise nicht doch gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben – Danke H.!

Auch bekam ich unglaublich viele nette Kommentare und Komplimente. Die älteren Herren fanden mich erfrischend und lustig und die Damen der Runde machten mir Komplimente, wie ich meine Flachstrickversorgung (Lipo-Lymphödem) mit meinem bunten Kleidungsstil verbinde und dass ich souverän dazu stehe, wie ich bin.

Viele haben mich auf der Reise auch umarmt und meinten, es wäre toll mich getroffen zu haben. Das war mir fast schon unangenehm 🫣

Aber genau dann merkte ich, dass auch ich von ihrer Anwesenheit profitiert habe. Wie sehr mich manche mit ihren kleinen fiesen Kommentaren bei den Stadtführungen zum Lachen gebracht haben und dazu beitrugen, die Stimmung auch mal aufzulockern.

Ein großer Altersunterschied ist zwar eine Herausforderung, aber wenn sich alle Seiten Mühe geben, kann es auch klappen!

Man merkt wohl schon, dass eher die Organisation, als die Gruppe, das Problem war 😉

Man kann sich noch so sehr bemühen – wenn der Körper aber nein sagt, hat man Pech

Nach vier anstrengenden Tagen durch Polen, Litauen, Lettland und Estland kamen wir am 5. Tag in der Früh in Helsinki (Finnland) an.

Aber ich hatte schon am Abend zuvor gemerkt – irgendwas stimmte nicht.

Trotz Einlagen und vorsichtig sein hatte ich mir meine Füße komplett wund gelaufen. Jeder Schritt war eine Qual und eigentlich bin ich gut darin, sowas zu überspielen. Aber Erschöpfung, Frust und eine angespannte Stimmung führten dazu, dass man mir schon ansah, dass es mir nicht gut ging.

Umso schlimmer wurde es, da wir jetzt zum ersten Mal seit Beginn der Reise eine festgelegte Freizeit von mehreren Stunden zur eigenen freien Verfügung hatten…

Schweren Herzens sagte ich meiner Tante, sie solle mit unserem „adoptierten“ Urlaubsverwandten allein losziehen. Ich blieb in der Umgebung des Hafens. Das war zwar schmerzlich (in jedweder Hinsicht), aber besser für alle.

Ich organisierte mir in einer Apotheke Tape und Blasenpflaster, damit ich die restlichen zwei Tage gut überstehen würde (ein kleines Vermögen 😭💸 ).

Eine fremd organisierte Reise nimmt einem selbst zwar viel Planung, aber sie nimmt einem auch die Möglichkeit die Grenzen des eigenen Körpers abzuwägen und Pausen einzulegen, wenn es nötig ist.

Gibt es ein nächstes Mal? Und wenn ja, was würde ich anders machen?

Vorweg: Ich will auf jeden Fall mit meiner Tante nochmal verreisen (wir konnten unsere Unstimmigkeiten nach Helsinki beilegen 😉 ). Und auch gegen eine Gruppe hätte ich vermutlich nichts einzuwenden.

Aber – und jetzt das große Aber: Ich würde schauen, ob man einen anderen Bus bekommen kann – es gibt nämlich auch Premium-Busse mit großem Abstand nach vorne und hinten.

Ich würde mit der Reisebegleitung ausmachen, wo Start- und Treffpunkte wären und genaue Informationen zu den jeweiligen Abfahrten einfordern und mich auch mal von der Gruppe abseilen, wenn ich keine Lust auf eine Führung hätte.

Ich würde auf jeden Fall ein Paar Ersatzschuhe mitnehmen und ’ne Voltaren-Tube.

Trinken ist essenziell und ich weiß, ich bin eine schlechte Trinkerin. Das hätte mindestens 2x Kopfschmerzen verhindert 😂

Und auf keinen Fall verlasse ich mich je wieder auf eine Halbpension. Lieber bestelle ich mir was bei einem Lieferservice als noch einmal undefiniertes Essen auf dem Teller zu haben.

Fazit – ja, es geht, aber mit Obacht ☝

Die Reise hat mir Orte gezeigt (und zu einem Preis), die ich sonst wahrscheinlich nicht innerhalb einer Woche erlebt hätte. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass „alles ist organisiert“ nicht automatisch „Ich muss mich um nichts kümmern“ bedeutet.

Gerade als curvy und neurodivergente Reisende brauche ich einfach diverse Dinge, um einen Urlaub genießen zu können. Das fängt bei verlässlichen, rechtzeitig erhaltenen Informationen an, und geht über regelmäßige Pausen bis hin zur Freiheit. Auch vom Programm abweichen zu können und Nein zu sagen.

Unsere Abenteuer müssen nicht kleiner werden, nur weil unsere Körper und Gehirne andere Bedingungen und Bedürfnisse haben – nicht vergessen! 😁

Quellenverzeichnis

Warum Lesen auch im digitalen Zeitalter wichtig bleibt

Jeder Mensch kennt es. Egal ob zu Hause, in der Schule, auf der Arbeit oder im Alltag: WhatsApp-Nachrichten, Likes, Kommentare und Direktnachrichten von Instagram, TikTok und Co. tauchen als Pop-up- oder Erinnerungsbenachrichtigungen auf dem Smartphone auf. Man ist ständig und überall erreichbar. Dies ist ein Spiegel dafür, wie schnell sich die Technik in den letzten zwei Jahrzehnten weiterentwickelt hat.

Man könnte fast behaupten man braucht keine analogen Medien mehr. Aber auch nur fast. Ein überraschender Trend setzt sich dennoch immer wieder durch und hat eine neue Beliebtheit erreicht. Egal wie viele Neuerungen auf den Markt kommen – die Menschen lesen weiterhin viel und gerne.

Warum ist Lesen also heute noch relevant? Dieser Artikel gibt einen Einblick darüber, wieso das Lesen immer noch viele Menschen begeistert und wie sie einen im Alltag, ganz ohne digitale Ablenkung, unterstützt.

Lesen fördert Wissen und Sprache

Hier sind einige interessante Einblicke darüber, was Lesen bei einem Menschen bewirken kann:

Lesen trägt dazu bei, dass der Wortschatz stetig erweitert und Wissen ausgebaut wird. Das Gehirn wird dabei trainiert, ohne dass es sich wie klassisches Lernen anfühlt. Außerdem fördert Lesen die Konzentration, wodurch man lernt, länger an einem Text dranzubleiben, Inhalte besser zu verstehen und auch die eigene sprachliche Ausdrucksweise positiv zu beeinflussen.

Auch das Erinnerungsvermögen kann durch Lesen gestärkt werden. Studien haben gezeigt, dass sich Menschen Inhalte auf gedrucktem Papier teilweise leichter merken können als bei digitalen Hilfsmitteln, wie beispielsweise dem Lesen einer PDF-Datei auf einem Tablet.

Damit nicht genug: Regelmäßiges Lesen kann außerdem dazu beitragen, den geistigen Abbau im Alter zu verlangsamen. Eine amerikanische Studie kam zudem zu dem Ergebnis, dass Menschen, die regelmäßig Bücher lesen, im Durchschnitt länger leben als Menschen, die nicht lesen. Lesen ist also nicht nur eine unterhaltsame Beschäftigung, sondern kann auch viele positive Auswirkungen auf Körper und Geist haben.

Lesen als Ausgleich zum digitalen Alltag

Vor allem im Hinblick auf das vorangegangene Thema unterschätzen viele Menschen, was das Lesen von Büchern tatsächlich bewirken kann. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass Erfahrungen aus der Schulzeit dazu geführt haben, dass das Lesen von Büchern häufig mit Zwang oder Pflicht assoziiert wird. Zusätzlich haben viele der behandelten Bücher und Themen nicht unbedingt die Interessen der Schüler*innen abgedeckt.

Dabei kann gerade in einer schnelllebigen Gesellschaft der Fokus auf das Wesentliche schnell verloren gehen. Lesen bietet die Möglichkeit, bewusst eine Pause einzulegen: Egal ob während der Mittagspause oder wenn man nach einem langen Tag in der Schule, Universität oder auf der Arbeit nach Hause kommt. Lesen kann dabei helfen, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, da man sich nur auf eine Sache konzentrieren muss.

Besonders hilfreich ist dies in einer Zeit, in der viele Menschen einer ständigen Reizüberflutung und Stress ausgesetzt sind. Der bewusste Verzicht auf digitale Inhalte wie Serien oder soziale Medien schafft eine Pause vom Smartphone und dem Druck der ständigen Erreichbarkeit.

Lesen als Inspiration und Bereicherung im Alltag

Lesen kann eine Möglichkeit sein, seinen eigenen Horizont zu erweitern und sich neuen Perspektiven zu öffnen. Geschichten kennenzulernen hilft dabei, sich selbst und andere Mitmenschen besser zu verstehen. Es entsteht Empathie, die sich weiterentwickelt, da Bücher verschiedene Einblicke und Perspektiven aus unterschiedlichen Lebensumständen und Emotionen der Charaktere ermöglichen. Zusätzlich wird die Vorstellungskraft gefördert. Der Mensch wird dazu angeregt, mithilfe seiner Fantasie und Kreativität die Geschichte bildlich vor dem inneren Auge ablaufen zu lassen.

Vielen Menschen fällt es jedoch aus unterschiedlichen Gründen schwer, nach einem Buch zu greifen. Hier sind kurze Tipps, wie man wieder mehr lesen kann:

Es kann hilfreich sein, sich feste Lesezeiten einzuplanen und in eine Alltagsroutine zu integrieren, beispielsweise vor dem Zubettgehen. Ähnlich wie eine Schlafroutine ist eine feste Lesezeit eine gute Möglichkeit, Lesen in den Alltag einfließen zu lassen und entspannte Lesestunden zu genießen. Das Setzen von kurzen Lesezielen, wie z. B. ein bis zwei Kapitel oder zehn Seiten am Abend, ist ebenfalls eine sinnvolle Maßnahme und macht zudem viel Spaß, indem man sich eine Challenge setzt.

Um sich mehr Lesemomente zu schaffen, ist es sinnvoll, vorab ein Genre auszuwählen, das wirklich das Interesse weckt. Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, nach Inspiration zu suchen. Über Social Media ergeben sich viele Möglichkeiten, da sich hier über die Jahre viele Lesecommunitys entwickelt haben. TikTok (#BookTokDeutsch) und Instagram (#Bookstagram) sind gute Plattformen, um schnelle Empfehlungen zu bekommen, Trends und neue Bücher zu entdecken. Außerdem findet man dort viele Rezensionen, Leselisten und Buchfotos/-videos.

Eine weitere Empfehlung ist die Internetseite „Goodreads“. Hier können Leser*innen Bewertungen schreiben, Listen anlegen und automatische Empfehlungen erhalten. Wer längere Videoformate bevorzugt, kann auf YouTube fündig werden. Die Community nennt sich „BookTube“ und bietet Videos mit ausführlichen Buchvorstellungen, Empfehlungen und Rezensionen. Weitere Inspirationen bieten Bestsellerlisten und Literaturpreise sowie die Webseiten von Verlagen und Buchhandlungen.

Aber auch Bibliotheken (Empfehlungen, Lesekreise, Veranstaltungen), unabhängige Buchhandlungen (persönliche Geheimtipps), Lesekreise/Buchclubs (gemeinsam neue Bücher entdecken), Flohmärkte & Antiquariate (überraschende Funde) und Buchmessen (Trends und neue Autorinnen kennenlernen) geben viel Raum für Inspiration und Austausch.

Fazit

Lesen bereichert also den Alltag, erweitert den Horizont und es gibt viele Möglichkeiten, wieder einen Zugang zum Lesen zu finden.

Artgerechte Katzenernährung

Katze frisst aus einem Futternapf
Katze isst aus einem Napf mit der Aufschrift „Food“

Mythen und Fakten: Was Katzen wirklich brauchen

Wer eine Katze besitzt, möchte natürlich nur das Beste für seinen Vierbeiner. Doch gerade beim Thema Ernährung kursieren viele widersprüchliche Informationen. Sollte eine Katze ausschließlich Nassfutter bekommen? Ist Trockenfutter ungesund? Und brauchen Katzen tatsächlich Milch? In diesem Artikel werden die häufigsten Mythen rund um die Katzenernährung erklärt und mit Fakten ergänzt.

Warum die richtige Ernährung so wichtig ist

Katzen unterscheiden sich deutlich von Hunden oder Menschen. Sie sind sogenannte Fleischfresser und benötigen bestimmte Nährstoffe, die hauptsächlich in tierischen Produkten enthalten sind. Dazu gehören unter anderem hochwertiges Eiweiß, Taurin sowie verschiedene Vitamine und Fettsäuren.

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem, sorgt für ein gesundes Fell und kann dazu beitragen, Krankheiten vorzubeugen. Gleichzeitig kann eine falsche Fütterung langfristig zu Übergewicht, Verdauungsproblemen oder Mangelerscheinungen führen.

🐈‍⬛Mythos 1: Katzen brauchen Milch

Dieser Mythos gehört wahrscheinlich zu den bekanntesten überhaupt. Viele Menschen verbinden Katzen automatisch mit einer Schale Milch. Tatsächlich vertragen jedoch viele erwachsene Katzen Milch gar nicht besonders gut.

Der Grund dafür ist, dass viele Katzen nach dem Absetzen von der Mutter weniger Laktase produzieren. Dieses Enzym wird benötigt, um Milchzucker zu verdauen. Fehlt es, können Bauchschmerzen auftreten.

Fakt: Frisches Wasser ist für Katzen deutlich wichtiger als Milch. Wer seiner Katze gelegentlich etwas Besonderes anbieten möchte, kann spezielle Katzenmilch verwenden, die weniger Laktose enthält.

🐈‍⬛Mythos 2: Trockenfutter ist grundsätzlich schlecht

Immer wieder wird behauptet, Trockenfutter sei grundsätzlich ungeeignet für Katzen. Ganz so einfach ist es jedoch nicht.

Trockenfutter enthält deutlich weniger Feuchtigkeit als Nassfutter. Da viele Katzen ohnehin wenig trinken, kann dies langfristig problematisch sein. Gleichzeitig gibt es hochwertige Trockenfuttersorten mit einer ausgewogenen Nährstoffzusammensetzung

Fakt: Trockenfutter ist nicht automatisch schlecht. Wichtig sind hochwertige Zutaten, ein hoher Fleischanteil und ausreichend Wasseraufnahme. Viele Tierärzte empfehlen eine Kombination aus Nass- und Trockenfutter.

🐈‍⬛Mythos 3: Getreide macht Katzen krank

Getreide wird häufig als schädlicher Bestandteil von Katzenfutter dargestellt. Tatsächlich benötigen Katzen Getreide nicht zwingend, da sie ihren Energiebedarf hauptsächlich über tierische Proteine decken.

Allerdings bedeutet ein geringer Getreideanteil nicht automatisch, dass ein Futter schlecht ist. Entscheidend ist vielmehr die gesamte Zusammensetzung. Katzen benötigen eine ausgewogene Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen. Die Bezeichnung „getreidefrei“ allein ist somit kein ausreichendes Qualitätsmerkmal. Stattdessen sollten Katzenhalter die Zutatenliste und die Nährstoffzusammensetzung genauer betrachten.

Fakt: Ein hoher Fleischanteil und eine ausgewogene Rezeptur sind wichtiger als die Frage, ob Getreide enthalten ist oder nicht.

🐈‍⬛Mythos 4: Katzen regulieren ihr Gewicht von selbst

Viele Katzenhalter gehen davon aus, dass Katzen nur so viel fressen, wie sie tatsächlich benötigen. Bei Wohnungskatzen trifft das jedoch häufig nicht zu. Gerade bei den Wohnungskatzen spielt die tägliche Bewegung eine wichtige Rolle. Während Freigänger häufig mehr Möglichkeiten haben, sich zu bewegen, sind Wohnungskatzen in der Wohnung auf begrenzten Platz angewiesen. Regelmäßiges Spielen können deshalb dabei helfen, das Körpergewicht zu kontrollieren.

Leckerlis, zu große Portionen oder Bewegungsmangel können schnell zu Übergewicht führen. Dieses erhöht wiederum das Risiko für DIabetes, Gelenkprobleme oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Fakt: Das Körpergewicht sollte regelmäßig kontrolliert und die Futtermenge an Alter, Aktivität und Gesundheitszustand angepasst werden.

🐈‍⬛Mythos 5: Rohes Fleisch ist immer die beste Ernährung

Das sogenannte BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) wird von einigen Katzenhaltern bevorzugt. Ziel ist es, die natürliche Ernährung einer Wildkatze nachzuahmen.

Grundsätzlich kann BARF funktionieren, allerdings nur bei sorgfältiger Planung. Werden wichtige Nährstoffe wie Taurin, Kalzium oder Vitamine nicht ausreichend ergänzt, kann es zu gesundheitliche Problemen kommen. Außerdem besteht bei rohem Fleisch immer ein Risiko für Keime oder Parasiten.

Fakt: BARF ist keine falsche Ernährungsform, sollte jedoch gut geplant werden. Wer sich dafür entscheidet, sollte sich vorher umfassend informieren oder eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.

🍽️Gutes Katzenfutter

Woran erkennt man gutes Katzenfutter?

Die Auswahl im Supermarkt oder Fachhandel ist groß. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft häufig weiter.

Gutes Katzenfutter zeichnet sich unter anderem durch folgende Merkmale aus:

  • hoher Anteil an tierischen Bestandteilen
  • ausreichend Taurin
  • transparente Deklaration der Zutaten
  • möglichst wenig Zuckerzusätze
  • ausgewogene Vitamin- und Mineralstoffversorgung

Der Preis allein sagt dabei wenig über die Qualität aus. Auch günstigere Produkte können ausgewogen sein, während teure Marken nicht automatisch besser sind.

Wann ist eine Ernährungsberatung sinnvoll?

Nicht jede Katze hat die gleichen Bedürfnisse. Alter, Aktivitätsniveau oder Erkrankungen beeinflussen den Nährstoffbedarf erheblich.

Eine professionelle Ernährungsberatung kann beispielsweise sinnvoll sein bei:

  • Übergewicht
  • Allergien oder Unverträglichkeiten
  • Nierenerkrankungen
  • Diabetes
  • Umstellung auf BARF
  • Futterverweigerung

Gemeinsam mit Tierärzten oder speziell ausgebildeten Tierernährungsberatern lässt sich ein individueller Fütterungsplan erstellen.

Fazit

Rund um die Katzenernährung halten sich viele Mythen hartnäckig. Nicht alles, was häufig behauptet wird, entspricht jedoch den aktuellen Erkenntnissen. Entscheidend ist eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Zutaten, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Katze abgestimmt ist.

Wer sich unsicher ist oder gesundheitliche Veränderungen bei seiner Katze bemerkt, sollte sich an einen Tierarzt oder eine qualifizierte Ernährungsberatung wenden. So lässt sich sicherstellen, dass der Stubentiger optimal versorgt wird und möglichst lange gesund bleibt.

Quellen

  • Quelle Mythos Milch:
    Royal Canin Academy (o.J.): Häufige Fragen und Antworten zur Ernährung der Katze. https://academy.royalcanin.com/de/veterinary/faqs-about-cat-nutrition
    Cornell University College of Veterinary Medicine (2026): Feeding your cat. https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/feeding-your-cat
  • Quelle Mythos Trockenfutter:
    Cornell University College of Veterinary Medicine (2026): Feeding your cat. https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/feeding-your-cat
  • Quelle Mythos Getreide:
    Stiftung Warentest (2024): Fragen rund um Katzenfutter: Alles paletti im Napf? Tipps für Katzenfutter. https://www.test.de/FAQ-Katzenfutter-Was-Mieze-gut-tut-und-was-nicht-5172058-0/
  • Quelle Mythos Gewicht:
    Cornell University College of Veterinary Medicine (2024): How often should you feed your cat? https://www.vet.cornell.edu/departments/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/how-often-should-you-feed-your-cat
  • Quelle Mythos Barf:
    Cornell University College of Veterinary Medicine (2026): Feeding your cat. https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/feeding-your-cat

Bildquelle:
sweetlouise (2018): Cat, feline, bowl for animals [Foto]. Pixabay. https://pixabay.com/photos/cat-feline-bowl-for-animals-pet-3474821/

Michaela Tegethoff, August 2026

Mastodon: ein Zuhause für alle!

Logo der Plattform "Mastodon"
Logo der Plattform "Mastodon"


Du brauchst eine Auszeit
von Social Media,
wo nur Reichweite zählt
und Trends kopiert werden?
Dann probiere jetzt Mastodon aus!

Hier liegt der Fokus auf Transparenz, respektvollem Umgang miteinander und Gemeinschaft.

Was ist Mastodon und was macht es besonders?

Mastodon ist Teil des Fediverse. Optisch ähnelt es dem Kurznachrichtendienst „X“. Für mich fühlt es sich im Vergleich dazu viel lebendiger an, denn hier sind weniger Bots unterwegs.
Mastodon ist open source, das bedeutet, dass du in den Code hineinschauen kannst. Es ist dezentral organisiert und wird nicht von Großkonzernen gesteuert. Es besteht aus einer bunten Menge von selbst-gehosteten Servern, den sogenannten Instanzen.
Das Beste: du kannst dir daraus die Instanz aussuchen, die am besten zu dir passt!
Ich als Person aus der Bibliothekswelt, habe mich beispielsweise bei openbiblio.social registriert, aber davon abgesehen gibt es noch viele weitere Gruppen zu entdecken. Von Technik, zu Gaming und kreativen Hobbys ist alles dabei!
Du kannst die Instanz easy wechseln und auf eine andere Instanz umziehen, wo du dich wohler fühlst! Du hast die Möglichkeit, deine eigene Instanz zu hosten und deine eigenen Regeln aufzustellen.

Die Community-Regeln, sollten von allen eingehalten werden. Es sind beispielsweise keine Hassrede oder Mobbing erlaubt und die sogenannte Netiquette ist einzuhalten. Das bedeutet, dass man höflich mit anderen kommunizieren soll. Wenn sich alle an die Regeln halten, kann Mastodon als Safespace erhalten werden.

Mastodon ist ein soziales Netzwerk ohne Algorithmus, das aus mehreren einzelnen Gruppen (Instanzen) besteht. Alle können sich registrieren und sich die Instanz selbst aussuchen!

Startseite der Plattform "Mastodon" auf der Instanz openbiblio.social
Startseite von openbiblio.social

Vorteile von Mastodon gegenüber anderen sozialen Netzwerken

  • keine Algorithmen, die Inhalte vorsortieren
  • die Inhalte werden in chronologischer Reihenfolge angezeigt
  • keine Werbung, keine Empfehlungen
  • echte Menschen erstellen echte Inhalte
  • Interessensgruppen finden und Communities beitreten

Was ist das Fediverse?

Fediverse setzt sich zusammen aus „federated“ und „universe“. Das heißt viele einzelne Services bilden das Fediverse-Netzwerk. Damit stellt das Fediverse einen Gegenentwurf beispielsweise zu Google oder dem Meta-Konzern dar.
Zu den einzelnen Services zählen beispielsweise der Cloudservice Nextcloud und die Video-Plattform Peer Tube. Alle Services benutzen das gleiche Protokoll zum Datenaustausch, das ActivityHub. Das ist ähnlich wie bei E-Mails. Egal welche Domain man hat, also zum Beispiel @gmail.com, @webmail.de usw., kann man Mails versenden und empfangen.

Der Clou: mit einem Mastodon-Konto kannst du mit jedem Service, der Teil des Fediverses ist, interagieren! Also Beiträge auf Pixelfed kommentieren, liken und vieles mehr!

Um einen Service anzubieten werden Server benötigt, deren Miete oder Betrieb Kosten verursachen. Doch da sich die Hosts oftmals durch Mitgliedsbeiträge oder Spenden finanzieren, sind die angebotenen Dienste oft kostenfrei nutzbar.

Das Fediverse ist ein Zusammenschluss mehrerer Dienste und Plattformen. Diese kommunizieren über das ActivityHub-Protokoll miteinander.
Die Nutzung ist in den meisten Fällen kostenfrei.

Wie und wo kann ich anfangen?

Einfach loslegen! Du kannst nichts falsch machen.
Du kannst dir unter joinmastodon.org einen Überblick über vorhandene Server verschaffen und gleich ein Konto erstellen, beziehungsweise anfragen, ob du dich registrieren darfst.

  1. Vervollständige dein Profil

    Damit Personen etwas über dich erfahren, fülle deine Bio aus
    und stelle ein Profilbild ein.

  2. Finde Personen, die du kennst

    Die Suchfunktion hilft dir dabei Personen oder Institutionen zu finden, denen du folgen kannst.

  3. Schreibe deinen ersten Tröt!

    Schreibe einen kurzen Text über dich, oder was dich so bewegt.
    Wichtig: nutze hier unbedingt den #neuhier Tag, damit alle wissen, dass du jetzt da bist und damit sie dich begrüßen können!

  4. Auf dem Laufenden bleiben

    Nun kannst du regelmäßig deinen Feed durchscrollen, neue Bekanntschaften machen und dich mit anderen austauschen. Viel Spaß dabei!

Lohnt sich Mastodon?

Mastodon ist nicht für jeden das Richtige. Aber wer chronologisch sortierte Inhalte von Personen, denen man folgt mag, findet hier genau das, was er sucht. Bei Mastodon steht nicht Wachstum im Vordergrund. Bei kommerziellen Plattformen muss es ja immer mehr sein: mehr Follower, mehr Postings, mehr, mehr, mehr! Ich finde es entschleunigend, meine Zeit auf Mastodon zu verbringen. Hier sind die Leute anzutreffen, die ebenfalls genau das zu schätzen wissen. Menschen, die sich austauschen möchten und wirklich echtes Interesse haben.

Habe ich dich überzeugen können? Ich wünsche dir viele schöne neue Entdeckungen auf Mastodon. Social Media done well!


TL;DR

Was ist Mastodon?
Mastodon ist eine Microblogging-Plattform, ähnlich wie „X“. Im Vergleich dazu gibt es jedoch weniger Bots oder KI.
Warum sollte ich wechseln?
Bei Mastodon gibt es keine Algorithmen. Dir wird nur Content von Personen oder Institutionen angezeigt, denen du auch tatsächlich folgst.
Ist Mastodon das Fediverse?
Nein, Mastodon ist nicht das Fediverse. Es ist ein Teil von vielen Plattformen, die alle mittels des ActivityHub miteinander kommunizieren.
Ist Mastodon kostenlos?
Ja, natürlich! Die Serverhosts würden sich aber über eine Spende freuen.
Kann ich mich bei jedem beliebigen Server anmelden?
Jain. Du kannst dich bei manchen Servern sofort registrieren, bei anderen musst du erst fragen, ob du beitreten darfst.

Quellen

Stuart: Why come to Mastodon? (o. J.), URL: https://medium.com/@stuart_ml/why-come-to-mastodon-24a6c62a868b, (Stand: 07.08.2026)

D 64: 10 Dinge, die du über Mastodon wissen solltest (2022), URL: https://d-64.org/10-dinge-die-du-ueber-mastodon-wissen-solltest/ (Stand: 07.08.2026)

Zotzmann-Koch, Klaudia: Social Media Grundsätze: Einstieg ins Fediverse (2026), URL: https://www.viennawriter.net/blog/social-media-grundsaetze-einstieg-ins-fediverse/ (Stand: 07.08.2026)

884 Wörter

Die eigene Büchersammlung digitalisieren: SuB, Leselisten und Statistiken im Griff

Foto aus meinem privaten Bücherregal
Abb. 1

Egal ob Comic-Nerd, Bücherfreund oder Manga-Sammler – wir alle kommen irgendwann an den Punkt, an dem wir uns Fragen stellen wie: Welche Bücher habe ich schon gelesen? Wie fand ich den zweiten Band von „Der Herr der Ringe“? Oder auch: Wie viele Bücher bzw. Mangas und Comics besitze ich überhaupt? Dann geht man auf die Suche nach einem passenden Tool, das einem hilft, diese Fragen zu beantworten – und stellt fest, dass es gar nicht so leicht ist, etwas Passendes für die eigenen Bedürfnisse zu finden.

Dieser Artikel soll dabei keine allgemeingültigen Wahrheiten darstellen, sondern bibliophilen Lesern helfen, einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zu bekommen, wie du deine eigene kleine Bibliothek digitalisieren und tracken kannst.

Tja, dafür gibt es keine Standard-Antwort: Willst du wissen, wie groß deine Sammlung ist, und nicht jeden Monat neu am Regal stehen um alles nachzuzählen? Dann wäre eine schriftliche Auflistung, die du bei jedem Neu- und Verkauf aktualisieren kannst, samt gezählter Summe der Bände ja ganz praktisch, oder?

Du brauchst einen Überblick über die fehlenden Bände deiner Comic-Reihen, damit du in der nächsten Buchhandlung einfach und bequem nachschauen kannst, was dir noch fehlt, um die Serie abzuschließen oder zu vervollständigen? Dann wäre eine Bestandsliste auf dem Handy ganz nützlich – entweder in Form einer App oder einer Tabelle, die über Cloud-Dienste mit deinen anderen Geräten zuhause verbunden ist.

Du bist einfach ein Statistik-Junkie und analysierst gerne deine Vorlieben in Form von gelesenen Tropes und Genres, oder welchen Verlag du am meisten liest? Dann müssen wir die harten Geschütze auffahren – mit einer ausführlichen Excel-Datei oder gleich einem selbstgeschriebenen Programm, das deine Sammlung ordentlich katalogisieren kann wie eine gute Bibliothek.

Zuerst musst du dir die Frage stellen, was du überhaupt tracken möchtest. Ist schlicht die Anzahl und die Titel der Sammlung wichtig, oder möchtest du vielleicht sogar einen kleinen statistischen Überblick bekommen? Sollen Anmerkungen und Bewertungen möglich sein, und möchtest du vielleicht auch Vorschläge für ähnliche Titel bekommen?

Je nachdem, wie umfangreich deine eigenen Bedürfnisse sind, kann bereits eine simple Word-Datei ausreichen, um dir einen groben Überblick über die vorhandenen Titel zu verschaffen. Möchtest du mehr in die Tiefe gehen und fast schon eine bibliotheksähnliche Analyse deiner Sammlung erstellen, werden dir frei zugängliche Apps und Webseiten kaum reichen, und du solltest dir Gedanken machen, ein eigenes „Programm“ zu coden. Das klingt erst einmal kompliziert und überfordernd, für manche vielleicht auch übertrieben – allerdings erleichtert uns KI heutzutage den Zugang zum Programmieren und bietet einen einfachen Einstieg für alle, sich maßgeschneiderte Anwendungen zu erstellen. Eben auch, um die eigene Bibliothek digital zu organisieren.

Hier eine kleine Einteilung in die Komplexität von verschiedensten Daten (kein Anspruch auf Vollständigkeit!):

Das stellt lediglich eine Auswahl an Kategorien dar und hängt davon ab, was dir wirklich wichtig ist zu erfassen. Dabei sollte auch immer bedacht werden: Je mehr Informationen ich aufgeschlüsselt haben möchte, umso mehr Zeit muss ich auch in diese Liste investieren – und das immer wieder! Bei jedem Kauf von neuen Büchern, bei jedem Verkauf einer Comic-Reihe und so weiter. Deshalb solltest du dir von Beginn an Gedanken über den Umfang deiner Liste machen. Natürlich kannst du auch erst einmal rumprobieren und viele Kategorien reinpacken – du wirst nach den ersten paar erfassten Bänden merken, was dir wirklich wichtig ist. Und später kannst du die für dich unnötigen Kategorien auch wieder löschen.

Word-Datei

Abb. 2: meine eigene Word-Liste von 2013

Am simpelsten ist immer noch die Word-Datei um seine Büchersammlung zu digitalisiseren: einfach Word öffnen und dann alphabetisch die eigene Sammlung erfassen. Zugegebenermaßen klingt das ziemlich vorsintflutlich – und das ist es auch. Punkt. Aber es hat durchaus seine Daseinsberechtigung: Wenn du nur eine Auflistung deiner Bücher willst, ist eine Word-Datei leicht umzusetzen und erspart dir eine Menge Zeit.

Du fängst mit einem Titel pro Zeile an. Wenn du magst, kannst du sogar in Klammern oder nach einem Tab-Stopp den Autor einfügen. Du kannst einfach der Reihe nach durch dein Regal gehen und jeden Titel dem Alphabet nach in deine Liste einordnen.

Außerdem ist diese Liste eine gute Möglichkeit, deinen Bestand zu kopieren und zum Beispiel in Buch-, Comic- oder Manga-Foren zu posten und zu teilen. Und keine Sorge: Eine Word-Liste funktioniert auch bei großen Sammlungen erstaunlich gut, denn über die Suchfunktion findest du jeden Titel in Sekunden. Ich habe 2012 selbst eine solche Liste meiner Mangasammlung erstellt, um sie in genau solchen Foren zu teilen und einen einfachen Überblick zu behalten – damals dürften es geschätzt schon um die 700 Serien gewesen sein. Irgendwann habe ich sie aber nicht mehr weitergepflegt. Der Grund war allerdings nicht die Größe, sondern dass sie eine zusätzliche Auflistung zu meiner bestehenden Excel-Liste (auf die ich gleich näher eingehe) war. Diese Doppelpflege wurde mit der Zeit einfach zu umständlich und zeitintensiv, und als die Foren-Nutzung wegfiel, gab es keinen Grund mehr, sie weiterzuführen.

Excel-Datei

Abb. 3: meine Excel-Liste, die ich heute noch Pflege

Dies war die erste Methode, die ich mir selbst angeeignet habe. Die Liste wird bis dato von mir gehegt und gepflegt, da sie für mich gut funktioniert. Ich kann sie jederzeit erweitern, wenn mir andere Punkte wichtig werden.

Abb. 4: Das Statistik-Blatt aus meiner Excel-Datei

Eine Excel-Datei bietet die Möglichkeit, kleine Statistiken zu führen, wie beispielsweise den gesamten Bestand zu zählen und verschiedene Kategorien auszuwerten. Wenn du dir Fragen stellst, die dein Leseverhalten betreffen, solltest du über eine Excel-Tabelle nachdenken. Man kann hier sehr schön auflisten, wie viele Bücher bzw. Bände bereits gelesen wurden, welches Genre wie oft vorhanden ist, wie hoch der Gesamtwert (nach Neupreis oder auch real bezahltem Preis) ist oder andere Dinge, die dir wichtig sind.Das Schöne ist auch, dass man verschiedene Excel-Blätter in einer Datei erstellen kann. Das ermöglicht es dir zum Beispiel, deine Statistik auszulagern und dadurch einen direkten Zugriff auf einen Blick zu haben, ohne bis ans Ende deiner Liste zu scrollen.

=SUMME – alle Werte aus einem von dir bestimmten Zellenbereich werden addiert und die Summe in der Zelle mit der Formel wiedergegeben.

=ZÄHLENWENN – möchtest du beispielsweise wissen, wie viele Bücher du gelesen hast, kannst du ganz einfach eine Spalte nehmen und ein „X“ oder „gelesen“ eintragen. Am Ende der Spalte setzt du die =ZÄHLENWENN-Formel ein, markierst den Zellenbereich, der überprüft werden soll, und gibst dann in Anführungszeichen an, unter welcher Bedingung (also deinem „X“ oder „gelesen“) er die Zellen zählen soll. So siehst du die Anzahl deiner gelesenen Bücher bzw. Bände.

Diese zwei Formeln reichen für eine Vielzahl von Statistiken aus, und ich gebe ehrlich zu: Meine Tabelle benutzt auch nicht mehr als diese zwei Formeln. Zu der Zeit, als ich 2010 die Tabelle erstellt habe, wusste ich nicht viel mehr von Excel.

Wer dazu einen guten Überblick möchte, dem kann ich nur diesen Überblick über die grundlegendsten Formeln empfehlen.

Apps

Ich habe mich lange nicht an Apps rangetraut, weil es für meinen Bedarf kaum eine Anwendung gab, die mir weitergeholfen hätte. Meine Sammlung umfasst sowohl Bücher als auch Mangas, daher hätte ich gerne eine hybride Lösung gefunden. Auch heute ist es nicht so einfach, eine App zu finden, die hybride Sammlungen erfassen kann. Freunde dich also gleich mit dem Gedanken an, dass du für Bücher, Comics und Mangas jeweils eigene Apps brauchst, um alles ordentlich verwalten zu können. Ein weiteres Manko für mich war, dass viele Apps damals mit dem Amazon-Katalog verbunden waren, weswegen es bei ausgefallenen, alten oder gar nicht mehr gehandelten Exemplaren schwierig war, diese zu tracken. Aus diesen Gründen habe ich es damals aufgegeben, eine passende App für mich zu finden, und bin bei meiner Excel-Liste geblieben.

Heutiger Stand

Heutzutage sind Apps ausgereifter und teilweise auch mit tausenden Bibliothekskatalogen der ganzen Welt verbunden (siehe Goodreads-Blog zu den neuen Datenquellen). Darum lohnt sich wieder ein Blick darauf.

Der größte Pluspunkt von Apps zur Bücherverwaltung ist ganz klar der Barcodescanner. Innerhalb kurzer Zeit kannst du deine Sammlung komplett erfassen – und alles ist dabei: Cover, Titel, Autor, Preis, Beschreibung … Besonders wenn du keine Zeit oder Lust hast, dich stundenlang mit deiner Buchverwaltung auseinanderzusetzen, solltest du dich für eine App entscheiden. Unterwegs hast du gleich alles dabei, kannst dir Wunschlisten anlegen und einfach mal nebenbei ein Buch dafür einscannen. Done.

Tests verschiedener Apps

Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich hier wirklich nur auf Apps eingehe, bei denen die Verwaltung von Büchern im Vordergrund steht. Es gibt auch eine Menge Angebote im Bereich Lese-Tracking, Empfehlungslisten, Lesetagebuch, Motivation und vieles mehr. Reine Tracking- und Social-Reading-Apps wie Goodreads oder READO habe ich deshalb bewusst außen vor gelassen – darum soll es hier nicht gehen. Und zu Manga- und Comic-Verwaltungs-Apps gibt es meines Erachtens keine guten Alternativen. Hierfür gehe ich nachher auf Webseiten mit entsprechenden Datenbanken ein, die für die Benutzung vorteilhafter sind.

Getestet habe ich die Apps anhand von fünf Beispielbüchern aus meinem Bestand, von denen ich weiß, dass sie schwer zu finden sind. Die folgende Tabelle gibt dir einen schnellen Überblick, darunter gehe ich auf meine drei Favoriten noch etwas genauer ein.

AppErkennungCoverDatenRegale Lese-StatistikenWeitere StatistikenSpracheKurzfazit
LibraryThing5/54/5sehr hochjajajadeTestsieger – riesige Datentiefe, aber die vielen Zusatzfelder kosten Zeit
Book Track5/53/5mittelneinjajadeStark für Statistik-Fans (Lesekalender, Kaufstatistik), aber keine Gruppen
BookBuddy4/51/5mitteljajajadeViele Felder, aber ISBN mit „X“ wird nicht erkannt, viel Handarbeit
Bibliofy5/51/5mitteljaneinneindeteils falsche Angaben, Regal muss erst in einem gescannten Buch erstellt werden
Bookshelf5/53/5geringjaNur ProNur ProdeScannt auch getippte ISBN, vieles nur in der Pro-Version
MeineBibliothek5/50/5geringneinjaneindeGoogle-Books- & DNB-Anbindung, aber keine Cover
Libib*1/10/1geringjaneinneindeNur Barcode-Suche, nicht auffindbare Bücher müssen selbst erstellt werden
BookstatsdeTest nicht möglich – Suche ließ sich nicht verbinden

*Bei Libib wurde kein einziges meiner Bücher gefunden, weshalb ich „Kung-Fu Girl Juline Bd. 5“ als Ersatzdatensatz genommen habe, um wenigstens die Funktionen zu vergleichen.

Webseiten

Webseiten sind eine nützliche Ergänzung: als Nachschlagewerk, zur Vernetzung und gerade für Nischen wie Comics und Mangas eine hervorragende Alternative zu Apps. Da mir persönlich die Erfahrung im Comic-Bereich fehlt und für normale Romane meiner Meinung nach Apps schlicht die bessere Wahl sind, möchte ich hier nur auf Manga-Datenbanken eingehen.

Für mich DIE Datenbank im Manga-Bereich. Sie umfasst so gut wie alle Informationen, die man über eine Serie erfassen kann. Durch das Wiki-Prinzip der Seite können Nutzer die Daten selbst weiter ergänzen. Dank der großen Nutzer-Gemeinschaft (über 850.000 registrierte Nutzer!) aus allen Ecken der Welt sind selbst Titelübersetzungen erfasst, sodass du Serien auch unter ihrem deutschen Release-Titel findest. Gelistet werden nicht nur in Bänden veröffentlichte Manga-Serien, sondern auch Kurzgeschichten, Artbooks (gesammelte Illustrationen eines Künstlers), Novels und mehr. Die riesige Schlagwort-Kartei erleichtert die Suche nach Tropes und Settings, wenn du neues Lesefutter brauchst. Für mich ist MU seit mittlerweile 15 Jahren die erste Anlaufstelle – und wird es auch bleiben.

Lass dich nicht vom Namen abschrecken: ursprünglich war die Seite als Anime-Datenbank konzipiert und ist es nach wie vor. Aber mit der Zeit kam auch eine Manga-Datenbank dazu. Der Social-Network-Faktor bei MAL ist sehr groß, die Nutzung ist eher auf „Vergleiche dich mit deinen Freunden“ ausgelegt, und zu jeder Serie gibt es zusätzlich eine Auflistung der Charaktere. Dafür findest du nur die wichtigsten Serien-Infos – und auch nur Serien, die in Tankōbon erschienen sind (die japanische Bezeichnung für ein Buch, das mehrere Manga-Kapitel zusammenfasst). Ich führe auch bei MAL eine Liste meiner Mangas, aber eher aus dem Vernetzungs-Gedanken heraus.

Abschließend möchte ich noch auf eine deutsche Datenbank eingehen. Hier wird JEDER Manga mit einer deutschen Veröffentlichung gelistet. Die Seite wird nach wie vor wöchentlich aktualisiert, es gibt einen Newsletter und die Möglichkeit, Serien nach Mangaka (Autor) oder Verlag zu durchsuchen. Leider habe ich die Seite zu spät für mich entdeckt: Es lohnt sich für mich nicht mehr, eine zusätzliche Datenbank zu pflegen, zumal meine Sammlung mehr als nur deutsche Veröffentlichungen enthält – es wäre also nur ein höherer Zeitaufwand. Wer aber seine deutsche Sammlung katalogisieren möchte, ist mit dem Incomplete Manga Guide sehr gut beraten und sollte einen ersten Blick darauf werfen.

Es gibt noch weitere Seiten wie Animexx oder aniSearch. Zu deren Qualität kann ich aber nichts sagen, da ich sie im Gegensatz zu den drei genannten kaum bis gar nicht benutzt habe. Schau dich einfach um und sammle Erfahrung, was dir gefällt und leichtfällt. Nur weil die vorgestellten Seiten für mich das Optimum bieten, muss das nicht für dich gelten.

Wer es komplett nach den eigenen Wünschen haben will und bei fertigen Apps an Grenzen stößt, für den ist ein selbstgebautes Programm die nächste Stufe. Mein Traum war es früher, mir selbst so eine Anwendung zu schreiben, aber leider bin ich nicht die geübteste, was das Programmieren angeht. Dank KI leben wir jetzt in einem Zeitalter, in dem es jedem möglich ist, sich für die ganz persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen erstellen zu lassen – ganz ohne Kenntnisse von Java, C++, Python und Co.

Prompts zum Ausprobieren

Ich werde hier bewusst nicht auf die Vor- und Nachteile von künstlicher Intelligenz und eventuelle Risiken eingehen, denn das muss jeder für sich selbst entscheiden – ob und wie viel man mit KI arbeiten möchte. Es geht mir darum, eine kleine Hilfe zu geben, welche Prompts funktionieren können. Wichtig war mir dabei, dass sie von jedem individuell anpassbar sind. Deshalb gebe ich dir zwei Beispiele, die du auch direkt so nutzen kannst, um ein Gefühl für die Sache zu bekommen – vieles ist einfach Trial & Error, besonders wenn man auf die kostenlosen Versionen von ChatGPT, Gemini, Claude und Co. angewiesen ist.

Hier ist noch viel Platz für eigene Kriterien, aber du kannst auch direkt damit loslegen und dir anschauen, was deine KI daraus macht.

Diesen Prompt habe ich nach meinen Bedürfnissen und meiner Sammlung gestaltet. Getestet habe ich ihn mit ChatGPT, und hier will ich gleich ehrlich mit dir sein: Dieser detaillierte Prompt funktioniert vermutlich nicht bei einer kostenlosen Nutzung – egal bei welcher KI. ChatGPT hat mir zurückgegeben, dass dieser Anspruch an den Code gut 15.000 Zeilen lang werden kann. Das lässt sich nicht in einem kostenlosen Chat wiedergeben und müsste scheibchenweise erfolgen.

Fazit

Es gibt keinen goldenen Weg: Einfach mal etwas ausprobieren und schauen, ob man damit klarkommt – das ist der beste Tipp, den ich dir geben kann.

Ich habe zu einer Zeit angefangen (2010), als es selbst noch keine richtigen Apps dafür gab oder gar KI, die einem beim Coden hilft. Daher habe ich mich so an meine Excel-Liste gewöhnt, dass sie für mich „der richtige Weg“ ist. In Zukunft werde ich aber auch mit dem einen oder anderen Tool herumspielen, und das kann ich dir nur raten.

Offen bleiben für neue Ideen, aber auch immer den eigenen Bedarf im Auge behalten. Will ich einfach nur wissen, welche Bücher ich habe, reicht sogar eine schlichte, alphabetische Word-Datei. Möchte ich von überall darauf zugreifen, sollte ich Cloud-Dienste in Erwägung ziehen oder es schlicht über eine App organisieren. Je spezifischer ich aber die Liste halten und das eine oder andere Nischen-Thema tracken möchte, umso eher bleibt der Weg über selbst gestaltete Tabellen oder Programme nicht aus, um das darstellen zu können.

  • Abb. 1: eigener Screenshot
  • Abb. 2: eigener Screenshot
  • Abb. 3: eigener Screenshot
  • Abb. 4: eigener Screenshot

Musikalische Früherziehung: 5 gute Gründe, warum Kinder mit Musik aufwachsen sollten

Arbeiten Sie in einem pädagogischen Bereich oder haben selbst Kinder?

Haben Sie dabei schon einmal ein Kind im Einfluss von Musik beobachtet?

Meiner Meinung nach gibt es kaum etwas schöneres! Es beginnt schon in kleinen Gesten: Das Kleinkind wippt im Takt eines Liedes, klatscht begeistert in die Hände oder summt eine Melodie nach, die es gerade aus dem CD-Player gehört hat.

Alles beginnt im Bauch der Mutter: Eine Studie des Kognitionsforschers Manuel Schabus von der Universität Salzburg ergab, dass schon in der Schwangerschaft Babys abgespielte Töne und Musik merken können. Anhand EEG-Messungen zwei bis fünf Wochen nach der Geburt ist erkennbar, dass die Gehirnwellen der Babys sich an die Schwingungen der Sprache anpassen und besonders intensiv sind, wenn die jeweilige Mutter die Melodie singt. Musik und dessen Erziehung durchdringt unser Leben von Anfang an.

Leider ist das Potenzial dieser Förderung in der Gesellschaft noch nicht ausreichend bekannt oder wird eher von Familien mit gehobenen Bildungsabschlüssen profitiert. Viele Eltern als auch Kindertagesstätten haben wenig Einblick und nutzen bereits vorhandene Angebote zu wenig.

Nachfolgend stellen wir Ihnen zehn wertvolle Gründe vor, warum es sich lohnt, ihr Kind von klein auf musikalisch zu fördern.

Musik und Sprache sind eng miteinander verbunden. Bereits beim Singen einfacher Kinderlieder erweitern Kinder ihren Wortschatz und lernen neue Begriffe ganz nebenbei kennen. Reime, Verse und rhythmische Sprachspiele helfen ihnen dabei, Sprachmuster zu erkennen und ein Gefühl für Strukturen zu entwickeln. Gleichzeitig schulen unterschiedliche Tonhöhen das Gehör für Betonungen.

Durch das gemeinsame Singen trainieren Kinder ihre Aussprache und lernen, ihren Körper bewusster wahrzunehmen. Diese sogenannte phonologische Bewusstheit gilt als wichtige Grundlage für das spätere Lesen- und Schreibenlernen. Musikalisch geförderte Kinder entwickeln daher häufig ein besseres Sprachverständnis und können sprachliche Zusammenhänge schneller erfassen.

Um ein neues Stück oder Lied zu lernen bedarf es eine Menge Aufmerksamkeit. Musizieren fordert Kinder auf einzigartige Weise heraus. Sie müssen zuhören, Rhythmen erkennen, Melodien verfolgen und gleichzeitig auf die Anweisungen der pädagogischen Lehrkraft oder die Aktionen anderer Kinder achten. Dabei lernen sie, ihre Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum nur auf eine Aufgabe zu richten.

Auch das Nachspielen von Rhythmen oder das gemeinsame Singen in einer Gruppe erfordert Geduld und Ausdauer. Kinder üben, auf ihren Einsatz zu warten, sich an Abfolgen zu erinnern und konzentriert bei einer Sache zu bleiben. Diese Fähigkeiten helfen ihnen später auch im Schulalltag, z.B. wenn sie dem Lehrpersonal zuhören, Neues lernen oder Hausaufgaben erledigen müssen.

In vielen verschiedenen Kulturen kann man erkennen, dass Musikmachen mit sozialer Gemeinschaft verbunden wird. In der musikalischen Früherziehung lernen Kinder, wie wichtig Teamgeist und das Aufeinanderachtgeben sind. Beim gemeinsamen Singen oder Musizieren kommt es darauf an, aufeinander zu hören und seinen persönlichen Teil für die Gruppe beizusteuern.

Ihr Kind lernt dabei, dass jeder wichtig für das Ganze ist (z.B. den Kinderchor) und dass ein harmonisches Miteinander nur gelingt, wenn alle das gleiche Ziel verfolgen. Am Ende freut es sich über sein Erfolgserlebnis und bsp. ihr Strahlen aus dem Zuschauerraum zu erkennen. Diese positiven Gruppenerlebnisse stärken die Empathie, Teamfähigkeit und das soziale Verantwortungsbewusstsein, welche im heranwachsenden Alter immer wichtiger werden.

Musik bietet Kindern die Möglichkeit, ihre Fantasie frei auszuleben und eigene Ideen einzubringen. Sie können Rhythmen erfinden, Bewegungen entwickeln oder Geschichten mit Klängen untermalen. Dabei gibt es oft kein „richtig“ oder „falsch“, sondern zahlreiche kreative Wege, sich auszudrücken.

Wenn Kinder erleben, dass ihre Ideen gehört und wertgeschätzt werden, stärkt das ihr Selbstbewusstsein. Erfolgserlebnisse – sei es beim Erlernen eines Liedes, beim gemeinsamen Auftritt oder beim Ausprobieren eines Instruments – fördern das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Kinder lernen, Herausforderungen anzunehmen, Neues auszuprobieren und stolz auf ihre eigenen Leistungen zu sein.

Ein besonderer Vorteil der musikalischen Früherziehung liegt darin, dass sie viele Bereiche der kindlichen Entwicklung gleichzeitig anspricht. Kinder lernen nicht nur durch Zuhören, sondern mit ihrem gesamten Körper. Sie bewegen sich zur Musik, klatschen Rhythmen, tanzen, singen und entdecken verschiedene Klänge mit allen Sinnen.

Durch diese Verbindung von Hören, Fühlen, Bewegen und Erleben werden unterschiedliche Wahrnehmungsbereiche gefördert. Gleichzeitig regt Musik die Fantasie an und schafft emotionale Erlebnisse, die nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Lernen wird dadurch lebendig und spielerisch.

Besonders deutlich zeigt sich dieser ganzheitliche Ansatz bei Klanggeschichten. So kann beispielsweise das Rascheln der Blätter im Wald mit Klanghölzern dargestellt werden, Regentropfen erklingen durch eine Triangel und ein lautes Gewitter wird mit Trommelschlägen nachgeahmt. Die Kinder hören nicht nur eine Geschichte, sondern gestalten sie aktiv mit. Auf diese Weise verbinden sich Musik, Bewegung, Sprache und Vorstellungskraft zu einem eindrucksvollen Lernerlebnis, das alle Sinne anspricht.

Abschließend möchte ich noch einige erfolgreiche Initiativen im Bereich der musikalischen Früherziehung nennen:

„Kinder zum Olymp“: eine Initiative der Kulturstiftung der Länder will Kooperationen mit Kultureinrichtungen und Künstlerpersönlichkeiten anregen und hat dabei hauptsächlich die Schule, aber auch den Kindergarten im Blick.

„Canto elementar“ ist ein Programm innerhalb des deutschlandweiten Netzwerks „Il canto del mondo“ und setzt auf ehrenamtliche Singpaten aus der Nachbarschaft der Einrichtungen.

Die Carusos“ : eine Auszeichnung, die der deutsche Chorverband an Tageseinrichtungen vergibt. Förderer der Initiative sind die „Accenture Stiftung“, die „Aventis Foundation“, die „Crespo Foundation“ und der „Kulturfonds Frankfurt RheinMain“.

„Toni singt“: Fortbildungen für Erzieher*innen bilden zusammen mit eigens entwickelten Materialien auch den Kern des Programms des ChorVerbands Nordrhein-Westfalen.

Wie man sehen kann, gibt es einige Möglichkeiten und es ist wichtig, dass Kinder in Berührung mit dem Singen oder der Musikalischen Ausübung kommen! Ob in in der Kita, im Rahmen von Eltern-Kind-Kursen, oder an Musikschulen – die Optionen sind vielfältig. Wichtig ist vor allem, dass Kinder Musik ohne Leistungsdruck erleben und ihre Freude daran entdecken können. Denn wer früh positive Erfahrungen mit Musik profitiert davon weit über die Kindheit hinaus.

Quellenverzeichnis

Werlé, H. (1949). Musik im Leben des Kindes. Dresden: L. Ehlermann.

Seifert, A. (2006). Musik ohne Noten: Musikalische Früherziehung. 2. Aufl. Dortmund: Verlag gruppenpädagogischer Literatur.

Rittersberger, A. (2005). Jedes Kind will musizieren: Musik macht Kinder intelligenter und selbstbewusster. Mainz: Schott Music.

Dartsch, M. (2008). Studie zu Wirkungen und Voraussetzungen der Musikalischen Früherziehung. Bonn: Verband deutscher Musikschulen (VdM).

Dartsch, M. (2019) Frühe musikalische Bildung. Kulturelle Bildung Online (kubi-online). Verfügbar unter: https://www.kubi-online.de/artikel/fruehe-musikalische-bildung (Zugriff: 06.08.2026).

https://science.orf.at/v2/stories/2814468

Abbildungen:

www.pexels.com/de

Mehr als Monopoly: Moderne Brettspiele erfinden den Spieleabend neu

Draufsicht auf eine Partie des Spiels Azul.

Drei Trends zeigen, wie moderne Brettspiele den Spieleabend verändern und warum es sich lohnt, wieder gemeinsam zu spielen.

Messestände und zahlreiche Personen in einer Messehalle auf der Spiel in Essen.
Spiel Essen 2024: Halle 6, Messe Essen. Foto: Schrapers via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Über 220.000 Menschen pilgern jedes Jahr nach Essen zur weltweit größten Brettspielmesse SPIEL. Jahr für Jahr erscheinen mehr als 1.000 neue Brettspiele. 1 Deutschland ist längst das Zentrum einer Szene, die so kreativ und vielfältig ist wie nie zuvor. Trotzdem landen bei vielen Spieleabenden noch immer dieselben Klassiker auf dem Tisch.

Das ist kaum verwunderlich. Monopoly, Catan oder Mensch ärgere dich nicht haben Generationen geprägt und gehören für viele einfach zum Spieleabend dazu. Doch das moderne Brettspiel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant weiterentwickelt. Neue Spielmechanismen, kooperative Konzepte und erzählerische Themenwelten sorgen heute für Erlebnisse, die weit über das klassische Würfeln und Ziehen hinausgehen.

Wer länger keine neues Spiel mehr ausprobiert hat, dürfte überrascht sein, wie viel sich in der Szene getan hat. Dieser Artikel wirft einen Blick auf drei aktuelle Trends und stellt jeweils ein Spiel vor, das sie besonders gut verkörpert.

Was machen moderne Brettspiele anders als Klassiker?

Viele Klassiker haben ähnliche Grundprinzipien gemeinsam: Würfelglück spielt eine große Rolle, ausgeschiedene Spieler müssen lange warten oder der Ausgang steht schon weit vor Spielende fest. Trotz dessen bleibt der Reiz dieser Klassiker hoch und vielen gefällt das Gefühl des Bekannten.

Monopoly Spielbrett
Monopoly-Spielbrett. Foto: Suzy Hazelwood auf Pexels

Gleichzeitig zeigt modernes Spieldesign, dass es auch anders geht. Entscheidungen haben oft mehr Gewicht, alle bleiben bis zum Schluss beteiligt und selbst Niederlagen können spannende Geschichten erzählen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Kulturwandel: Der Erfolg der SPIEL in Essen zeigt: Brettspiele sind längst ein vielseitiges Kulturgut, das Menschen aller Generationen begeistert.

Out with the old: Klassiker wecken zwar Nostalgie, frustrieren aber oft durch fehlende Einflussmöglichkeiten, lange Spielzeiten oder gar vorzeitiges Ausscheiden.

In with the new: Modernes Spieldesign setzt auf Kooperation, starke Geschichten und smarte App-Unterstützung, die das Spielerlebnis auf ein neues Level heben.

Welche Entwicklungen prägen moderne Brettspiele?
3 Trends – 3 Spiele

Der Trend: Miteinander statt gegeneinander

Ein wenig ironisch: Selbst Monopoly wurde von seiner Erfinderin Elizabeth Magie Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer zweiten, kooperativen Regelvariante entworfen, bei der Wohlstand geteilt wurde. Durchgesetzt hat sich das damals nicht. 2

Über ein Jahrhundert später zeigt sich: Der kooperative Gedanke ist heute erfolgreicher denn je. Das beweist unter anderem der Siegeszug der bekannten EXIT-Rätselspiele, die Monopoly als erfolgreichste Brettspielmarke abgelöst haben. 3 Gemeinsam gewinnen fühlt sich eben einfach besser an, als sich gegenseitig in den Ruin zu treiben!

Das Spiel: Sky Team

KEY FACTS

👥 Spieler: 2 Personen | ⏱️ Dauer: ca. 20 Min. | 🎂 Alter: ab 10 Jahren
🏆 Auszeichnung: Spiel des Jahres 2024 | ✍️ Autor: Luc Rémond
🏢 Verlag: KOSMOS

Spielmaterial des Spiels Sky Team auf einem Tisch
Foto: Patrick Hüttmann (Privataufnahme)

Ein wunderbarer Vertreter dieses Genre ist das Spiel des Jahres 2024: Sky Team. Hier übernehmen zwei Personen die Rollen von Pilot*in und Co-Pilot*in, um ein Passagierflugzeug gemeinsam sicher zu landen.

Der besondere Kniff: Jede Runde würfelt ihr verdeckt eure Würfel und platziert sie abwechselnd auf dem Cockpit-Spielplan, um Triebwerke zu regulieren oder die Balance zu halten.

Doch während des Sinkflugs herrscht absolute Funkstille – ihr dürft euch nicht absprechen! Nur anhand der gesetzten Würfel müsst ihr erraten, was euer Gegenüber als Nächstes plant. Schafft ihr gemeinsam die Punktlandung? 4

Der Trend: Das Smartphone spielt mit

Lange galten Smartphones am Spieltisch als unerwünschte Ablenkung. Heute werden sie bei immer mehr Brettspielen bewusst zum Teil des Spielerlebnisses.

App-gestützte Spiele verbinden analogen Spielspaß mit digitalen Komfortfunktionen, ohne das eigentliche Brettspiel zu ersetzen. Stattdessen übernehmen sie Aufgaben wie die Steuerung von Gegnern, die Verwaltung komplexer Spielabläufe oder das Berechnen von Spielwerten im Hintergrund.

Spielmaterialien des Spiels Boss Fighters QR und ein Tablet auf einem Tisch.
Foto: Patrick Hüttmann (Privataufnahme)

App-Einbindungen zählen inzwischen zu den spannendsten Entwicklungen der Brettspielszene. Wer den Spieleabend als digitale Auszeit versteht, darf den nächsten Abschnitt getrost überspringen. Für alle anderen folgt ein spannender Vertreter dieses Trends!

Das Spiel: Boss Fighters QR


KEY FACT

👥 Spieler: 1–4 Personen
⏱️ Dauer: ca. 30–60 Min.
🎂 Alter: ab 10 Jahren

📱 Besonderheit: App-gestützt
✍️ Autoren: Michael Palm & Lukas Zach
🏢 Verlag: Pegasus Spiele

Cover der Spielschachtel von Boss Fighters QR.
Foto: Patrick Hüttmann (Privataufnahme)

Boss Fighters QR vereint gleich zwei Trends in einem Spiel: Kooperativ stellt ihr euch mächtigen Boss-Gegnern, unterstützt von einer App, die sich nahtlos ins Spielgeschehen einfügt.

Waffen, Zauber und Gegenstände spielt ihr als Karten aus und scannt den QR-Code auf der Rückseite einfach mit der Frontkamera eures Smartphones oder Tablets. Die App wertet eure Aktionen aus, steuert die Bosse und reagiert sofort auf eure Entscheidungen.

Dadurch entstehen dynamische Kämpfe, bei denen jeder Boss eine eigene Taktik verfolgt. Nur wenn ihr zusammenarbeitet, sein Verhalten durchschaut und eure individuellen Fähigkeiten geschickt kombiniert, könnt ihr den Sieg erringen. 5

Der Trend: Immersive Themenwelten

Lange Zeit waren Spiele wenig thematisch oder trugen nur bekannte Namen auf der Schachtel, ohne dass man in ihnen in die entsprechende Welt eintauchen konnte. Nehmen wir uns zum Abschluss noch ein Spiel mit bekannter Lizenz vor, dem dies besonders gut gelingt – ein Strategiespiel im Dune-Universum.

Spielmaterial des Spiels Dune Imperium auf einem Tisch.
Foto: Patrick Hüttmann (Privataufnahme, bearbeitet)

Gerade bei Strategiespielen ist eine stimmungsvolle Welt keine Selbstverständlichkeit. Lange Zeit dienten Themen lediglich als Rahmen. Ob mittelalterliche Stadt, antikes Reich oder Weltraum – das Spiel hätte meist genauso gut in einem anderen Setting funktioniert…

Das Spiel: Dune Imperium – Uprising

KEY FACTS

👥 Spieler: 1–6 Personen | ⏱️ Dauer: ca. 60–120 Min.
🎂 Alter: ab 13 Jahren | 🏜️ Besonderheit: Strategie & Dune-Feeling
✍️ Autor: Paul Dennen | 🏢 Verlag: Dire Wolf

Cover der Spielschachtel von Dune Imperium - Uprising.
Foto: Patrick Hüttmann (Privataufnahme, bearbeitet)

Bei Dune Imperium – Uprising ist die Lizenz nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern ein zentraler Bestandteil des Spiels. Hier greifen Thema und Mechanik ineinander. Bündnisse mit den Fraktionen, der Kampf um das Spice und bekannte Figuren aus dem Dune-Universum sind nicht bloße Dekoration, sondern bestimmen, wie sich das Spiel spielt.

Dafür verbindet das Spiel zwei moderne Mechanismen: „Deck-Building“ (den schrittweisen Aufbau eines eigenen Kartendecks) und „Worker-Placement“ (das strategische Entsenden von Figuren auf den Spielplan). Das macht Dune Imperium – Uprising zum anspruchsvollsten der hier vorgestellten Spiele – aber auch zu einem besonders immersiven Erlebnis. 6

Der nächste Spieleabend wartet

Wer lange keinen Spieleabend mehr veranstaltet hat, sollte den Klassikern ruhig einmal eine Pause gönnen und etwas Neues ausprobieren. Neben den vorgestellten Titeln bieten auch Bibliotheken, Spielecafés und der lokale Fachhandel tolle Anlaufstellen, um neue Spiele kennenzulernen.

Brettspiele sind heute so vielfältig wie nie zuvor. Ob kooperative Herausforderungen, strategischer Wettstreit oder erzählerische Abenteuer – für nahezu jede Spielrunde gibt es das passende Spiel. Das beste Brettspiel ist dabei nicht unbedingt das bekannteste, sondern das, was genau zu euch passt.

Am Ende geht es vor allem darum, gemeinsam Zeit zu verbringen, miteinander zu lachen, zu tüfteln und Geschichten zu erleben, an die man sich noch lange erinnert. Also verabredet euch und spielt mal wieder. Es ist Zeit für den nächsten Spieleabend!

Gruppe von Freunden an einem fröhlichen Spieleabend an einem Tisch
Spieleabend. Foto: Pavel Danilyuk auf Pexels

Welches Brettspiel darf bei eurem nächsten Spieleabend nicht fehlen?
Schreibt es gern in die Kommentare!

Patrick Hüttmann, August 2026

Quellen

  1. Spielwarenmesse eG (2025): SPIEL Essen: Weltgrößtes Spielefest bricht Besucherrekord nach vier ausverkauften Tagen. Online unter: https://spielwarenmesse-group.com/aktuelles/presse-news/detail/spiel-essen-weltgroesstes-spielefest-bricht-besucherrekord-nach-vier-ausverkauften-tagen/ ↩︎
  2. SWR, Bernhard Seiler (2025): 90 Jahre Monopoly – obwohl: „Das Spiel ist eigentlich langweilig“. Online unter: https://www.swr.de/swraktuell-radio/monopoly-spiel-erfinder-vermoegen-100.html ↩︎
  3. Aargauer Zeitung, Anna Raymann (2023): Friedliche Feiertage garantiert dank Brettspielen: Macht uns das gemeinsame Spielen zu besseren Menschen? Online unter: https://www.aargauerzeitung.ch/kultur/mit-statt-gegeneinander-der-trend-beim-spiel-geht-zur-kooperation-das-sorgt-fuer-friedliche-feiertage-ld.2553612 ↩︎
  4. Kosmos: Sky Team. Online unter: https://www.kosmos.de/products/sky-team ↩︎
  5. Pegasus Spiele: Boss Fighters QR. Online unter: https://pegasus.de/Boss-Fighters-QR-Nominiert-Kennerspiel-2026/51270G ↩︎
  6. Asmodee: Dune Imperium – Uprising. Online unter: https://www.asmodee.de/produkte/dune-imperium-uprising ↩︎

Bildquellen

Beitragsbild: Pavel Danilyuk auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/photo/hands-playing-board-games-8111328/

Spiel Essen 2024: Halle 6, Messe Essen. Foto: Schrapers via Wikimedia Commons, CC BY 4.0. Online unter: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Spiel_Essen.jpg

Monopoly Spielbrett. Foto: Suzy Hazelwood auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/photo/close-up-photo-of-monopoly-board-game-9090534/

Spieleabend. Foto: Pavel Danilyuk auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/photo/smiling-friends-playing-board-game-on-table-8111365/

Adopt don’t shop – Warum eine Adoption aus dem Tierschutz eine echte Alternative ist

Hund sitzt auf dem Boden und schaut in die Kamera. Davor steht ein Pappschild mit der Aufschrift "Take me Home".
schwarz-brauner Hund liegt auf der Seite auf dem Boden, eine Hand berührt eine Pfote
Hund in einem Shelter in Rumänien (2026, Privataufnahme)

Wer darüber nachdenkt, einen Hund aufzunehmen, steht vor vielen Entscheidungen. Vor allem die Frage, ob eine Adoption aus dem Tierschutz oder der Kauf bei Züchter*innen der richtige Weg ist, beschäftigt immer mehr Menschen. Beide Möglichkeiten bieten Vor- und Nachteile.

Jedes Jahr kommen rund 350.000 neue Tiere in deutsche Tierheime und warten dort auf ihre zweite Chance.1 Gleichzeitig leben in vielen europäischen Ländern unzählige Straßenhunde unter schwierigen Bedingungen.

Dieser Beitrag zeigt, warum eine Adoption aus dem Tierschutz eine echte Alternative sein kann, welche wichtige Arbeit Tierschutzvereine leisten und wie eine Adoption abläuft. Außerdem erfährst du, wie auch kleine Gesten einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz leisten können.

⚠️Tötungsstationen in Europa

Die Situation in deutschen Tierheimen ist vielen Menschen bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch in zahlreichen europäischen Ländern unzählige Hunde auf Hilfe angewiesen sind.

Viele Personen wissen nicht, dass es in mehreren europäischen Ländern Tötungsstationen gibt. Dort werden meist Straßenhunde hingebracht, um sie nach einer bestimmten Frist zu töten. Aber auch nicht mehr gewünschte Haustiere landen dort. Diese Einrichtungen werden umgangssprachlich häufig als Kill-Shelter bezeichnet.

Diese Maßnahme soll die Population der freilebenden Tiere eindämmen. Die Wirksamkeit dieser Strategie ist zweifelhaft. Tierschutzvereine versuchen die Probleme „an der Wurzel zu packen“ und setzen deshalb auf Kastrationsprogramme, Vermittlung und Aufklärung vor Ort.2 3

Hund (Galgo) liegt auf einer Wiese.
Galgo liegend. Foto: Majkel Berger auf Pexels.

Ein besonders bekanntes Beispiel sind die Galgos in Spanien. Die schlanken Windhunde werden für die Hobbyjagd und Rennen gezüchtet. Können sie die gewünschten Leistungen nicht mehr erbringen, werden sie ausgesetzt oder getötet.4

Umso wichtiger ist es, dass sich immer mehr Tierschutzvereine mit ihrer Arbeit für die Tiere einsetzen und ihnen eine zweite Chance ermöglichen.

🐶 Hund adoptieren – Welche Vorteile bietet der Tierschutz?

  1. Eine zweite Chance
  2. Ehrenamt statt Profit
  3. Gesundheit und Vorsorge
  4. Für alle der passende Hund

1. Eine zweite Chance

Eine Adoption aus dem Tierheim oder dem Ausland gibt gleich mehreren Tieren eine Chance. Es bietet nicht nur den Vorteil, dass ein Tier in ein Zuhause vermittelt werden kann, sondern es wird dadurch auch ein Platz im Tierheim frei.

So bekommt ein Straßenhund oder ein Hund, der in seinem derzeitigen Zuhause nicht mehr bleiben kann, die Möglichkeit vermittelt zu werden.

Eine Person hockt auf dem Boden mit mehreren Hundewelpen in einem Shelter.
Welpen im Shelter in Rumänien (Privataufnahme, 2026)

2. Ehrenamt statt Profit

Die Menschen, die im Tierschutz arbeiten, tun dies zumeist ehrenamtlich. Das Wohl der Tiere und dass sie ein „Für-immer-Zuhause“ finden, liegt den Menschen am Herzen.

Die Vermittlung aus dem Tierschutz ist nicht profitorientiert. Anders verhält es sich bei Hundezüchtern. Diese verdienen mit dem Verkauf der Welpen Geld. Vor allem unseriöse Züchter*innen haben nicht die Bedürfnisse der Hunde vor Augen. Häufige Schwangerschaften oder Kaiserschnitte belasten das Muttertier. Außerdem werden die Jungtiere so schnell wie möglich der Mutter weggenommen und verkauft.

3. Gesundheit und Vorsorge

Die Tiere in Obhut der Vereine bekommen regelmäßige Mahlzeiten und tierärztliche Untersuchungen. Außerdem können die Tiere gezielt fotografiert, inseriert und vermittelt werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass seriöse Adoptionen an Bedingungen geknüpft sind. Vor allem bei Tieren aus dem Ausland müssen für die Einreise mehrere notwendige Impfungen nachgewiesen werden.

Adoptierende können sich darauf verlassen, dass die Tierschutzvereine ihre Tiere tierärztlich untersuchen, impfen und chippen lassen. Außerdem sind sie häufig bereits kastriert. Die Kosten sind durch die Schutzgebühr abgedeckt.5

Hund bei Tierärztin. Foto: Mikhail Nilov auf Pexels.

4. Für alle der passende Hund

Im Gegensatz zum Kauf aus der Zucht, bekommen im Tierschutz auch ausgewachsene und ältere Hunde eine Chance. Die Helfenden verbringen sehr viel Zeit mit den Tieren und können die Wesenszüge einschätzen, sodass für alle Interessierten der passende Vierbeiner gefunden werden kann.6 7 8

Hunde von Züchter*innen – Welche Vorteile gibt es?

Ein Kauf bei Hundezüchter*innen bietet ebenfalls Vorteile. Wenn man eine seriöse Züchter*in gefunden hat, steht er oder sie im engen Kontakt zu den Interessenten. Man kann die Mutter des Wurfs kennenlernen und sich Tipps und Anregungen zur Sozialisation der Tiere geben lassen. Außerdem erhält man einen Einblick in die Vorgeschichte und den Stammbaum der Tiere. Das wohl größte Argument für einen Kauf bei Züchter*innen ist die gezielte Auswahl einer Rasse mit ihren rassetypischen Eigenschaften.9

Fünf Hundewelpen liegen und stehen hinter einem Gitter in einem Auto.
Welpen im Auto. Foto: Robert So auf Pexels.

Auf dieser Seite findest du weitere Information woran man seriöse Züchter*innen erkennt: Seriöse Hundezüchter*innen: Tipps für den sicheren Hundekauf

Wie läuft eine Hundeadoption ab?

Wie eine Adoption aus dem Tierschutz abläuft, wird hier am Beispiel der Hunderettung Europa e.V. beschrieben. Der Verein steht im engen Kontakt zum Partnertierheim in Rumänien. 300 Freiwillige sorgen dafür, dass die Tiere ihren Absprung nach Deutschland schaffen und auf eine Pflegestelle oder in ein Zuhause vermittelt werden können.

Der Prozess lässt sich in 7 Schritten zusammenfassen:

  • Hund auswählen
  • Selbstauskunft ausfüllen
  • Telefonisches Gespräch
  • Vorkontrolle
  • Schutzvertrag unterschreiben
  • Ausreise organisieren
  • Einzug ins neue Zuhause10

Genauere Informationen über den Ablauf einer Adoption bei der Hunderettung Europa e.V. findest du hier: Ablauf der Adoption beim Verein Hunderettung Europa e.V.

💡Gut zu wissen: Handicap- und Gnadenplatzhunde reisen kostenlos aus, um auch eine faire Chance zu bekommen.

🌍 Was machen Tierschutzvereine?

Tierschutzvereine vermitteln nicht nur Hunde nach Deutschland. Sie setzen sich auch in den Herkunftsländern für bessere Lebensbedingungen der Tiere ein.

Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Kastrationsprogramme
  • Aufklärung der Bevölkerung
  • Organisation von Tiertransporten
  • Zusammenarbeit mit Tierheimen
  • Vermittlung in ein neues Zuhause

Viele dieser Aufgaben werden von Ehrenamtlichen übernommen, die einen großen Teil ihrer Freizeit in den Tierschutz investieren.11

🐾 So kannst du den Tierschutz unterstützen

Nicht jede*r muss selbst einen Hund adoptieren, um einen Beitrag zum Tierschutz zu leisten. Schon kleine Gesten können helfen und die Arbeit der Vereine unterstützen.

Aktive Unterstützung leistest du durch:

  • Geld- oder Sachspenden
  • Gassi-Runden mit Tierheimhunden
  • Gespräche über das Thema Adoption
  • Beiträge der Vereine auf Social Media Plattformen teilen
  • sich ehrenamtlich bei Tierschutzvereinen engagieren
  • eine Adoption

❣️Die Tierschutzvereine und Vierbeiner freuen sich auf deine Hilfe!

⭐️Erfolgsgeschichten aus dem Tierschutz⭐️

Hier findest du die Happy Dogs der Hunderettung Europa e.V., die ein „Für-immer-Zuhause“ gefunden haben: Hunderettung Europa: Zuhause gefunden!

Josephine Bielert, August 2026

Quellen

  1. Deutschlandfunk (Hrsg.). (2024). Tierheime in Deutschland: Überfüllt und unterfinanziert. https://www.deutschlandfunk.de/haustier-tierheim-hund-katze-abgeben-100.html ↩︎
  2. Animals United e.V. (2022). Tötungsstationen – Wo Hundetöten erwünscht ist: Animals United Bundesfreiwillige Pia über Tötungsstationen. https://animalsunited.de/blog/toetungsstationen-wo-hundetoeten-erlaubt-ist/ ↩︎
  3. Haustein, M. (2021). Sinnloses Sterben: Tötungsstationen in Europa. https://www.veto-tierschutz.de/magazin/tierschutz-aktiv/toetungsstationen-in-europa/ ↩︎
  4. People for the Ethical Treatment of Animals (Hrsg.). (2025). Galgos in Not: Warum jährlich unzählige Hunde getötet werde. https://www.peta.de/themen/galgos/ ↩︎
  5. Tierschutzverein Hunderettung Eropa e.V. (2026b). Hunde aus dem Ausland adoptieren: 5 Schritte zur Adoption. https://hunderettung-europa.de/ ↩︎
  6. TSV Straßenpfoten e.V. (2026, 14. Juli). Warum Adoptieren besser ist als Kaufen: Ein Appell. 2026. https://tsvstrassenpfoten.de/warum-adoptieren-besser-ist/ ↩︎
  7. Dogs Vet. (2024). Das Problem mit Hundezüchtern: Ethische Bedenken erklärt. https://dogsvets.com/problem-with-dog-breeders/#google_vignette ↩︎
  8. Winter, M. (2024, 16. Mai). Tierschutz: Gute Gründe, ein Tier aus dem Tierheim zu adoptieren. https://www.nau.ch/lifestyle/tiere/tierschutz-gute-grunde-ein-tier-aus-dem-tierheim-zu-adoptieren-66758904 ↩︎
  9. HundeWiki. (2026). Soll man Hunde vom Züchter kaufen? https://tiere.wiki/wiki/soll-man-hunde-vom-zuchter-kaufen ↩︎
  10. Tierschutzverein Hunderettung Eropa e.V. (2026b). Hunde aus dem Ausland adoptieren: 5 Schritte zur Adoption. https://hunderettung-europa.de/ ↩︎
  11. Tierschutzverein Hunderettung Europa e.V. (2026c). Struktur und Verantwortung. https://hunderettung-europa.de/struktur-und-verantwortung/ ↩︎

Bildquellen

Beitragsbild. Foto: cottonbro studio auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/de-de/foto/tier-hund-haustier-sitzung-6568941/
Galgo liegend. Foto: Majkel Berger auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/de-de/foto/tier-hund-haustier-niedlich-28269664/
Hund bei Tierärztin. Foto: Mikhail Nilov auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-frau-tier-hund-7469231/
Welpen im Auto. Foto: Robert So auf Pexels. Online unter: https://www.pexels.com/de-de/foto/auto-tiere-hunde-jung-17206212/

Schneidebretter im Vergleich: Welches ist das Beste?

Holz-Küchenbrett mit der handschriftlichen Aufschrift "Schneidebretter im Vergleich" auf kariertem Tischtuch, umgeben von verschiedenen Gemüsesorten, Fisch, Fleisch, einem Messer, einem Topflappen und einem Pfannenwender.
Zeichnung von vier unterschiedlich großen Schneidebrettern aus Holz, Plastik, Bambus und Glas.
Quelle: Eigene Darstellung unter Verwendung von Elementen aus Canva.

Wer online nach dem besten Schneidebrett sucht, wird schnell verwirrt. Ob Holz, Bambus, Plastik oder Glas: Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile und im Internet findet man oft widersprüchliche Empfehlungen und Aussagen. Kein wunder, denn die „eine“ Lösung gibt es nicht!

Als ich mein abgenutztes Schneidebrett langsam ersetzen wollte, stand ich genau vor diesem Problem. Da Schneidebretter täglich im Einsatz sind, lohnt sich ein Vergleich der verschiedenen Materialien.

Damit du dir die Recherche sparen kannst, habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und die Vor- und Nachteile der gängigen Materialien übersichtlich zusammengefasst. Für den Vergleich habe ich Empfehlungen von Verbraucherzentralen und dem Bundesinstitut für Risikobewertung einbezogen.

Keine Lust, dir alles durchzulesen? Dann schau dir die Gesamtübersicht an oder mach das Schnell-Quiz!

Das Wichtigste auf einen Blick

MaterialMesser-
freundlichkeit
Pflege-
aufwand
Preisklasse
(bei gleich. Größe)
Holz★★★★★hoch€€€
Bambus★★★☆☆mittel€€
Plastik★★★★☆einfach
Glas★☆☆☆☆einfach€€

Tipps für den sicheren Umgang mit Schneidebrettern

Egal aus welchem Material dein Schneidebrett besteht: Sobald tiefe Rillen vorhanden sind, können sich Keime vermehren. Verwende separate Schneidebretter für rohes Fleisch, Fisch und Obst/Gemüse, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.1

Wenn du nur ein Schneidebrett besitzt, solltest du auf Empfehlung von Dr. Heidi Wichmann-Schauer (Bundesinstitut für Risikobewertung) auf die richtige Reihenfolge achten: Schneide erst verzehrfertige Lebensmittel, wie Salat oder Gemüse und erst danach rohe Lebensmittel wie Fleisch. Alternativ sollte das Brett zwischendurch gründlich gereinigt werden.2

Holzschneidebretter: Vor- und Nachteile

Holzschneidebrett auf Gartentisch mit Messer, mehreren Limetten und blau-weiß gemustertem Geschirrtuch.
„JK Adams Cutting Board“ by Didriks is licensed under CC BY 2.0.

Holzschneidebretter sind messerschonend und können aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften das Wachstum von Keimen hemmen. Laut einer Studie des Instituts für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Freien Universität Berlin (2025) zeigten Holzschneidebretter aus Ahorn beispielsweise, dass nach nur zwei Stunden (auch ohne Reinigung) rund 99,9% der nachweisbaren Kolibakterien reduziert wurden.3

Ein großer Unterschied zu den Nichtholz-Materialien ist außerdem, dass Holzbretter geschliffen werden können, um tiefere Rillen zu beseitigen. Gleichzeitig schließen sich kleine Schnittspuren von selbst, indem das Holz bei Feuchtigkeit aufquellt. Dadurch können Holzbretter viele Jahre halten.

Was sind die Vorteile von Holzschneidebrettern?

+ enthalten antimikrobiell wirkende Gerbstoffe (erschweren Keimwachstum)
+ oberflächige Risse lassen sich abschleifen (Langlebigkeit)
+ Messerschonend
+ Nachhaltiger als Plastik

Was sind die Nachteile von Holzschneidebrettern?

– regelmäßige Pflege nötig
– nicht spülmaschinengeeignet
– empfindlich gegenüber Feuchtigkeit

FAQ & Tipps

Wie pflege ich ein Holzschneidebrett?
  • NICHT in die Spülmaschine stellen! (Verformungen und Risse können entstehen)
  • nur mit warmen Wasser und mildem Spülmittel abwaschen
  • Immer vollständig abtrocknen und niemals zu lange Feucht lassen
  • saubere Bürste statt Schwamm nutzen
  • regelmäßig (je nach Nutzung alle 4-8 Wochen) einölen, sobald das Brett spröde oder rissig wird (Empfehlung: Leinöl, aber auch ein anderes Speiseöl möglich)

Anleitung zum Einölen 4 5 6
1. Abschleifen von Kratzern mit Schleifpapier.
2. Reinige das Brett mit warmen Wasser und mildem Spülmittel.
3. Lasse das Holz komplett trocknen.
4. Trage das Öl mit einem sauberen (Baumwoll-)Tuch auf und lass es ca. 5 Minuten einziehen (ggf. wiederholen).
5. Wenn das Holz gesättigt ist, nimmt es kein Öl mehr auf. Dann kannst du den Überschuss einfach abwischen z.B. mit Küchenpapier.
6. Lasse das Brett nun ca. 24-48 Stunden trocknen.
7. Und schon ist dein Schneidebrett wieder wie neu!

Welches Holz eignet sich am Besten für ein Schneidebrett?

Prinzipiell wird Hartholz wie z. B. Buche, Akazie, Eiche, Kirsche und Nussbaum empfohlen, da diese weniger anfällig für Kratzer und Schnitte sind.7

Worauf muss ich beim Kauf eines Holzschneidebretts achten?
  • Qualitativ gute Holzschneidebretter bestehen aus mehreren verleimten Holzlagen, da sie besonders formstabil sind und sich seltener verziehen als ein Schneidebrett, welches nur aus einem Stück Holz besteht. 8
  • Wichtig ist außerdem, dass wasserfester, lebensmittelechter Leim verwendet wurde, damit das Brett auch bei Feuchtigkeit langlebig bleibt. 9

Bambusschneidebretter: Vor- und Nachteile

Längliches, angeschnittenes Baguette auf einem Bambusschneidebrett.
Jean-Pierre Bazard Jpbazard, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Bambusschneidebretter sind eine beliebte Alternative zu Holzbrettern. Sie bestehen aus schnell nachwachsendem Bambus und überzeugen durch ihre harte, wasserabweisende Oberfläche. Sie sind robust, pflegeleicht und vergleichsweise günstig.

Bambus wächst deutlich schneller nach als klassische Laubbäume und kann bereits nach wenigen Jahren geerntet werden.10

Durch die Verarbeitung vieler verleimter Bambusstreifen sind sie relativ stabil und pflegeleicht. Allerdings ist Bambus härter als einige Holzarten, wodurch Messer schneller stumpf werden können.11

Was sind die Vorteile von Bambusschneidebrettern?

+ nachhaltiger, schnell wachsender Rohstoff
+ meistens günstiger als Holzbretter
+ leicht und trotzdem stabil
+ feuchtigkeitsbeständiger als viele Holzarten
+ weniger Pflegeintensiv als Holzbretter

Was sind die Nachteile von Bambusschneidebrettern?

– nicht spülmaschinengeeignet
– regelmäßiges Einölen notwendig
– kann Messer schneller stumpf machen (härter als manche Holzarten)
– geringe Hitzebeständigkeit
– intensive Gerüche können haften bleiben

FAQ & Tipps

Wie pflege ich ein Bambusschneidebrett?
  • NICHT in die Spülmaschine stellen! (Verformungen und Risse können entstehen)
  • nur mit warmem Wasser reinigen
  • regelmäßig ölen (ca. alle 2-3 Monate).
    Orientieren kannst du dich an der Anleitung zum Einölen für Holzschneidebretter. Bedenke nur, dass das Öl bei Bambusbrettern langsamer und nicht so schnell einzieht.
Worauf muss ich beim Kauf eines Bambusschneidebretts achten?

Pass auf, dass dein Bambusbrett wirklich aus 100% Bambus besteht. Bei Bambus-Kunststoffmischungen kannst du nicht von den Vorteilen profitieren. 12

Warum wird Bambus nicht zu den Holzschneidebrettern gezählt?

Fun Fact: Bambus ist tatsächlich botanisch gesehen gar kein Holzgewächs, sondern ein verholztes Gras!13

Glasschneidebretter: Vor- und Nachteile

Nahaufnahme einer Hand, die ein rohes Hähnchenfilet auf einem Glasschneidebrett mit einem Messer schneidet.
Foto von Amanda Mills, USCDCP auf Pixnio

Küchenbretter aus Glas klingen erstmal perfekt: Sie sind leicht zu reinigen und nehmen weder Gerüche noch Verfärbungen an. Für den täglichen Gebrauch in der Küche sind sie aber nur eingeschränkt geeignet, weil die harte Oberfläche Messer schnell abstumpft. 14 Außerdem klirren sie beim schneiden.15

Dasselbe gilt übrigens auch für weitere Materialien (z.B. Stein oder Edelstahl), die eine sehr harte Oberfläche besitzen.

Was sind die Vorteile von Glasschneidebrettern?

+ nimmt keine Gerüche an
+ verfärbt sich nicht
+ Messer hinterlassen keine Schnitte
+ einfach zu reinigen (spülmaschinengeeignet)

Was sind die Nachteile von Glasschneidebrettern?

– klirrt beim Schneiden
– Glas kann bei starken Stößen springen
– Messer werden vergleichsweise sehr schnell stumpf
– Messer können leichter abrutschen

FAQ & Tipps

Wie pflege ich ein Glasschneidebrett?

Glasbretter sind sehr pflegeleicht.

Sie lassen sich (auch in der Spülmaschine) einfach reinigen. Anders als bei Holz oder Bambus benötigen sie keine spezielle Materialpflege.

Worauf muss ich beim Kauf eines Glasschneidebretts achten?

Sinnvoll sind Modelle aus gehärtetem Sicherheitsglas, weil sie belastbarer sein können.

Sind Schneidebretter aus Glas empfehlenswert?

Da Glasschneidebretter Messer sehr stark abstumpfen lassen, würde ich sie für den regelmäßigen Einsatz als Schneidebrett nur eingeschränkt empfehlen. Als Servierplatte können sie einwandfrei genutzt werden.

Falls ein Glasbrett dennoch zum Schneiden verwendet wird, eignet es sich eher für weiche oder bereits gekochte Lebensmittel.16

Plastikschneidebretter: Vor- und Nachteile

Hand schneidet Limette mit Messer in dünne Scheiben auf gelbem Plastikschneidebrett.
„Knife Cutting Lime on Cutting Board“ by Didriks is licensed under CC BY 2.0.

Plastikschneidebretter zeichnen sich vor allem durch ihre leichte Reinigung und ihren günstigen Preis aus. Sie sind besonders geeignet für Lebensmittel, bei denen starke Gerüche oder viel Feuchtigkeit entstehen.17

Gleichzeitig bilden sich mit der Zeit Schnittspuren, weshalb sie regelmäßig ausgetauscht werden sollten. Laut einer Studie können Schneidebretter aus Kunststoff dazu beitragen, dass wir Mikroplastik in unseren Körper aufnehmen.18

Was sind die Vorteile von Plastikschneidebrettern?

+ pflegeleicht (spülmaschinengeeignet)
+ Messer stumpfen nicht so schnell ab
+ günstig
+ besonders geeignet für feuchte, geruchsintensive Lebensmittel
+ trocknen schnell

Was sind die Nachteile von Plastikschneidebrettern?

– anfälliger für Schnitte und Kerben
– können in der Regel nicht abgeschliffen werden
– minderwertiger Kunststoff kann Messer schneller stumpf werden lassen
– Mikroplastik kann ins Essen geraten

FAQ & Tipps

Wie pflege ich ein Plastikschneidebrett?

Kunststoffschneidebretter können einfach in der Spülmaschine oder mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden.

Bevor sie wieder verwendet oder verstaut werden, müssen die vollständig trocknen.

Sobald starke Gebrauchsspuren sichtbar sind, sollte das Brett ersetzt werden. Das Abschleifen von tiefen Kerben (wie bei Holschneidebrettern) wird von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nicht empfohlen.19

Worauf muss ich beim Kauf eines Plastikbretts achten?

Von Kunststoffbrettern mit antibakterieller Beschichtung ratet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ab. Es ist noch unklar, ob sie für den Menschen gesundheitlich unbedenklich sind. 20

Fazit

Ein „perfektes“ Schneidebrett gibt es nicht. Jedes Material hat verschiedene Stärken und Schwächen. Wer seine Schneidebretter regelmäßig pflegt und bei starken Beschädigungen austauscht, macht alles richtig!

Nach meiner Recherche habe ich zumindest für mich entschieden, mein altes Plastikschneidebrett künftig durch ein Holzschneidebrett zu ersetzen.

Jetzt bin ich gespannt auf eure Erfahrungen: Welches Schneidebrett nutzt ihr am häufigsten und warum? Setzt ihr auf Holz, Kunststoff, Bambus oder vielleicht sogar auf Glas?

Welches Schneidebrett passt zu mir? (Quiz)

In diesem Quiz werden Glasschneidebretter nicht einbezogen, da ich diese prinzipiell eher nicht empfehle.

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Abbildung: © Stanislav Kondatriev / pexels.com

Quellenverzeichnis zu den Fußnoten

  1. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/hygiene-in-der-kueche-lebensmittel-sicher-zubereiten-8338 [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  2. https://podcast.bfr.bund.de/6-unterschatztes-risiko-keime-in-der-kuche-006 [letzter Abruf am 30.07.26] ↩︎
  3. Bischoff, A., Alter, T., & Schoenknecht, A. (2025). Hygienic Evaluation of Wooden Cutting Boards: Microbiological Parameters. Journal of food protection, 88(9), 100576. https://doi.org/10.1016/j.jfp.2025.100576 [letzter Abruf am 02.08.26] ↩︎
  4. https://www.dieholzwarenfabrik.de/blogs/magazin/wie-du-dein-holzbrett-richtig-reinigst-und-pflegst [letzter Abruf am 30.07.2026] ↩︎
  5. https://www.schneidebrett-experte.de/blog/holzschneidebretter-richtig-pflegen-welches-oel-ist-am-besten-geeignet [letzter Abruf am 30.07.2026] ↩︎
  6. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/kuechenutensilien-aus-holz-das-sind-die-vor-und-nachteile-107472 [letzter Abruf am 30.07.2026] ↩︎
  7. https://verbraucherfenster.hessen.de/freizeit-haushalt/wohnen-garten/schneidebretter-aus-holz-darauf-sollten-sie-achten [letzter Abruf am 30.07.2026]  ↩︎
  8. https://verbraucherfenster.hessen.de/freizeit-haushalt/wohnen-garten/schneidebretter-aus-holz-darauf-sollten-sie-achten [letzter Abruf am 30.07.2026]  ↩︎
  9. https://verbraucherfenster.hessen.de/freizeit-haushalt/wohnen-garten/schneidebretter-aus-holz-darauf-sollten-sie-achten [letzter Abruf am 30.07.2026]  ↩︎
  10. https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Bambus [letzter Abruf am 27.07.2026] ↩︎
  11. https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/hauswirtschaft/schneidbretter-und-ihre-eigenschaften [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  12. https://www.aok.de/pk/magazin/nachhaltigkeit/muell-vermeiden/bambusgeschirr-nachhaltig-oder-gesundheitsschaedlich/ [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  13. https://de.wikipedia.org/wiki/Bambus [letzter Abruf am 30.07.2026] ↩︎
  14. https://www.zdfheute.de/ratgeber/schneidebrett-holz-kunststoff-glas-100.html [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  15. https://www.test.de/Kuechenbretter-im-Test-Guenstig-und-gut-schnippeln-6233952-0 [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  16. https://www.t-online.de/leben/essen-und-trinken/essen/id_101006166/schneidebrett-aus-glas-das-sind-die-vor-und-nachteile.html [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  17. https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Schneidebrett-aus-Kunststoff-oder-Holz-Was-ist-besser,schneidebretter100.html [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎
  18. Himani Yadav, Md Rakib Hasan Khan, Mohiuddin Quadir, Kelly A. Rusch, Partho Pritom Mondal, Megan Orr, Elvis Genbo Xu, Syeed Md Iskander; Cutting Boards: An Overlooked Source of Microplastics in Human Food?. Environ. Sci. Technol. 6 June 2023; 57 (22): 8225–8235. https://doi.org/10.1021/acs.est.3c00924 [letzter Abruf am 02.08.26] ↩︎
  19. https://www.zdfheute.de/ratgeber/schneidebrett-holz-kunststoff-glas-100.html [letzter Abruf am 02.08.26] ↩︎
  20. https://verbraucherfenster.hessen.de/freizeit-haushalt/alltagskompetenzen/hygiene-von-schneidebrettern-besser-holz-oder-plastik [letzter Abruf am 31.07.26] ↩︎